Bleib wie du bist und sei dabei ganz du selbst

Wenn ich in den vergangenen Wochen eins gelernt habe, dann das wohl jeder von uns sein kleines Rücksäckchen zu tragen hat. Viele liebe Worte haben mich erreicht, sowie Texte und Anregungen:

„Ein glückliches Leben ist die größte Rache“

Eure Worte haben mein Herz erreicht und mich daran erinnert, dass wir alle so sind wie wir sind und wohl niemand ein Leben lang eine Maske tragen kann, sei sie noch so perfekt. In meinem Text „Mama, jetzt chill doch mal“ habe ich beschrieben wie ich beschlossen habe, meinen Wunsch nach Perfektion aufzugeben. Stets wollte ich mehr, wollte Situationen so drehen, dass ich dabei gut wegkomme, wollte der Welt zeigen, dass ich die Mutter sein werde, die ihrem Sohn alles „richtig“ (was auch immer das bedeutet) beibringt.

Im Grunde war es mir ein Wunsch mit meinem kleinen geflickten Herzen die perfekte Frau darzustellen, heute frage ich mich ob nicht eher die kleinen Ungereimtheiten gemeinsam mit Selbstreflektion und Ehrlichkeit einen besseren Weg bieten sich als den Menschen zu akzeptieren der man ist.

Eigentlich bin ich gar nicht mal so schlecht im Mutter sein oder Haushalt führen, sogar das Kochen gelingt mir immer besser. Das Gefühl von Geborgenheit verbinde ich mit der frisch gewaschenen Wäsche meiner Oma, mit dem Geruch von frisch geputzten Fenstern und dem unvergleichlichen Duft von frisch gekochtem Essen. An diesem elementaren Gefühl haften so viele unvergleichliche Erinnerungen, die mich stets ermahnen für meinen Sohn die gleiche Rolle zu übernehmen. Dies setzt mich unter enormen Druck, denn auch wenn ich passabel abschneide, bin ich einfach nicht der gleiche Fels in der Brandung, wie es meine Oma für mich war.

Ich habe ihre „elementare“ Ordnung geliebt, aber ich bin nicht derselbe Mensch und kann sie weder weiterleben, noch weitergeben. Am liebsten würde ich jeden Tag eine Putzfrau um mich haben, jemanden der meine Wäsche wäscht und bügelt, der das Essen mit hübschen Servietten drapiert bereitstellt. Was wäre wenn ich nicht diejenige bin, die ihrem Sohn all die nötigen Haushaltstipps beibringt? Wäre ich dann keine gute Mutter? Sind das vielleicht nicht mehr UNSERE Werte, sondern die der „alten“ Generation? Setzen wir uns wohlmöglich vollkommen umsonst unter Druck?

Wie wäre es, wenn ich diejenige bin die ihrem Sohn zeigt, wie das Leben riechen kann, wie er seinen Schmerz verarbeitet, wie er lernt glücklich zu sein und zu tanzen, eben die Person mit der er Nachts auf den höchsten Punkt klettert und seine Träume in die Welt hinaus schreit?! Wenn ich ihm zeige welche Farben diese Welt zu bieten hat, könnte ich die sein die ihm beibringt, dass es sich lohnt mit den Farben der Träume dieses große, manchmal dunkle, Kunstwerk ein wenig bunter zu malen. Darüber könnte ich nachdenken, dass wäre was für mich, denn ich würde das was meine Oma mir mit ihren Möglichkeiten versucht hat zu vermitteln, einfach auf meine Art weitergeben.

„Narben vergehen nicht, aber sie werden Farben“

Eine liebe Leserin schickte mir diese Worte und hinterher sendete sie den lieben Hinweis:

„Benutz bunte Farbe, dann wird es schöner“.

Ja ich benutze bunte Farben, ausschließlich. Mein Schmerz hat sich verwandelt und ich habe gelernt damit zu malen. Mittlerweile male ich kleine Kunstwerke die in meinem Kopfmuseum hängen und mich erinnern an Gewesenes und Kommendes. Das Schreiben hat meinen Gefühlen Raum gegeben Farben zu entwickeln von denen ich nie geahnt hätte das diese existieren können.

Ich bin längst nicht perfekt, dass weiß ich sehr wohl, doch muss ich es überhaupt sein?! Haben wir viel zu hohe Ansprüche? Ich würde mir wünschen, dass wir all die Ansprüche auf den Müll kloppen könnten und endlich dazu stehen was wir am besten können, zu lernen uns zu reflektieren und zu akzeptieren als der Mensch der wir sind, nicht mehr und nicht weniger.

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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