Das Leben einer Schwangeren: Das Geschlecht des Babys !! Möchte ich es wissen?

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Für mich war in beiden Schwangerschaften von vorne rein klar: Ich möchte das Geschlecht meines Babys kennen. Um es kennen zu lernen. Mit Namen ansprechen zu können. Um eine erste Bindung aufzubauen. Irgendwie war dies in meinem Kopf mit dem Geschlecht des Babys fest verankert. Heute, wo zwei gesunde Kinder – ein Junge, ein Mädchen, die ich vom ersten Atemzug abgöttisch geliebt habe, neben mir liegen – bereue ich meine vorschnelle Entscheidung. Ich fragte mich oft, wie wäre es gewesen, wenn ich es bei meiner Tochter nicht gewusst hätte? Wenn die Sehnsucht nach einem Mädchen so groß gewesen wäre und sie mich am Tag ihrer Geburt überrascht hätte? Aber was wäre gewesen, wenn ich mich auf ein Mädchen eingeschossen hätte und am Ende, wäre es ein Junge geworden?

Natürlich das Geschlecht ist Nebensache. Und dennoch hängt mit ihm viel zusammen. Viele Eltern möchten gerne das Zimmer typisch Geschlecht spezifisch dekorieren. Sie möchten das Baby im Bauch gerne mit einem Namen ansprechen dürfen. Doch, wie ist es, wenn man nicht weiß, was man bekommt – Junge oder Mädchen. Wie fühlt sich das an? Darüber schreibt heute Jasmin vom Elternblog Familie Nimmerland, denn sie hat es geschafft und bis zur letzten Minute gewartet.

 

Das Geschlecht vom Baby ist uns nicht wichtig

Eine Schwangerschaft ist neben der Liebe meines Partners für mich so ziemlich das größte Glück auf Erden. Das Gefühl, gemeinsam etwas erschaffen zu haben, das so vollkommen ist, einen kleinen Menschen – unbeschreiblich. Ob Mädchen oder Junge, das ist dabei doch ganz egal, oder?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie aufgeregt mein Mann und ich waren. Wir waren bei meinen Eltern in Süddeutschland zu Besuch und hatten gerade unsere Verlobung bekannt gegeben, als uns täglich mehr auffiel, dass ich … nunja… anders war. Ich glaube, da hatten wir bereits so eine Vermutung. Schließlich standen wir ungefähr eine Woche später – eigentlich wollten wir bis Nikolaus warten –gemeinsam im Badezimmer und blickten auf den Teststreifen. Ich guckte zuerst, legte den Test zurück auf die Ablage und grinste. Wir hatten es ja beide geahnt, dass ich schwanger sein würde. Wenn ich an diesen Moment zurückdenke, dann sehe ich uns beide, wie in einer kleinen rosa Seifenblase, vor Glückseligkeit strahlen. Wir würden ein Baby bekommen, gemeinsam.

Je näher der Termin mit dem Ultraschall rückte – ihr wisst, der bei dem man das Geschlecht sehen könnte, desto hibbeliger wurden wir. Aber nicht auf die Weise, wie die meisten Paare hibbelig werden, nein. Wir hofften nämlich, dass sich die Ärztin bloß nicht verplappert und wir auch selbst nichts erkennen können. Denn wir hatten bereits vor der Schwangerschaft beschlossen: wenn wir ein Baby bekommen, dann lassen wir uns nicht sagen, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen erwarten. Ich kann gar nicht so genau sagen, weshalb. Ich glaube, wir fanden den Gedanken einfach schön, ein komplettes Überraschungspaket zu bekommen, (dazu habe ich hier auf meinem Blog ebenfalls ein paar Gedanken zu geteilt) – und meine Eltern haben es bei meinen Geschwistern auch nicht gewusst. Sie sehen heute noch glücklich aus, wenn sie von dem Moment berichten, als sie das Geschlecht bei der Geburt erfahren haben.

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Dieses pure Glücksempfinden

Dieses Glücksempfinden, das fanden wir so magisch, dass wir das auch wollten. Also schauten wir beim Ultraschall immer erst auf den Bildschirm, wenn wir sicher sein konnten, dass der Arzt wusste, wie das Baby liegt und wir nichts sehen würden, was uns das Geschlecht verrät. Irgendwie skurril, da liegt man da auf dieser Liege und traut sich gar nicht so recht hin zu sehen. Dabei ist es ja eigentlich genau das, wovon alle Frauen immer so schwärmen: Baby TV. Für mich war es eher lästig, ich war verhalten, denn ich wusste auch so, dass es meinem Kind gut geht. Nur das Strampeln und Tanzen im Bauch zu sehen, das war dann natürlich schön!

Unsere Familie hibbelte, glaube ich, mehr als wir. Während meine Eltern unseren Wunsch nur zu gut verstanden, waren Niklas‘ Eltern neugierig. Sie wollten gerne süße typische Jungs- oder Mädchenkleidung kaufen; ihr wisst, mit Baggern drauf oder Rüschchen dran. Klischee eben.

Mein Gefühl

Oft wurde ich gefragt, ob ich denn ein Gefühl hätte, was es denn wird. Viele Frauen haben das wohl, aber ich war die meiste Zeit eigentlich ziemlich unsicher. Mal dachte ich eher, es wäre ein Mädchen und zwei Wochen später schlug dieses Gefühl ins Gegenteil um. Nein, so richtig eine Ahnung hatte ich wohl eher nicht. Ich hatte auch keinen Wunsch, ebenso wenig mein Mann. Wir hofften einfach nur, dass unser Kind gesund sein würde und waren glücklich darüber, dass ich so schnell schwanger geworden war, ganz ohne Probleme, trotz jahrelanger Hormoneinnahme durch die Anti-Baby-Pille.

Die Einrichtung des Babyzimmers sowie die Kleidung hielten wir ganz simpel und in neutralen Farbtönen. Beige, weiß, grau, mint. Die restliche Dekoration würden wir dann einfach vornehmen, wenn das Kind da ist. Vielleicht ein bisschen rosa hier, oder dunkelblau dort. Ich bin aber generell der Meinung, dass auch Mädchen blau tragen können und Jungs mit Puppen spielen, deshalb habe ich es manchmal nicht so genau genommen und wenn ich etwas besonders süß fand einfach gekauft. Ja, und bunt wird ein Kinderzimmer irgendwann sowieso durch die ganzen Spielsachen. Niklas‘ Mama war felsenfest davon überzeugt, dass wir einen Jungen bekommen würden und kaufte deshalb Schlafanzüge mit Autoprint. Sie sagt (auch heute noch), sie habe einen siebten Sinn für sowas.

Bei der Namenswahl taten wir uns schwer. Sehr schwer. Aber ich glaube, das geht fast allen Eltern so. Wir konnten uns schwer einigen, überlegten lange. Schließlich konnten wir uns nur auf einen Jungennamen einigen –  der Mädchenname war bis zur Geburt nicht sicher. Ja, was wäre wohl, würden wir ein Mädchen bekommen? Ich muss lachen, wenn ich mir die Diskussion im Kreißsaal ausmale. Niklas und ich können nämlich ziemlich lange und ausgiebig diskutieren.

Die Geburt im Krankenhaus

Als ich schließlich für die Geburt ins Krankenhaus ging, wusste ich nicht, wie lang und schwierig die Geburt werden würde. Nach zwölf Stunden Wehen war ich erschöpft, kraftlos. Niklas gab mir immer wieder die Zuversicht, es bald geschafft zu haben. Wir warteten und kämpften gemeinsam, ohne Ende in Sicht. Ich lag da, in meinem Schmerzdelirium, gefühlt halb tot, dachte nur noch daran, wann es endlich vorüber sein würde. Irgendwann im frühen Morgengrauen war es dann soweit, die erlösenden Worte kamen der Hebamme über die Lippen. Frau N., sie dürfen jetzt pressen. Zack. Hellwach war ich plötzlich. Ich sammelte alle meine Kraftreserven und bekam einen richtigen Rausch von den Glücksgefühlen. Lachend und mit Tränen in den Augen sah ich meinen Mann an und sagte, dass wir es gleich geschafft haben, dass wir gleich wissen würden, ob wir Mädcheneltern oder Jungeneltern sein würden. Mir gab das unheimlich viel Kraft und Motivation, mich noch einmal richtig anzustrengen.

Ich fühlte das kleine Köpfchen zwischen meinen Beinen und hörte, wie die Hebamme sagte: „Ohhh das hat aber viele Haare.“ Ich musste lachen, spürte den Adrenalinrausch – und dann, bei der nächsten Welle, war es da, unser Kind. Unser kleines zartes Baby auf das wir so so lange gewartet hatten. Es lang auf der Liege, zwischen meinen Beinen und ich konnte gar nichts sehen, vor lauter Glückstränen. Niklas nahm mich in den Arm und hielt mich ganz fest. Wir dachten beide gar nicht mehr an das Geschlecht in diesem Moment. Es gab nur uns beide und die Glückseligkeit. Na, was glauben sie, was es ist? Ach ja! Ich überlegte. Hm, ein Junge? In meiner Stimme schwang Unsicherheit mit. Ich glaube nicht, dass ich je in meinem Leben so aufgeregt war wie an diesem Morgen im Kreißsaal. Tatsächlich bin ich nicht sicher, ob überhaupt irgendjemand jemals so aufgeregt war.

Das Bündel

Das kleine Bündel wurde in ein Handtuch gewickelt und mir auf die Brust gelegt. Stolz blickte ich in ein sanftes braunes Paar Augen – die Augen unseres Kindes. Ja, es war tatsächlich ein Junge. Unser kleiner Samuel Niklas war geboren und es war perfekt.

Ja, auf einmal konnte ich mir kaum noch vorstellen, dass es theoretisch auch ein Mädchen hätte sein können. Nein, es war alles gut so wie es war. Es ist schon komisch, die ganze Schwangerschaft malt man sich aus, wie es wohl sein würde. Wie wäre es wohl, ein Mädchen zu haben? Wie wäre es, Jungsmama zu sein? Aber wenn der Moment dann da ist, blickt man auf sein Kind und ist vollkommen zufrieden mit dem was man hat. Perfekter könnte es nicht sein, zumindest für mich nicht.

 

Jasmin findet ihr nicht nur auf ihrem Blog, sondern auch auf ihrem wundervollen Instagram Account, den sie mit Herzblut pflegt. Schaut doch mal bei ihr vorbei. Eure Alina.

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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2 comments

  1. Wow, Jasmin! Respekt dass du das so lange ausgehalten hast. Ich bin immer soooo neugierig ? Und ich glaube, wenn wir nach einem Jungen UND Mädchen Namen hätten suchen müssen, wären wir heute noch nicht fertig. Hihi.
    Die Story ist wirklich schön ❤ Wie ist es denn bei der jetzigen Kugelzeit? Wieder ein Ünerraschungsei? ?

    Liebe Grüße,

    Sarah

    1. Liebe Sarah,

      ja auch in dieser Schwangerschaft wird es wieder ein Überraschungspaket. 🙂 Diesmal bin ich aber durchaus hibbeliger 😛

      Liebe Grüße
      Jasmin

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