Mittwochsfrage | „Nun, wen soll ich denn jetzt am Sonntag wählen?“

Die Bundestagswahlen stehen an und wen wähle ich?

Die Bundestagswahl steht an. Am Sonntag, dem 24.09.2017 ist es nach vier Jahren wieder so weit – eine neue Bundestagsregierung wird gewählt und mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit wird es nicht zu meiner Euphorie ausfallen. Bereits der Wahlkampf in Amerika hat uns Menschen gezeigt, wie überraschend Tatsachen Realität werden können. Politische Gegebenheiten, die wir nie – wirklich niemals, für möglich gehalten hätten.

Oder hättet ihr wirklich gedacht, dass am Ende Donald Trump das Rennen macht? Ich nicht und ich hätte sogar mein letztes Hemd darauf verwettet. Um so wichtiger ist es bei unseren Wahlen 2017 hier in Deutschland erst einmal hin zu gehen. Sein Kreuz zu setzen. Sich für die Belange, die einem wichtig sind einzusetzen. Sei es rot, grün, schwarz oder gelb. Am Ende zählt meiner Meinung nach nur, dass es nicht braun ist.

Doch auch dazu möchte ich Euch gerne erklären warum es mir Sorgen macht. Warum mir der Zuspruch der AFD, begründet aus unserer deutschen Geschichte, Angst, vielleicht aber auch eher Kummer bereitet.

Lange Zeit habe ich mich in meinem Geschichts-Leistungskurs mit der Rolle der NS in Deutschland befasst. Wir haben Hitler nicht nur einmal analysiert. Es gab als Themenschwerpunkt sicherlich nicht nur eine Rede von ihm, die wir auf den Kopf gestellt haben, denn eins ist sicher: Er war ein guter Redner. Ein spitzen Rhetoriker. Nichtsdestotrotz sah ich im Abitur die Masse an Thematik über die Nationalsozialistische Zeit sehr kritisch. Irgendwie fühlte es sich „zu viel an„. Oft kritisierten wir Schüler den Unterrichtsinhalt, da wir uns beinah ein ganzes Jahr lang mit der Geschichte um den zweiten Weltkriegs auseinandersetzten.

Aktuell befasse ich mich mit den Bundestagswahlen und wer nun meine Erst- und Zweitstimme bekommen wird. Ich bin mir nicht sicher. Nach wie vor weiß ich nicht wirklich, wen ich wählen soll. Nie war ich mir so unsicher bei einer Wahl, wie bei dieser, denn eins kommt in meinen Augen nach wie vor zu kurz – Familien! Die Welt ist angespannt. Viele machen sich Gedanken, um die Innere Sicherheit. Fühlen sich aufgrund der vielen Flüchtlinge vernachlässigt und unfair behandelt. Einige sehen IHR soziales Netzwerk nach hinten angestellt, denn da sind ja nun Menschen, die es eher zugesprochen kriegen, als wir – die Deutschen. Aber Fakt ist, die unteren 40% sind noch weiter runter gefallen. Haben sogar weniger verdient als zuletzt 1995. Ob es das Andere nun wahr ist oder nicht, das sei hinten angestellt. Fakt ist – für manche Menschen fühlt es sich ungerecht an und das müssen wir ernst nehmen, denn eine Partei nutzt eben jene Unzufriedenheit für sich aus!

Genau hier fängt es an, dass ich beklommen feststelle, dass sich DAS, was aktuell passiert sehr vertraut liest. Ich weiß nicht, ob bekannt ist, wie Hitler damals an die „Spitze“ der Regierung kam. Ob bekannt ist, dass er nicht von einem auf den anderen Tag, der Diktator war, wie ihn viele sicherlich heute in Erinnerung behalten haben. Nein! Ganz im Gegenteil. Zu Beginn stellte er den sympathischen Freund und Helfer für die Bevölkerung dar. Er setzte da an, wo es keine andere Partei tat – beim SCHMERZ der gebeutelten Deutschen.

Schauen wir auf unsere Geschichte

Die deutsche Bevölkerung hatte damals, nachdem Ende des ersten Weltkrieges viel einstecken müssen. Sie hatten sich einer Regierung angenommen, die sie nie wollten. Die Weimarer Republik – 1918 bis 1933, stellte für viele Menschen in der Bevölkerung eine Farce da. Eine aufgezwungene parlamentarische Demokratie unter der es den Menschen schlecht ging. Nach der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 stellte sich nun also die erste richtige Demokratie in Deutschland ein. Doch gut ging es den Menschen in ihr nie.

So kämpfte sie in den Jahren von 1919 bis 1923 mit den Kriegsfolgen des ersten Weltkrieges. Schaffte es sich dennoch um die Zeit von 1924 bis 1929 relativ zu stabilisieren, um am Ende durch die Weltwirtschaftskrise 1929 den Groll der Bevölkerung nicht länger von sich weisen zu können und so den Weg für die Nationalsozialisten frei zu machen. HIER SETZT Hitlers Wahlprogramm an.

Er versprach den Menschen, dass es ihnen wieder besser gehen würde, dass die hohe Arbeitslosigkeit ein Ende finden würde, das Deutschland wieder aufstreben würde. Sie gleichberechtigt seien und keine Friedensverträge als einziges Land mehr begleichen müsse. Er forderte einen gesunden Mittelstand. Im Grunde sagte er den Menschen – ich nehme Euch ernst. Der „Erlöser des deutschen Volkes“.

Ich denke nicht ohne Grund wird bei diesem Wahlkampf oft betont, dass es uns gut geht. Nur leider ist dies nicht so, liebe Frau Merkel. Ihnen geht es vielleicht gut. Der Wirtschaft geht es vielleicht so gut wie nie zuvor, aber was ist mit unseren unteren 40% der Bevölkerung? Ist es nicht so, dass es vielen Menschen so schlecht geht wie nie? 

Leute, die hinten überfallen. Kinder, die zur Tafel gehen, um etwas warmes zu Essen zu bekommen. Menschen, die kein Geld für Bildung haben. Unschuldige, oder aber auch Strafgefangene die zu „unrecht“ oder viel zu lange in U-Haft sitzen und ihre verschärften Gesetze abbekommen.

Mit Sätzen „Uns geht es so gut“ ist DIESEN Menschen leider überhaupt nicht geholfen. Es bringt uns nichts darauf zu plädieren, dass es uns noch nie so gut ging, wie je zuvor, wenn es Menschen gibt, die dabei hinten überfallen. Damit möchte ich gar nicht für irgendeine Partei plädieren.

Ich möchte einfach nur sagen, dass egal was ist, wir nicht wegen unserer Unzufriedenheit die rechte Ecke stärken sollten, denn schneller als einem manchmal lieb ist, entwickelt sich ein unaufhaltsames Drama.

Denn, was geschah mit Hitler? Er stellte ein Wahlprogramm auf, dass die Bevölkerung liebte. Denn nicht zu vergessen – die ersten Jahre seines politischen Werdegangs erfreute er sich großer Beliebtheit. Einige seiner Wählerstimme verzeichnete er aus dem ehemaligen Lager der Nichtwähler. Die Mehrheit allerdings aus der konservativen und liberalen Gesinnung. 1928 erreichte er zum ersten Mal 2,6 Prozent der Wählerstimmen. Im September 1930 – gerade einmal zwei Jahre später, wuchs diese Zahl bereits auf 18,3% an. Um 1932 stärkste Partei mit 37,4% zu werden. Gestützt durch so viel Zuspruch forderte Hitler nun endgültig die Ernennung zum Reichskanzler. Nach ein paar unerwarteten Wendungen kam es aber dann am 30.01.1933 zur Ernennung von Hitler zum Reichskanzler. Heute bekannt als der Tag der „Machtergreifung“ Hitlers.

Glaubten die Menschen zu jenem Zeitpunkt noch, dass dieser Mann ihnen nicht gefährlich werden würde, müsste spätestens einen Monat später klar gewesen sein, zu welchen Greueltaten die SS und SA fähig gewesen sind. Schon bald würde es zu Taten kommen, die mir noch heute das Blut in den Adern vor Traurigkeit und Entsetzen menschlicher Abgründe gefrieren lassen.

Fazit?

Fassen wir die geschichtlichen Ereignisse ein wenig zusammen wird schnell klar, dass sich viele Dinge ähnlich aufstellen lassen. Die Menschen sind unzufrieden. Vor allem Menschen denen es richtig gut geht, haben Angst etwas zu verlieren. Menschen denen es sehr schlecht geht fühlen sich im Stich gelassen und nicht beachtet. Viele Nichtwähler gehen aktuell wählen. Viele einst konservative schwenken um zu einer anderen Partei.

Es ist sind unruhige Zeiten, aber wir können es auch als Chance sehen, dass wir dazu gelernt haben. Wir dürfen die Geschichte nicht noch einmal geschehen lassen. Vielleicht ist es der falsche Weg immer und immer wieder darauf zu plädieren, dass es uns gut geht, wenn einige Menschen sich so stark wehren? Wir sollten nicht die Lösung suchen. Wir sollten erst einmal die Situation ernst nehmen.

Ich finde, wir sollten uns unsere Demokratie nicht kaputt machen. Sollten nicht, weil wir Angst vor Terror haben, selbst zu Terroristen werden. Also lasst nicht zu, dass sich unsere Geschichte vielleicht wiederholt!

Bitte geht WÄHLEN und setzt euer Kreuz am kommenden Sonntag!

 

Bitte!

 

Ihr seit Euch auch noch unschlüssig? Gerne würde ich Euch die aktuelle Ausgabe des Spiegels ans Herz legen, da ist ein sehr großer und informativer Teil über die aktuellen Wahlen enthalten. Zudem habt ihr die Möglichkeit den Wahl-O-Mat zu nutzen und zu schauen, welche Partei euch am nähsten ist. Ich persönlich finde DeinWal allerdings etwas besser, da hier geschaut werden kann, wie die jeweilige Partei abgestimmt hat. Ggf. so wie Du?

Zudem habt ihr noch die Chance den Sozialomat zu testen und bei der lieben Alu von Großeköpfe findet ihr viele sehr interessante Links zu Beiträgen, die sich mit der diesjährigen Wahl auseinandersetzen.

 

In diesem Sinne, habt es fein!

Alina

 

 

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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