Die richtige Ernährung für unsere Kinder?!

Ich selbst war immer und bin immer ein sehr kritischer Mensch, wenn es um das Thema Ernährung geht. Esse ich selbst wirklich gerne, gut und viel ungesundes möchte ich bei meinem Sohn genau das Gegenteil. Er soll sich ausgewogen, vielseitig und in gut proportionierten Maßen ernähren. Es gibt aber Tage an denen ich, die Mutter – das Vorbild solch einen Hunger auf Eis, ein Stück Schokolade habe, dass ich es vor meinem Sohn nicht geheim halten kann. Soll ich es ihm in diesen Momenten verwehren? Darf ein Kind Mal ein Stück Schokolade oder sogar etwas mehr ungesundes Essen in der Woche zu sich nehmen? Darf ich als Mutter meinem Kind zum Mittagessen auch Mal Nudeln mit einer Fertigsoße kochen?

Ein sehr weites Feld das Thema Ernährung bei Kindern. Ich persönlich empfinde es als ein sehr spannendes Feld. Leider gibt in meinen Augen, die Literatur nicht viel nützliches Wissen für meinen Alltag her. Warum? Weil das Wissen, die meisten Empfehlungen für unseren Alltag mit einem lebendigen, interessierten Kleinkind kaum umzusetzen sind. Aus diesem Grund möchte ich mich mit Euch Austauschen und habe eine meiner Lieblingsbloggerinnen zu mir eingeladen. Mütter sind in dieser Art von Mütterthemen die besten Berater – finde ich. Sie kennen die Tücken des Alltags. Die eigenen Schwachstellen, aber auch die gut gemeinten Ratschläge und Empfehlungen der Wissenschaft. Wie ist eure Meinung zu diesem sensiblen, individuellen Thema?

 

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Gastpost von Julia vom Blog Frieda Friedlich über das Thema Ernährung!

Zu den beliebtesten Vorsätzen gehört höchstwahrscheinlich das Ändern der Ernährungsgewohnheiten. Viele Mamas wollen endlich durchstarten, gesünder und bewusster essen und dabei schlanker und fitter werden. Vorsätze, die meistens schnell wieder ad acta gelegt werden. So lange ich mir nur für meinen Körper, meine Gesundheit und mich die Verantwortung tragen muss – kein Problem. Kann ja jeder selbst entscheiden. Wenn aber ein kleines Mini-Menschenkind meine Gewohnheiten nicht nur beobachtet, sondern irgendwann sehr gewiss auch imitiert und übernimmt oder etwas später sogar hinterfragt, warum Mami schon wieder zur Schokolade greifen darf, obwohl sie doch selbst immer sagt, dass zu viel Naschkram schade…., wird’s schon etwas schwieriger.

Ich esse gern, wahrscheinlich zu gern. Einmal angefangen, kann ich mich nur schwer zügeln. Vorzugsweise esse ich schnell verfügbare Kohlenhydrate in Form von Schokolade, Keksen und Co. Seit der Geburt unseres Mini-Menschen-Mädchens Frieda zuerst als Nervennahrung und jetzt als Energieschub. Bilde ich mir zumindestens ein! Chips und Nüsse stehen aber auch ganz weit oben auf meiner zwischendurch-Naschliste. Klar, Fett ist der Geschmacksträger Nummer 1. Ja, natürlich mag ich auch gesunde Sachen total. Wir kochen gerne, mögen es gemüsig und zu meinem Lieblingsfrühstück zählt unbedingt auch ein leckerer, frisch geschnibbelter Obstsalat. Nur, Hand aufs Herz. Während unser Kind niemals nur ein Gläschen, sondern ausschließlich selbstgekochtes Allerlei bekommt, bleibt unsere Ernährung im Moment etwas auf der Strecke. Im vergangenen letzten Jahr bin ich nur äußerst selten dazu gekommen, mich ganz gemütlich der Vorbereitung des bunten Obsttellers zu widmen. Am Abend, wenn unsere Frieda dann schläft, haben wir kaum noch Lust und Kraft uns lange in der Küche aufzuhalten, um ein super gesundes Gemüseratatoille für uns zu zaubern. Das soll sich aber unbedingt wieder ändern, denn so langsam kann man unserem Mini-Menschen-Mädchen kaum mehr ein X für ein U vormachen, ihr eine Banane unterjubeln, während man sich selbst über leckere Schokokekse hermacht. Außerdem kann Frieda sich ja spätestens dann, wenn sie etwas besser kauen kann, selbst auch bald am leckeren Obstteller erfreuen.

Wir wollen unserer Frieda natürlich ein gutes Vorbild sein. Die DGE schlägt ja nicht erst seit gestern Alarm. Heutige Kinder essen zu ungesund, nicht ausgewogen genug, sind zu mopsig und treiben zu wenig Sport. Schuld daran seien vor allem die lieben Eltern, da in der KindheitDer Grundstein für ein gesundes Essverhalten gelegt wird. Da Kinder vor allem durch Beobachten, Nachahmen und Ausprobieren lernen, spielen Eltern als Vorbilder eine wichtige Rolle bei der Ernährungserziehung.” (Zitat: DGE- Kinderernährung leicht gemacht).

 

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Leichter gesagt, als getan. Dem Kind immer nur das “Gute”, das Gesunde, das Perfekte vorleben? Kaum Naschen oder zumindestens nur in der erlaubten Menge? Niemals mehr etwas übertreiben und mehr essen, als eigentlich nötig. Auch, wenn es so fantastisch schmeckt? Das wird für mich an manchen Tagen nochmal eine echte Herausforderung sein. Was aber total zählt: Authentisch sein. Wenn ich einen verdammten Kacktage habe, dann habe ich einen verdammten Kacktag. Darf man haben. Und an verdammten Kacktagen darf man auch mal zu viel von verdammt leckerem Süßkram futtern, wenn’s vermeintlich die Laune hebt. Wie erkläre ich es dann aber meinem Kind, wenn es ab jetzt jeden Tag aus der KiTa kommt und verlauten lässt, dass dies ein verdammter Kacktag war? Und auch hier gilt für mich: wahrhaftig bleiben und drüber reden. Es kann ja gar nicht jeder Tag doof sein. Und es wird wirklich Tage geben, an denen wir nach Hause kommen und erstmal beide ein Stückchen Schoki brauchen. Das weiß ich ziemlich sicher. Ein oder zwei Stück sind ja auch im Rahmen und auch der Nachwuchs darf meiner Meinung nach gut und gerne täglich etwas naschen.

Was für mich ein absolutes NOGO ist und bleibt: Die Mini-Menschen-Kinder anzulügen. Niemals werde ich unserer Frieda jedenfalls sagen, dass diese Schokolade, die ich gerade mit Genuss verspeise, eine “Erwachsenenschokolade” sei und niemals auch nur ein Stückchen an Kinder gegeben werden dürfe. Leute, kein Scherz. Das gibt es! Zu Hauf schon gelesen. Menschen belügen ihre Kinder. Und wir reden hier nicht von Kaffeeschokolade, alkoholischen Pralinen oder koffeinhaltiger Cola, die echt nicht in Ordnung gehen für Kinder.

Also werde ich mich in Gegenwart unserer Tochter zukünftig tatsächlich etwas mäßigen müssen und  – ja, auch wollen! Ich möchte mein oftmals etwas problematisches Naschverhalten auf keinen Fall durch Vorleben an unser Mini-Menschen-Mädchen weitergeben. Wenn wir zum gemütlichen Abendprogramm übergehen und dann auch mal ‘ne Tüte Chips futtern, ist Frieda ziemlich sicher im Bett. Geht doch auch. Dann nascht man eben vor allem abends solange man das mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren kann und man sich nicht so vorkommt als “predige man Wasser und trinke selbst Wein” – in rauen Mengen.

Ausgewogen ist die Devise. Von allem etwas. Von dem einen mehr, vom anderen lieber etwas weniger. An den meisten Tagen zumindestens. In diesem Sinne, guten Appetit.

Eure Julia vom Blog Frieda Friedlich

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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1 comment

  1. Liebe Frieda, liebe Alina, ein wunderbarer Beitrag, sehr schön und ehrlich! Ich habe mir oft die selben Fragen gestellt und darauf mittlerweile auch meine eigenen Erkenntnisse gewonnen, hier: http://zwerggefluester.de/tofu-oder-schlange-meine-sicht-aufs-essen/
    Ich bin auch eine große Naschkatze, allerdings hat sich mein Süßeshunger auch sehr verändert seit wir in Indien im Ashram waren. Schokolade & Co. brauche ich nun – zum ersten Mal in meinem Leben dauerhaft – nicht mehr unbedingt! Dafür esse ich draußen liebend gern mal ein Eis. Oder zwei. Und mein Kind bekommt dann natürlich auch eins. Oder auch mal zwei. Viele liebe Grüße, Louise

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