Bergauf

 

Manchmal kann das Leben ganz schön gemein sein. Gerade die letzten Wochen hatte ich das Gefühl, dass es das Leben auf mich abgesehen hatte. Alles fing mit dem gebrochenen Fuß meines Freundes an. Eine komplett neue Zeit für uns. Für mich war es ungewohnt alleine da zu stehen.

Von jetzt auf gleich musste ich alle wichtigen Rollen übernehmen. Ich wurde von heute auf morgen Papa, Mama, Hausfrau und Mädchen für alles. Ich sah schmerzerfüllt zu, wie sich unsere so Bodenständig aufgebaute Welt rasch in Luft auflöste.

Patrick wurde gezwungen den Fuß hochzulegen, da dieser überdurchschnittlich dick wurde und ich wurde gezwungen Kind und Kegel unter einen Hut zu bringen. Die erste Zeit führte dies zu vielen großen und kleineren Streitereien in unserem so friedlich gewordenen Heim.

Ich fühlte mich allein gelassen. Er im Stich gelassen. Er hatte Recht.

Patrick fiel es wirklich nicht leicht mich mit den Aufgaben alleine zu lassen, doch was ich unterschätzte? Ich fühlte mich so unfassbar allein gelassen. Er fehlte mir. In jeder Minute merkte ich, wie sich unser gemeinsames Leben eingespielt hatte. Er fehlte bei unseren gemeinsamen Spaziergängen, beim Einkaufen und den täglichen Runden um den Block. Alles war nur halb so schön ohne ihn.

Mein Stresslevel überstieg in den letzten Wochen einen unsichtbaren roten Bereich. Zu allem Übel verliere ich zur Zeit sehr viele Haare. Ja, ich leide unter kreisrundem Haarausfall. Die Geschwindigkeit in der ich meine Haare verliere ist erschreckend. Sie macht mir sogar große Angst.

Es haben sich aktuell zwei Kreise gebildet.

Ein Grund warum ich nicht mehr schwimmen gehen kann. Zumindest kann ich meine nicht mehr Haare unter Wasser tauchen. Die kahlen Stelle. Würden direkt auffallen. Ich schäme mich dafür.

Nach vielen Tests ist die Ursache des Haarausfalls ausschließlich auf Stress zurückzuführen. Meine Laborwerte sind optimal, die medizinischen Diagnosen unauffällig, es bleibt nur der Stress. Ein immer wiederkehrendes Thema in meinem Leben. Die letzte Zeit waren meine Stressfaktoren nicht zu überbieten.

Was nützt es mir mich weiter hineinzusteigern? Ich verliere immer mehr Haare. Ich muss beginnen meine Gefühle zum Thema Stress zu verändern und dieser Eintrag soll der Anfang sein. Bisher schien mir mein Haarausfall, als eine Art Versagen. Ich hatte es nicht in der Hand den Ausfall meiner Haare zu beeinflussen. Egal was ich tat, es veränderte nichts. Eine Situation die ich nicht kenne.

Nun möchte ich es aussprechen. Es belastet mich sehr und ich habe große Angst, dass meine Haare in dem Tempo weiter ausfallen, wie sie es bisher getan haben. Ein erster Schritt soll sein, dass ich mich mir diesen Zustand endlich vor Augen halten und weitermache. Ich darf nicht gelähmt dabei zu sehen, wie sich nichts verändern lässt.

Ab jetzt geht es Bergauf, dass habe ich im Gefühl!

Eure Alina! 

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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