Haushalt, Job und Familie: Mama-Alltag-Blogparade

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Weißt du wer du bist und wenn ja wie viele?

Diese Frage habe ich mir in letzter Zeit oft gestellt, da ich immerzu zu hören bekam: „Das kannst du noch machen und dies fehlt noch, vielleicht schaffen andere Mütter ihre Sachen doch besser“ und so weiter und so fort. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man als Mutter nie zur Ruhe kommen darf. Durch Zufall bin ich über diese Blogparade von mamasmaeuse gestoßen und habe sofort verstanden: nicht nur mir geht es so und das ist ein verdammt erleichterndes Gefühl. Es tut gut zu wissen: Wir alle ziehen an einem Strang.

Der Tag hat nur 24 Stunden und in denen müssen wir Haus und Hof, Kind und Kegel und am besten noch uns selbst gerecht werden. Schließlich haben wir nicht nur die eine Rolle, als Mutter nein viele weitere schließen sich ihr an. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen ebenfalls bei dieser, zurzeit sehr gut in mein Leben passenden Blogparade mitzumachen und meinen Alltag mit Kind nieder zu schreiben. Für all jene die meinen Blog verfolgen ohne selbst Blogger zu sein, möchte ich kurz erklären was ich hier nun schon wieder tue: Eine Blogparade ist eine Veranstaltung unter Bloggern. Von einem Blogger, in unserem Fall von mamamaeuse, wird ein Thema vorgeschlagen und veröffentlicht. Andere haben nun die Chance sich ebenfalls zu äußern und sich unter ihrem Beitrag mit einem Kommentar zu verewigen. So sieht sie wer alles teilnimmt und kann sich andere Beiträge durchlesen. Je mehr mitmachen, desto eine bessere Sichtweise bekommt man auf die Thematik und desto größere Kreise zieht es. Es bietet sich die Möglichkeit das Thema bekannt zu machen.
Da ich besonders in letzter Zeit vermehrt das Gefühl bekommen habe selbst zu kurz zu kommen, habe ich alle Texte mit großer Freude verfolgt und festgestellt, das sich jeder über die begrenzte Zeit in einem Tag ärgert bzw. versucht so gut es eben geht in dieser Zeit den Tätigkeiten als Mama und Co nachzukommen. UND NEIN damit meine ich nicht mit anderen Müttern im ständigen Kaffeeklatsch Austausch zu sein. Ich finde meine Ausgangsfrage über die ich eigentlich gerade schreiben wollte: Weißt du wer du bist und wenn ja wie viele, passt so gut in diesen Kontext, das ich mich neu orientiert habe und nun offiziell an der Blogparade teilnehme.

Kurz zu mir und meiner Person, eine von 600 anderen Rollen in meinem Alltag =): Ich bin Mama Alina, 25 Jahre jung, habe seit nun fast 8 Monaten einen kleinen Sohn namens Samuel Phillip. Er ist das süßeste Geschöpf auf Gottes grüner und nicht grüner Erden, wie wohl jede Mutter von seinem Kind behaupten würde. Noch bin ich in Elternzeit, Blogge dafür nun aber seit gut einem Monat für buggyFit über meine Erfolge beim Abnehmen und Sportlich werden. Es ist kein Job sondern eher ein Hobby, da ich seit ich denken kann Stift und Papier in den Händen halte und irgendwelche chaotischen Gedanken niederschmettre. Dennoch würde ich im Moment behaupten, dass es mehr Zeit einnimmt, als nur ein Hobby. Es hat sich zu mehr entwickelt in der letzten Zeit, da ich meine Seite großzügig erweitert habe.Viele zusätzliche Dinge die ich auf dem Herzen habe sind dazu gekommen. Es schließt nicht aus, dass das was ich tue nicht mit vollstem Herzen getan wird, ICH LIEBE ES-sonst würde ich es nicht tun, aber es ist nicht mehr die Zeit die ich zum Abschalten nehme.

Zeit ist leider nicht im Übermaß vorhanden und es gibt auch noch keine Funktion, so wie bei vielen anderen Dingen, die bei Amazon Prime zu bestellen sind und über Nacht geliefert werden. Ich stelle es mir so vor: am nächsten Morgen sitzt sie an deinem Bett-die Zeit und stellt sich dir zur Verfügung: „ Guten Morgen Frau S. Sie haben gestern bei Amazon den Artikel Zeit über Nacht bestellt. Heute stelle ich mich einen ganzen Tag für nur 24 Euro zur Verfügung. Sie sparen so mit 0,99 Cent. Nutzen Sie mich dort wo Sie mich am meisten benötigen, anschließend würde ich mich über eine Bewertung sehr freuen. Vielen Dank. Ihr Artikel Zeit- den Kaffee habe ich Ihnen hier angerichtet.“

Des Öfteren komme ich in eine sogenannte Patsituation und frage mich: „Wem werde ich nun eigentlich zuerst gerecht? Mir oder allen anderen?“
Natürlich meinem Kind, das bleibt außer Frage. Aber danach? Welche Rolle verdient es mehr Aufmerksamkeit zu bekomme? Die als: Freundin, Köchin, Putzfrau, Klofrau, Mädchen für alles, Schwiegertochter, Tochter, Bloggerin oder doch der als Nachbarin? Noch bin ich nicht im Job also fällt der Part als Krankenschwester=Mädchen für alles weg. Vielleicht denken sich die ein oder anderen gerade auch: „Haaaaaaaallo??? Die hat doch nur ein Kind und ist dazu noch in Elternzeit- soll die sich mal nicht so anstellen.“ Doch auch die Mütter und damit spreche ich für alle Mütter die sich in einer vollkommen neuen Situation nun befinden mit nur einem Kind und in Elternzeit sind- Sind Mütter aus Leidenschaft und wie bei allem im Leben: Wenn du etwas liebst gibst du dein ganzes Herz und das Bedarf des Öfteren über sich hinaus zu wachsen. Wenn ich wieder arbeite muss man sich einfach nur die Arbeit an meinen Tag mit ran denken, denn ich werde überwiegend mit Nachdiensten wieder einsteigen. Ich bekomme ein paar Stunden am nächsten Tag dann Hilfe, so dass ich schlafen kann, weil mein Sohn noch nicht in die Kita mit einem Jahr kommt. Möchte die Stadt ja auch nicht so gerne, deswegen bekommt man nun geschlagene 150 Euro Betreuungsgeld pro Monat. Mensch da überleg ich mir das nochmal mit dem wieder arbeiten aber erst nochmal. Der Artikel der den Anstoß für diese Blogparade geliefert hat verlangt wohl, dass Mütter noch mehr arbeiten sollten. Darauf würde ich mir am liebsten jetzt zu so früher Stunde schon gerne einen trinken, warum? Ach weiß nicht die Realität ist so realistisch, findet ihr nicht?

Doch jetzt fangen wir mal an.

Mein Alltag, als Mutter und Frau von Welt:

1.30 Uhr: Von der anderen Seite des Zimmers beginnt die Sirene des Kindes langsam anzugehen. Vielleicht habe ich noch ein zwei Minuten bis er sich meldet- ich drehe mich gemütlich noch einmal in meine Kissen. Schade nein, es ist so weit, er beginnt zu schreien. Gequält hieve ich meinen astral Körper mitten in der Nacht aus dem Bett und begebe mich zu meinem Kind der Liebe. Ich nehme ihn behutsam aus seinem Bettchen wiege ihn hin und her, schiebe den Schnuller rein, klopfe drauf, er guckt mich mit großen Erwartungsvollen Augen an. Ich kann seine Gedanken förmlich hören: „Was macht Mama jetzt schönes mit mir? Juhuu Mama, Mama, meine Mama.“ Ich schließe die Augen, damit er nicht auf falsche Gedanken kommt, denn zum Denken ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Minimänner. Leise sage ich: „pssss, psss“. Drücke ihn fest in meinen Arm und begebe mich gemeinsam mit ihm auf meine Seite des großen Familienbettes. Ruhig schläft er auf meinem Arm wieder ein.

2.00 Uhr: Er findet so langsam wieder in den Schlaf, ich versuche ihn behutsam von meinem Arm herunter zu befördern und in die Mitte des Bettes zu legen. Sirene geht an. “ ähhhm äähhhm“ kommt es nun aus der Mitte, hektische Bewegungen nach links und rechts schließen sich dem Geräusch an. Ich schnappe ihn mir und gebe es auf mich auf meine Lieblingsseite zu drehen. Die Hüfte die auf dieser Seite zunehmend anfängt weh zu tun ignorier ich gepflegt.
3.00 Uhr:  Erneuter Versuch ihn von mir weg zu legen. Gelingt. Yeeess- ich drehe mich um. „Halleluja“ ruft die Hüfte und ich gleich mit.
4.45 Uhr:  Der Wecker von Papa klingelt, er drückt ihn auf Schlummern. Mini bewegt sich.
4.55 Uhr:  Weck…… Schlummern!
5.30 Uhr:  Papa muss aufstehen. Mama drückt Mini auf seine Seite.
6.00 Uhr:  Heftiges Gewedel auf der anderen Seite des Bettes
6.30 Uhr:  Mama zieht Mini wieder an sich heran. Beide schlummern Seelig ins Land der unbegrenzten Möglcihkeiten.
7.30 Uhr:   Mini ist nicht mehr zu halten. Mama baut Türme aus Decken und Kissen damit er nicht abtrünnig wird.
7.45 Uhr:   Irgendwas schreit in mein Ohr, zupft an meiner Nase, sticht mich ins Auge, „Aua“, tritt mich in den Bauch. Oh ein Mini auf mir drauf.
7.46 Uhr:   Mama & Mini stehen auf, zuerst an den Wickeltisch. Mini bekommt eine frische Hose, anschließend geht es mit ihm gemeinsam in die Küche. Wasser wird aufgesetzt und Kaffee gekocht. Irgendwie decke ich den Tisch mit ihm auf den Arm und versuche ihn zwischenzeitlich mal anzusetzen um in Ruhe den Frühstücksbrei aufzukochen ohne, dass er mir wieder anbrennt, weil ich nicht rühren kann. Geschrei auf der Erde. Vielleicht muss er dabei zusehen wie eine kleine Ameise von einer anderen ab-gemetzelt wird. Zumindest hört es sich so an, wie die Zeugenschreie eines Gewaltverbrechens. Das arme Kind. Der Schaden ist vorprogrammiert. Sanft rede ich auf ihn ein, dass gleich alles vorbei ist, das Mama nicht noch einen Topf kaputt machen kann vom Papa. Drei sind schon Schwarz. Er scheint kein Verständnis für die Problematik zu haben und schreit weiter. Nach 4 Minuten erlöse ich uns und nehme das völlig panische Kind auf die Arme. Mein Kaffee ist fertig. Der Brei ist heiß, aber Kind erblickt ihn und will ihn und das JETZT.
8.00 Uhr: Wir setzen uns an den Tisch aus dem Stuhl kommen hektische „öff“ Geräusche. Kind hat Hunger und will Brei, jetzt sofort. Kaffee muss warten sonst gibt es wieder Geschrei. Ich mache Obst rein um ihn abzukühlen und puste um die Wette, vielleicht wäre ich besser ein Windgott geworden
8.30 Uhr: Kind ist satt, aber auf der Erde immer noch nicht glücklich. Mama trinkt ihren Kaffee, der inzwischen ungenießbar ist, aber eh Schwarz, weil ich dünn werden will. Von daher Koffein und mehr ist irrelevant.

8.50 Uhr: Kind und Mutter machen sich fertig. Kind schreit, weil es auf den Arm will Mutter macht sich in Windeseile fertig und hat zwischenzeitlich das Bedürfnis vom Balkon zu springen, weil sie nur eine Minute Ruhe haben mag.
9.00 Uhr: Kind wird angezogen unter Protest, anschließend völlig erschöpft und MÜDE. Mutter legt es ab. Kind windet sich powert sich noch einmal aus und nicket selig ein.
9.30 Uhr: Kind und Mutter müssen los: Montags Krabbelgruppe, Dienstag Singen Spielen Bewegen, Mittwoch buggyFit- Sport mit Kind, Mama macht auch mal was für sich mit Kind, Donnerstag FREI- meißtens sind hier wichtige Termine wie Arzt, Osteopathen etc. angelegt, Freitag buggyFit- Sport mit Kind (abends 18.00 Uhr Babyschwimmen).

10.00-13.00 Uhr Kind und Mutter sind unterwegs im Kurs anschließend Einkaufen für das anstehende Mittagessen.
13.30 Uhr Kind bekommt Mittagessen. Mama beginnt danach zu kochen oder begibt sich auf die Suche nach etwas essbarem für sich.
14.00 Uhr Mittagsschlaf des Kindes. Mama bloggt, neben bei saugt sie noch schnell und fliegt einmal über alle Oberflächen
15.30 Uhr Mama ist in der Mitte des Weltbesten Textes-Kind wird wach. Mama macht Kaffee und es gibt Obst Brei dem Kind.
16.00 Uhr Die beiden gehen raus, da Kind unleidlich zu Hause ist. Vorher macht Mama eine Maschine Wäsche an.
17.30 Uhr  Papa wartet zu Hause, Maschine wird auf gehangen während Papa und Kind sich begrüßen. Eine neue wird anschließend angeschmissen
18.00 Uhr Abendbrei
18.30 Uhr Spielzeit- Heilige Zeit
19.00 Uhr Abendzeit- Flasche wird aufgesetzt, es wird gekuschelt, zusammengeräumt, Mini gebadet oder gesäubert, eingecremt, Windel neu, massiert, gesungen- zu Bett geh zeit
20.00 Uhr Mini schläft, Mama hängt die Wäsche auf, setzt sich schnell nochmal an den vorigen Artikel und versucht ihn zu Ende zu schreiben. Abgespeichert
20.15 Uhr Küche wird aufgeräumt
20.45 UhrPapa und Mama fallen auf die Couch, Wie war dein Tag Schatz?Erzähl Zeit?
21.30 Uhr Papa und Mama gehen ins Bett. Licht ist aus. Gute Nacht

Das ist mein Alltag mit Kind.
Wenn ich arbeiten gehe und das ist nun schon bald, ab Januar werde ich die Nächte als „meine“ Zeit ebenfalls aufgeben. (Wobei ich ja auch immer noch Nachts raus muss.) Ich werde anfangen nach meinem Alltag, um 21.00 Uhr zum Dienst zu gehen und dann mit einer halben Stelle Geld ins Haus kehren- trotz des üppigen Betreuungsgeldes. Da ich jetzt schon weiß wie es dann, als „richtige“ Working Mum aussieht, habe ich mich nun schon zu diesem Projekt geäußert. Zudem finde ich es wichtig, dass man sieht was eine Mama leistet, egal welche Arbeit noch hinzukommt. Ich finde der Job Mama sollte endlich mal honoriert werden und nicht erst wenn du Karrierefrau mit dem Titel Mama bist. Nein auch einfach nur so- deswegen habe ich meinen Alltag aufgeschrieben. Wir sollten neben all der Arbeit und all dem drum herum nur das wesentliche nicht aus den Augen verlieren und das sind wir selbst. Wir sind auch noch Frauen und weitaus mehr als nur eine Mutter und Working MUM. Es ist schade, dass wir so oft ins Bett gehen und uns fragen: „Wo ist eigentlich heute die Zeit für mich geblieben?“
Jetzt seid ihr gefragt! Wie sehen Eure Tage als Mama und Papa aus? Schaut auf ihrem Blog vorbei mamasmaeuse und macht euch selbst ein Bild von der Problematik. Vielleicht möchtet auch ihr zeigen, was wir machen und das wir eben doch, selbst auch nur als Mama & Papa, einen Fulltimejob haben. Ich finde es eine großartige Idee was hier entsteht. Das endlich Platz und Raum geboten wird für das was wir, als Eltern den ganzen Tag leisten, natürlich aus tiefstem Herzen und wir haben es uns alle selbst ausgesucht. Und dennoch bedeutet es irgendwo sich selbst ein Stück weit aufzugeben und das ist eine Menge. Mehr können wir am Ende dann auch nicht mehr geben. Fragt sich was sollen wir noch zusätzlich leisten damit es endlich genug ist.

Eure Alina

2 comments

  1. Wow! Du hast es großartig gebloggt!
    Ich finde es klasse, dass du noch die Zeit für Sport findest. Da muss ich absolut aufgeben. 2 Kinder, Mann und Job reiben mich so sehr auf , da finde ich da wirklich keine Zeit für.
    Ich hoffe das doch noch viele weitere angesprochen fühlen. Vielleicht finden sich ja auch Papis, die etwas zu dem Thema sagen.
    Danke, das du mitgemacht hast.
    Lg

    1. Das freut mich sehr zu hören, dass ich das Thema gut aufgegriffen habe. Es lag mir sehr am Herzen meine Meinung dazu zu äußern. Sport schaffe ich dank buggyFit- es mit dem Kind zu kombinieren und dann auch mal was für sich zu tun ist Goldwert! Natürlich klappt das nicht immer, aber es ist ein erster Schritt. Noch habe ich ja auch nur ein Kind 🙂

      Aller liebste Grüße
      Alina

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