Die Luft ist raus

Tick .. Tack …, höre ich die Uhr neben mir leise von Sekunde zu Sekunde springen. Ich selbst bin wach. Motiviert. Bereit für den Tag. Neben mir schnarcht es leise. Im Zimmer nebenan noch tiefer. Noch leiser.

Die Sommerferien stehen kurz bevor. Kitafrei. Schulfrei. Die Kinder bleiben zu Hause. Und das länger als gewöhnlich. Die wohl längste Pause steht für unsere Kinder an. Wie geht es euch damit? Freut ihr euch auf diese Zeit? Musstet ihr eine andere Lösung finden?

Einige Familien nutzen ihre freie Zeit, um endlich in den Urlaub zu fahren. Weg von zu Hause und wir? Fällt uns das Dach auf den Kopf? Was machen wir mit unseren Kindern? Geht es mir gut bei dem Gedanken bald drei bzw. sechs Wochen mit den Kindern daheim zu verbringen?

Sechs Wochen kitafrei

Ich spüre und sehe wie sehr meine Kinder ihre Ferien brauchen. Lange, langweilige Tage in die sie einfach nur hineinleben dürfen. Kein Wochenende. Nein, richtig lange Tage hintereinander. Immerzu. Mit Spielen, Unternehmungen und was einem eben so einfällt.

Ich sehe es meinen Kindern an: Die Luft ist raus. Sie brauchen Zeit für sich. Vor einigen Wochen plante ich noch unsere Sommerferien durch. In meinem Kopf die leise immer lauter werdende Angst, dass die Kids mir auf der Nase rumtanzen. Wir uns vor lauter Langeweile nur noch an die Gurgel gehen.

Was tun mit den Kindern, wenn die Kita zu ist?

Dieses Jahr ist unsere erstes Jahr mit Kitaferien. Wir kennen das noch nicht. Kennen nur die Zeit ohne Kita. Haben uns auf die Erzählungen verlassen, dass es schlimm ist, wenn die Kita drei oder gar mehr Wochen am Stück zu hat. Wir kennen nur eine Zeit ganz ohne Kita aus den letzten Sommerjahren.

Ich muss sagen, zuletzt war das keine schöne Erfahrung mehr. Seinem Kind nie gerecht werden zu können. Ich weiß, es gibt einen Trend in Richtung kitafrei, aber ich bin so froh, dass unser Kind endlich Freunde gefunden hat. Kinder, mit denen er sich verabreden kann, wenn er seinem Wunsch nachgeht am Nachmittag mit Freunden rausgehen zu wollen. Ich bin auch froh, dass wir nun die Erfahrung sammeln dürfen, dass es eine Zeit gibt, in der Kinder gesättigt sind vom täglichen Aufstehen, Spielen, Freunde treffen und sich zuürck auf die Basis konzentrieren können, um neue Kraft zu tanken.

Daheim mit Kindern und nun?

Mama wird wieder wichtig. Das zu Hause bekommt eine neue Bedeutung. Langeweile darf erprobt, entdeckt und ausgelebt werden.

Daheim bei und mit Mama. Jetzt bekomme ich wieder eine Rolle, die ich einnehmen kann. Dafür bin ich da. Vorher war ich schlicht weg überfordert mit der Sehnsucht nach Freunden, die ich als Mutter einfach nicht ersetzen kann.

Jetzt ist die Luft raus und ich kann mein Kind an die Hand nehmen, um seine Kraftreserven wieder aufzutanzen. Ihm zeigen wie Urlaub geht. Ferienprogramm.

Ich freue mich auf unsere Zeit und bin gespannt wie unsere Erstes kitafrei am Stück von drei bzw. sechs Wochen werden wird.

 

 

 

In Liebe,
eure Alina.

Alina

Ich bin 29 Jahre jung und inzwischen Mama von zwei Kindern. Einem Sohn (01/14) und einer kleinen Tochter (08/16). Gemeinsam leben wir am Stadtrand von Köln. Streifen durch die Wälder. Kochen, backen und tanzen zusammen.

1 Comment
  1. Ich freue mich schon drauf. Bei uns fangen die Ferien erst im August an. Der Große startet im September mit der Schule. Wir haben jetzt 3-4 gemeinsame Wochen. Die Kinder gehen gerne in den (Schul-)Kindergarten, aber man merkt, dass jetzt langsam die Luft raus ist. Jeder Tag ist durchgeplant. Sie brauchen das einfach mal. Dieses In-den-Tag-hinein-leben, sich mal langweilen (fördert übrigens die Kreativität). Wir werden 5 Tage mit Freunden in den Bergen verbringen. Für den Rest der Zeit ist nicht geplant. Schwimmbad, ein paar spontane Tagesausflüge, aber übertreiben werden wir es nicht. Der Papa ist leider auch nicht die ganze Zeit da.
    LG, Tina

Leave a Reply

Your email address will not be published.