Lieber Samuel, ein Brief an meinen Sohn!


Mein liebster Schatz,

vor fast 8 Monaten bist Du Teil dieser Welt geworden. So lang ist es schon her, dass du das Licht der Welt erblickt hast. Eigentlich wollte ich für dich längst diese Zeilen geschrieben haben. Schon zu deiner Geburt wollte ich mich hingesetzt haben und meine Gedanken und Gefühle niederschreiben, die ich im ersten Moment hatte, als ich dich nach meiner Schwangerschaft mir dir kennen lernen durfte.

Als du geboren wurdest haben uns viele Briefe und Glückwunsche erreicht. Ich habe sie aufgehoben damit du später mit eigenen Augen siehst, welch ein Geschenk mit dir auf die Welt gekommen ist. Leider hatte ich so viel Zeit und doch noch nicht genug um frühzeitig meine Gedanken auf Papier zu schreiben.

Mein Sohn, Mutter Sohn, Mutter und Sohn
Mein Sohn

Vielleicht hatte ich Angst, dass mit meiner Niederschrift dieser Momente, als ich dich das erste Mal sehen durfte, die Kategorie Erinnerung eintritt. Es ist verrückt, wie uns die Zeit mit dir durch die Finger rinnt. Ich denke, so geht es allen Eltern die ihre Kinder so ab göttlich lieben wie wir dich. Deine Oma sagt heute noch: für sie ist es so, als wäre dein Papa erst gestern an ihrer Hand gelaufen. Seit acht Monaten ist er selbst Vater und somit irgendwie erwachsen.

Deine Geburt war für mich nicht einfach.

Ich denke, vielleicht hing es am seidenen Faden: ob ich es schaffe dich kennenzulernen. Du musst wissen, ich hatte keine Angst. Als mir anfing, das Atmen schwerzufallen habe ich nur noch an dich gedacht und den Moment, indem wir uns nach zehn Monaten kennenlernen dürfen. Ich habe nie daran gezweifelt, dass dies nicht passiert. Vielleicht hatte ich deswegen keine Angst. Zu keinem Zeitpunkt. Als der Moment endlich gekommen war, dass ich dich in die Armen schließen durfte, konnte ich nur noch glücklich sein. Als ich dich zum ersten Mal erblickte, fing diese Liebe für dich an zu regieren. Sie hat alles eingenommen.

In diesem Moment, als du dich mit deinem kleinen Körper in vollem Vertrauen an mich schmiegtest so warm und so vollkommen wusste ich zum ersten Mal in meinem Leben was es heißt bedingungslos zu lieben. Es gab in meinem Leben zu keinem Zeitpunkt weniger Fragen, als in diesem perfekten Moment.

Ich habe alle Schmerzen vergessen, alles Schlechte ist geweicht, aber alles andere ist präsent wie eh und je.

Oft ist es auch schwer mit dir, lange hatten wir keine richtigen Nächte mehr und manchmal bin ich etwas genervt von dir. Ich denke, das ist okay so, denn an meiner Liebe zu dir wird jedes Gefühl nie etwas ändern.

Ich möchte dir, mit all meiner Menschen möglichen Kraft die Welt zeigen und dir ein Vertrauen schenken, dass es dir ermöglicht dieser Welt offen zu begegnen. Noch hast du überhaupt keine Idee von der Dimension „Welt“, aber irgendwann wird der Moment kommen in dem dir vielleicht dein eigenes, dir aufgebautes Vertrauen in die Welt schwindet. In diesem Moment wird sich zeigen ob ich versagt habe oder aber ob die Liebe deiner Mutter manchmal Berge versetzen kann.

Ich wünsche mir, das ich dir vor allem eins mit auf den Weg geben kann: Die Liebe ist die Sprache des Herzens. Sie ist weitaus mehr, als nur ein Gefühl der Menschen! Manchmal schafft sie es Mauern zu brechen und neue Wege zu Pflastern. Vertrau ihr! Lebe sie wann immer du die Chance dazu hast. Nehme sie, wie sie ist! In der Gewissheit, dass es passieren kann, dass sie dich enttäuscht.

Am Ende unseres Weges sind wir ohne Liebe nie etwas gewesen!

Hier und heute weiß ich, dass ich als deine Mutter nicht perfekt bin. Ich bin selbst noch jung. Zwar stehen wir jeden Tag aufs neue mit dem Ziel auf unser Bestes zu geben. Tag für Tag ist es unser oberstes Ziel. Manchmal klappt es gut. Manchmal weniger gut. Trotzdem! Es ist das schönste mit dir Leben zu dürfen. Du hast uns verändert. Unsere Sicht auf die Welt.

Nun sind wir frei.

In tiefster Liebe, Deine Mutter!




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