„Du bist okay“

Mama Blog, Alltag mit Baby

Während ich mein Baby nun die sechste Stunde in Folge nicht ablegen kann, stelle ich fest, dass sich mein inneres anfühlt, als wären tausend kleine Ameisen am Werk sich ein neues Heim zu bauen. Ich hatte diese Zeit mit Baby als so wunderschön in Erinnerung und nun? Ist es eine Kraftprobe. Ich fühle mich fremdbestimmt. Jedes kleine Fünkchen Freiheit, dass ich aus den letzten Monaten kannte, ist wie weggeblasen. Heute kann ich nicht mal mehr eine Sekunde auf Toilette gehen, ohne dass die kleine Sirene des Babys angeht.

Ich mag es nicht, wenn meine Tochter weint. Es ist sogar noch schlimmer. Für mich ist es nicht zu ertragen, sobald sie schreit, merke ich, wie sich meine Kiefermuskeln verkrampfen. Sich meine Zunge nervös hin und her schiebt, während meine Zähne unangenehm knirschen. Der ganze Körper gerät in unangenehme Wallungen. Dabei sind bis zur sechsten Lebenswoche meist bis zu 2 ½ Stunden normal. Darüber hinaus weinen sie zwar weniger, aber grundsätzlich weinen alle Kinder im Verlauf des Tages. Nicht nur meins.

Doch wenn mein Baby weint, bin ich schier am Verzweifeln. Ich halte es zurzeit nicht aus. Ich sehne mich nach Ruhe und etwas Zeit für mich. Stur klappere ich alle Dinge ab, die mein Baby zum Schreien animieren könnten: Volle Windel, Hunger, Durst, übermüdet, langweilig? Ich versuche bereits alles so angenehm wie möglich zu gestalten. Gehe in ein anderes Zimmer, kurz an die frische Luft, es hilft meistens. Allerdings nur für eine kurze Weile, dabei sehne ich mich doch nach nichts anderem als einmal etwas längere Zeit nur für mich.

 

 

Bedürfnisse

Als ich meine Tochter heute Morgen anschaute. Wie sie dort lag: So hilflos und verzweifelt wusste ich, was zu tun ist. Nicht sie muss sich anpassen. Ich muss es. Mit ihrem Schreien sagt sie mir nichts anderes als: „Mama, ich fühle mich unwohl“ Sie verlangt nach Nähe. Jetzt. Genau in diesem Moment. Nicht morgen, nicht übermorgen oder in einem Jahr. Jetzt. Und ich weiß, dieser Moment wird auch dieses Mal so schnell vorübergehen. Es wird der Tag kommen, an dem sie nicht mehr nach diese Nähe verlangt.

Es werden wieder Momente kommen, in denen ich unter meiner Dusche stehen kann, bis ich ganz verrunzelt vom warmen Wasser sein werde. Es wird mit Sicherheit aber nie wieder dieser Moment kommen, in dem mein Baby nach meiner Nähe wie heute verlangen wird. Diese Nähe fordert sie heute. In einer Zeit, in der das Schreien ihre einzige Möglichkeit ist, sich auszudrücken.

Ich müsste mir viel öfter vor Augen führen, dass solche Situationen „okay“ sind. Das ich als Mutter, „okay“ bin, wenn mein Baby weint. Babies weinen nunmal. Sie brauchen Nähe. Körperliche Nähe. Sie kennen keine To-Do Listen, die es gilt abzuarbeiten. Wenn ich morgen früh aufstehe und mein persönlicher Tag wieder einmal droht nicht vorwärtszukommen, weil mein Baby schreit, meckert und unzufrieden ist, werde ich einfach im Schlafanzug vor die Tür treten. In den Himmel lächeln und dankbar dafür sein, dass ich an diesem Morgen für mein Baby da sein darf.

Es werden wieder andere Tage kommen. Bis dahin gönne ich mir in einer ruhigen Minute eine Tasse Tee, ein Stück Schokolade, atme tief ein und wieder aus, um zu beobachten, was es mit mir macht „mal nicht perfekt“ zu sein.

 

 

Eure Alina

Alina
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Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

3 comments

  1. Danke schön!
    Mein Baby schreit auch oft und dann sieht es hier eben nicht aufgeräumt aus, ich bin nicht geduscht oder gekämmt und noch im Schlafanzug, weil er einfach bei mir sein mag…
    Dass es nicht nur mir so geht, beruhigt mich etwas…
    vielen Dank für diesen tollen Blog! <3

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