Ich denke zurück: Darum lohnt es sich an seinen Träumen dran zu bleiben!

Was wäre wenn das Leben voller unbegrenzter Möglichkeiten wäre und wir von 0 anfangen könnten?
Wo wärest du dann heute?

Träume1

Dieser Beitrag ist ein richtiger Herzensbeitrag. Schon so lange überlege ich wo ich eigentlich mit meinem Leben hin will. Was ich will und ich neben meiner Mutter Rolle für mich erreichen möchte – in meinem Leben. Ich habe meinen Sohn bekommen, als ich meine erste Ausbildung gerade abgeschlossen hatte und nicht mehr überlegen konnte was für mich eigentlich, als nächstes ansteht. Nun sammle ich meine ersten Berufserfahrung und merke so allmählich: Ich liebe was ich tue, aber es ist inzwischen kein Herzensprojekt mehr.

Ich stumpfe gedanklich ab

Ich stoße an meinen Intellektuellen Horizont. Immer und Immer wieder merke ich das. Ich merke wie ich Dinge ausdrücken will, aber es mir nicht auf die fachlich fundierte Weise gelingt, wie es noch funktionierte, als ich mitten im Lernprozess steckte. Das ist schwer zu ertragen, denn ich bin noch nicht am Ende dieses Lern – Weges angekommen. Dieser Weg hört sicherlich nie auf, aber ich merke, dass ich neuen Input brauche um dran zu bleiben. Neue Ziele erschaffen, neue Wege ausprobieren. Ich könnte direkt in eine Buchhandlung laufen und los geht s, aber mein Beruf raubt mir Kraft. Er fordert mich – emotional. Die Schichtdienst schlauchen mich, neben meiner Rolle, als Mutter. Manchmal merke ich wie ich mein Leben an der Haustür abgebe, wenn ich den ersten von sechs Diensten beginne.

Ich merke wie ich Träume habe

Oft stelle ich mir vor wie ich an einem offenen Fenster an meinem kleinen Häuschen am See sitze, in der Nähe von Hamburg und mir eine Auszeit nehme. Auszeit um zur Ruhe zu kommen. Auszeit um neue Gedanken zu sammeln. Auszeit um neue Ideen für meinen neuen Roman zu bekommen. Ich sitze oft hier und lese, halte mein Buch in den Händen und frage mich: wie es wohl wäre wenn, wenn ich diejenige wäre die dies geschrieben hätte. Ich diejenige die den neuen Text in der Brigitte veröffentlicht hätte. Heute weiß ich eher wo ich mich sehe. An welchem Beruf ich etwas verdienen könnte und trotzdem spaß hätte. Ich bin damals ziemlich blauäugig ins Leben hinein gestolpert.

schreiben

Ich habe damals Entscheidungen getroffen die mich nachhaltig beeinflusst haben, denn ich habe gelebt anstatt zu lernen. Ich habe immer den Moment vorgezogen, anstatt das Nachhaltige. Habe die Geschichtsbücher in die Ecke geworfen, wenn draußen das Leben tobte. Es hat sich in meinen Noten bezahlt gemacht. Manchmal hatte ich selbst den Eindruck, dass ich damals noch nicht bereit fürs Abitur gewesen bin. Ich wusste überhaupt nicht wo meine Reise des Lebens hin führen sollte. Kannte mich selbst noch nicht. Ich wusste nichts vom Leben und schon gar nicht wusste ich zu diesem Zeitpunkt, ob ich einen akademischen Weg einschlagen wollte oder den kürzeren mit Ausbildung, Berufserfahrung und Familie. Nichts wusste ich von diesem Teil des Lebens. Nur das ich Spaß haben wollte. Der Spaß durfte nicht zu weit weg stattfinden, denn meine Eltern wollte ich immer in meiner Nähe wissen. Ich hatte Angst mich zu lösen. Hatte bei jeder Fahrt ohne sie unerträgliches Heimweh und sehnte mich nach meinen geliebten Eltern. Schlussendlich auch noch auf meiner Abschlussfahrt des Abiturs.

Ich hatte immer Heimweh

Inzwischen glaube ich, dass auch dieses Gefühl zeigte, dass ich noch nicht bereit war eigene große Entscheidungen zu treffen. Ich konnte mit 19 Jahren nach Beendigung eines schlechten Abiturs mit einem NC von 3,7 nicht darüber urteilen was ich gerne ein Leben lang werden wollen würde. Deswegen entschied mich für viele Wege. Bewarb mich für alles was es in deutschen Hochschulen angeboten wurde und wollte letztendlich nach Hamburg gehen um dort Event Managerin zu werden. Ich schickte viele Bewerbungen raus und bekam viele Einladungen zu Vorstellungsgesprächen.Ich machte mich alleine auf in dieses unwahrscheinlich große Abendteuer. Wagte neue Wege und ließ mich überraschen – was dort auf mich warten würde.

Kölner Hauptbahnhof

In Köln setze ich mich in den Zug und fuhr in mein ganz persönliches, eigenes, kleines Abenteuer. Ich fühlte mich groß, denn zum ersten Mal in meinem Leben wagte ich mir vollkommen unbekannte Weg ganz alleine. Meine Eltern ließen mich. Sie stützen mich aus der Ferne, aber waren da, wenn ich sie brauchte. Sie ließen mich los und ich ließ es zu. Endlich war ich bereit dazu neue Schritte zu wagen und fand so zu diesem Zeitpunkt erstmalig ein Stück zu mir selbst. Hamburg eröffnete mir neue Möglichkeiten. Zeigte mir neue Steine, neue Wege voller Farbe und Lebenswillen. Ich genoß die Atmosphäre die in dieser Stadt herrschte. Der Kiez, die Alster, die Menschen alles war so neu für mich, doch vom ersten Anblick an verliebte ich mich in diese Stadt.

Als wäre ich zum ersten Mal zu Hause angekommen

Noch heute denke ich oft an diese magische Zeit zurück. An diese Zeit ohne Heimweh, obwohl ich alleine war ohne meine Familie, ohne Job und ohne Geld, aber Hamburg hat mich gefesselt – bis heute. Sobald ich von Ina Müller das Lied nach Hause höre bekomm ich Gänsehaut am ganzen Körper, Schmetterlinge, nassen Augen. Ich erinnere mich dran wie ich allein am Hafen stand, in Mitten dieser Lichter, dieser lauten Schiffsgeräusche und das Leben so unbeschreiblich intensiv in pochen spührte wie nie zuvor. Ich hatte das Gefühl, dass dort an diesem Punkt der Welt die Freiheit einen Namen trägt ohne es zwanghaft zu wollen. Zum ersten Mal in meinem Leben verstand ich was es bedeutet durchzuatmen. Es war mein Moment.

Hamburg

Leider ergab sich nichts und ich ging nach drei Reisen in diese Stadt leer aus und verabschiedete mich erst einmal von dem Traum Teil dieser Stadt zu werden. In Köln schaute ich nach vorne. Ging dem Rat meines Vaters nach in der Krankenpflege Fuß zu fassen und mich nach einem passenden Job umzuschauen. Gutes Geld, Interesse für das Fachgebiet und ich habe erst einmal etwas in der Tasche – so der Plan. Ich durchlief meine Ausbildung und war im praktischen immer einer der besten. Dieser Beruf schien mir vom ersten Tag an auf den Leib geschneidert worden zu sein. Ich hatte diese Liebe für die Menschen. Die Begabung mit dem Wesen Mensch zu arbeiten – auf angenehme Art und Weise. Nicht von oben herab, nicht hastig – nein, ich konnte pflegen und liebte es den Menschen in seiner wohl schwersten Phase zu begleiten. Doch dann stieß ich ohne es zu erwarten immer öfters an meine Grenzen. Personelle Unterbesetzung ließ mich Zeit schinden am Arbeitsmaterial Mensch. Ich wurde schnell und ungeduldig. Zu viel Arbeit – auf zu wenig Zeit verteilt. Es beeinträchtigte meine Art auf die Menschen zu – zu gehen. Und am Ende eines Tages kamen schwere Geschichten hinzu die ich erst einmal lernen musste in mein Leben zu integrieren.

Hand

Auch in der Pflege gehen die Geschichten der Menschen nicht spurlos an einem vorüber selbst wenn man es so gut wie möglich lernt und probt, sind auch wir am Ende einer Schicht nur Menschen. Doch statt Berufserfahrung zu sammeln wurde ich Mutter und ging direkt wieder aus dem Beruf raus. Nach vier Jahren Pflege ging ich also schon wieder einen neuen Weg und lernte diesen zu pflastern.

Ich nahm mich zurück und gewann an Lockerheit

An Lebensqualität und Frohsinn. Mit der Rolle als liebende Mutter kam jedoch auch wieder die Frage nach der eignen Selbstliebe. Nach eigenen Träumen. Die Liebe zu meinem Sohn, seine Augen mich anzuschauen, als wäre ich das wertvollste, dass diese Welt bereit hält zeigt mir Tag für Tag mein Potential und auf einmal stoße ich an Grenzen. Merke wo mein Intellektueller Horizont stockt, wo er letztendlich aufhört, weil ich damals nicht weiter ging. Ich fühle mich geistig leer, un-ausgelebt mit so viel mehr Potential für meinen Lebensweg. Über diese tiefe Liebe meines Sohnes baut sich eine Brücke unmittelbar zu meinen tiefsten Sehnsüchten und der Frage nachdem: was wäre wenn,

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Ich stelle mir vor wie ich an einem kleinen Flußufer sitzte, an einer kleinen Brücke und schreibe. Mein Buch, meinen Blog, meine Begabung die noch so unausgereift zu seinen scheint, aber nach so viel mehr lechzt. Am Ende sehne ich mich nach einer großen akademischen Vita, aber nach einem Leben das wiederspiegelt wer ich war, welchen Platz ich einnahm und das ich dafür einstand das zu Leben was man von Herzen liebt. mein Herzenswunsch ist eine große eigene Familie mit vielen kleinen Patricks und Alinas, die irgendwann einmal die Welt ein Stück heller leuchten lassen, so wie alle Kinder, aber wenn ich nicht mehr bin möchte ich ihnen die Stärke mit auf den Weg gegeben haben, dass es sich lohnt für seine Träume einzustehen und sie immer an dem Festhalten sollen was sie lieben, denn diesen Weg ist ihre Mutter auch immer gegangen.

Ich war damals noch nicht bereit den Ernst einer guten Schulbildung zu begreifen. War durcheinander und unschlüssig was so vieles zu bedeuten hat. Ich möchte mit meiner eigenen kleinen Geschichte ein Zeichen setzen, das es sich lohnt an was dran zu bleiben auch, wenn man nicht weiß wo es einmal hinfüren wird. Doch ich möchte auch sagen, dass wenn man eine Chance verpasst hat es nicht heißen muss, das sie nie wieder kehrt man muss dran bleiben und darf nie aufhören an das zu glauben was man von Herzen liebt.

Bis dahin werde ich weiter träumen und auf die Komik des Lebens mit einem breiten Lächeln antworten:

Sagen sie woher kommen sie eigentlich, also aus welchem Teil Deutschlands ?

Aus Köln, war immer hier.

Ach verwunderlich, sie klingen so verdammt Norddeutsch.

 

Und was sind eure Träume?

In liebe Eure AlinaBildrechte Pixabay.com & Alina S.

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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

6 comments

  1. Hallo liebe Alina,

    auch ich kann deinen Text und deine Wünsche sehr gut nachvollziehen. Ich glaube jeder Mensch hat die Sehnsucht immer wieder etwas neues auszuprobieren und neuen Träumen nachzulaufen. Wir Menschen sind einfach so, wir schließen niemals mit der Zukunftsplanung ab aber auch aus dem guten aber einfachen Grund, das die Zukunft uns immer wieder mit neuen Herausforderungen überrascht. Natürlich haben wir es letztendlich auch ein stückweit selber in der Hand, doch wer sagt uns das diese Entscheidung die richtge ist? Niemand! Aber wer will das auch? Es wäre ja auch langweilig und man würde aus den Fehlern nicht lernen, die man gar nicht erst begangen hätte. Doch eine Sache ist doch dabei zu bedenken. In einer Familie gehören nunmal mindestens zwei dazu, mit verschiedenen Träumen, verschiedenen Wünschen, verschiedenen Ansichten. Man sollte nicht nur die Wünsche und Träume des Partners verfolgen, aber letztendlich passtman sich an, findet Kompromisse für eine gemeinsame Zukunft die doch, s0 denke ich mal, der größte Wunsch und Traum beider ist sonst hätte man den GEMEINSAMEN Traum einer Familie gar nicht verfolgt. Versteh mich nicht falsch, ich bin ganz deiner Meinung aber wie willst du alles vereinbaren würde mich interessieren? Würdest du dem Traum nach Hamburg immer hinterher trauern? Würde es dich unglücklich machen? Was ist wenn der Partner einen anderen Traum hat?

    Ich freue mich auf deine Antwort.

    Liebe Grüße dein größter Kritiker 😉

  2. Ich kann deinen Text absolut nachvollziehen. Ich wusste nie welchen Weg ich gehen soll, habe irgendeine Ausbildung gemacht und zeitnah eine Familie gegründet. Wenn mein zweites Kind da ist, werde ich beruflich nicht weit kommen und ich weiß, dass ich etwas neues möchte, nur habe ich keinen Plan in welche Richtung es gehen soll. Jetzt habe ich erstmal Zeit für mich und bin gespannt, was das Leben noch bereit hält.

    Ich wünsche dir, dass du deine Träume verwirklichst, denn etwas besseres kann man im Leben nicht haben.

    Alles Gute Sina

  3. Mir ging es ähnlich. Wegen des NCs konnte ich nicht Journalistik studieren. Also habe ich mich für ein anderes Fach entschieden und dem Journalismus immer ein bißchen hinterhergetrauert.
    Jetzt nach dem dritten Kind habe ich mir den Traum doch noch erfüllt und mache ein Fernstudium.
    Alles Gute für Dich. Wenn Du nicht aufhörst zu träumen, dann schaffst Du das, was Du Dir vorgenommen hast!

  4. Ein ganz toller Beitrag!

    Ich bin selbst Altenpflegerin und was du schreibst, spricht mir aus der Seele.
    Ich habe auch zu wenig für die Schule getan und direkt nach meiner Ausbildung eine Familie gegründet. Jetzt stehe ich ebenfalls vor der Frage: Wie geht es weiter?
    In der Pflege sehe ich meine Zukunft jedenfalls nicht.

    Dein Text gibt mir ein bisschen Hoffnung, dass ich vielleicht noch mal irgendwann einen anderen Weg für mich finde. Danke dafür 🙂

    Liebe Grüße, Biene

    1. Liebe Bine,

      das freut mich zu lesen. Wie ich auch schon in meiner „Über mich“ Seite schrieb: Vielleicht können wir uns einfach ein wenig die Hand reichen und einen Stück gemeinsam gehen bis wir es alleine schaffen.

      Ich glaube auch du wirst deinen Weg gehen. Manchmal lohnt es sich etwas vollkommen neues anzuvisieren um irgendwann glücklich mit dem zu sein was man macht.

      Fühl dich von Herzen umarmt

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