“Eigentlich wollte ich schon längst ….”

"Eigentlich ist die Zeit überhaupt kein Argument" - meine Registrierung bei der DKMS

Es ist früh. Ich glaube, es muss um die 5 Uhr in der früh gewesen sein, als ich in meinen Erinnerungen, die sich anfühlen, wie ein früheres Leben, die Zimmertür eines Patientenzimmers zum letzten Rundgang vor der Übergabe öffne.

Mein Sorgenkind die letzte Nacht. Ein Mann Mitte der dreißiger. Ich wusste nicht, ob er meinen Nachtdienst noch überleben würde, denn so schlecht wie die letzte Nacht ging es ihm lange nicht mehr. Als ich die Tür öffne, schleiche ich mich leise ins dunkle Zimmer. Es ist kaum etwas zu hören. Doch dann ein leises zischen. Er atmet. Dabei fällt mir wieder ein, dass ich mich schon so lange für die DKMS registrieren lassen wollte, denn der Mann vor meinen müden Augen ist an Leukämie erkrankt.

Umgangssprachlich – Blutkrebs.

Eine Krebsart, an der vor allem auch viele junge Menschen erkranken, im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten, die vermehrt mit zunehmenden Alter auftauchen. Hierbei ist das Blutsystem des Menschen krankhaft verändert. Die weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt, vermehren sich so unkontrolliert, dass es beim Menschen zu bestimmten Symptomen kommen kann.

Durch die Überproduktion an Zellen, die meist nicht einmal reif bzw. funktionsfähig sind, kommt es zu gewissen Symptomen. Die Überproduktion stört zudem die normale Blutbildung, weshalb es schnell zu einem Mangel kommt.

Häufige Merkmale der Leukämie können daher unter anderem sein: blaue Flecken, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Nachtschweiß, unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber ohne erkennbare Ursache, Infektanfälligkeit, Nasenbluten und viele weitere Symptome können auf eine akute oder chronische Leukämie hinweisen. Die beiden Formen unterscheiden sich durch ihre Verlaufsform. Während die akute einen sehr schnellen Verlauf vorweist, ist die chronische Leukämie eine eher langsam verlaufende Erkrankung.

Ist jemand erst einmal an Leukämie erkrankt gibt es verschiedene Ansätze der Behandlung. Neben Chemotherapie und Bestrahlung ist, Gesetz den Fall, der Betroffene findet einen passenden Stammzellenspender, eine Möglichkeit der Therapie eine Stammzelltransplantation.

Hierbei wird dem Betroffenen von einem passenden Spender intakte Stammzellen aus dem Knochenmark, der Nabelschnur oder dem Blut transplantiert. Allerdings müssen, damit es nicht zu einer Abstoßung kommt viele verschiedene Faktoren übereinstimmen. Aus diesem Grund ist es nicht immer so einfach einen geeigneten Spender zu finden.

Meine Registrierung bei der DKMS - "Es ist nie zu spaet"

Nicht nur bei der Leukämie kommt diese Art der Therapie zum Einsatz. Auch bei erheblicher Blutarmut, angeborenen Immundefekten, bösartigen Lymphomen oder anderen Tumoren kann es ein sinnvolles Ziel sein mit einer Stammzelltransplantation das blutbildende System wieder aufzubauen oder sinnbildlich zu erneuern.

Da es nicht leicht ist einen passenden Spender zu finden, aufgrund der vielen verschiedenen genetischen Übereinstimmungen, ist es so unfassbar wichtig, dass viele Menschen sich über die DKMS, die als Anlaufstelle fungiert, registrieren lassen.

Bisher wartet jeder siebter Empfänger sehnsüchtig auf einen Spender. Insgesamt sind bisher 7.461.993 Registrierungen bei der DKMS eingegangen. Davon haben 63.974 Patienten eine Stammzellenspende erhalten.

“Ich wollte doch schon längst Stammzellenspender werden..”

Eigentlich wollte ich mich schon längst registrieren lassen, geht in so vielen Köpfen ein und aus, auch in meinem. Ich möchte endlich die Zeit finden meine Registrierung abzuschließen, denn mit ein paar kurzen Handgriffen können wir mitunter Leben retten. Wir brauchen nur einmal etwas Zeit und schon sind wir registriert. Es ist kein großer Aufwand, wirklich nicht, aber mitunter kann dieser kurze Aufwand eine große Wirkung erziehlen.

Zeit ist eigentlich kein Argument, aber wenn dann lassen wir es doch jetzt ändern - meine Registrierung

Hinter all den Diagnosen Blutkrebs, die laut einer Statistik der DKMS alle 15 Minuten in Deutschland irgendjemand erhält, stecken Menschen, Geschichten und Familien.

Ich kenne kaum eine Situation in meinem Leben in der ich so einfach helfen hätte können, wie hier, dass einzige, was mir im Wege stand, war meine Zeit. Dabei geht es so schnell. Ich möchte mich nicht mehr grämen, wenn ich von der Geschichte eines Betroffenen höre. Denn am Ende bleibt nur der Gedanke, was wäre wenn Du vielleicht der passende Spender gewesen wärst?

Vielleicht hättest Du das Leben dieses Menschen retten können?

Am Ende sah ich diesen Mann, von dem ich mich an diesem Morgen verabschiedete, nie wieder. Kurz nach meinem Nachtdienst verstarb er und seine Familie musste von ihm Abschied nehmen. Seine Geschichte hat mich bis heute nicht losgelassen, denn bis heute weiß ich nicht, ob ich vielleicht seine passende Spenderin gewesen wäre.

Es ist nie zu spaet - meine Registrierung bei der DKMS

Ich lasse mich nun endlich registrieren! Ganz nachdem Motto: “Mund auf – Stäbchen rein.” Dabei habe ich für mich festgestellt, es ist wirklich überhaupt nicht schwer. Das verspreche ich Euch! Es ist nie zu spät, also lasst uns, diejenigen die sich bisher noch nicht registriert haben lassen, vielleicht endlich jeden siebten Betroffenen ein neues Leben schenken! Hier könnt ihr Euch registrieren lassen. Und natürlich ist auch immer wieder eine kleine Geldspende ein wirklicher Segen für die DKMS.

In liebe, eure Alina!!!

 

 

Mund auf Staebchen rein - macht mit!

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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2 comments

  1. die Krankheit ist leider nicht so selten, ich habe selbst Betroffene in meinem Bekanntenkreis.
    Das sogar Tiere daran leiden und sterben können, wurde mir erst bewusst, als meine Katze daran erkrankt ist und innerhalb kürzester Zeit verstorben ist.

    1. Liebe Andrea,
      das stimmt, ich habe mich an die Statistik die es dazu gibt gehalten und wenn man auf die Statistik schaut ist die Krankheit nicht so häufig auf die breite Masse gesehen. So haben wir es auch in der Praxis gelernt, aber natürlich fühlt sich eine Statistik nicht so real an, wie das Leben. Ich habe es erwähnt, weil es ein wenig die Angst nehmen soll, was natürlich auf keinen Fall die Schwere der Erkrankung mindert.

      Liebste Grüße, deine Alina

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