“Du schaffst mich, mein Kind”

Mamablog, Familie, müde Mama

Nach einer erneuten Nacht ohne Schlaf gebe ich offen und ehrlich zu – ich bin geschafft! Ja, mein kleines Mädchen schafft mich. Gestern fragte ich den Mann: “Bin ich eigentlich noch geschminkt?” Woraufhin er ziemlich unverblümt antwortete: “Du warst seit Monaten nicht mehr geschminkt?!” So fühle ich mich! Zerbröselt. Schmuddelig.

Dabei möchte ich das doch gar nicht. Ich möchte einer dieser Mamas sein, die sich gut fühlt. Strahlt. Die trotz Ihrer Kinder hübsch aussieht. Nicht für die da draußen. Für die Meinung Fremder. Oder das Bild der anderen. FÜR MICH. Nur für mich, um mich gut zu fühlen.




So langsam schaffe ich es nicht mehr ohne Schlaf, Zeit und Geduld meine eigenen Bedürfnisse zu steuern. Ich bin schlichtweg erschöpft. Doch wisst ihr, was bei Weitem das aller Schlimmste ist? Eigentlich nicht der Zustand an sich, den kennen sicherlich alle Mamas und Papas zuweilen.

Am schlimmsten ist das Gefühl nicht erschöpft sein zu dürfen, denn “du hast es dir ja selbst ausgesucht” ständig und überall bekomme ich suggeriert, wenn ich über die letzte Nacht spreche: “Ich höre dir zwar zu, aber eigentlich darfst du dich wirklich nicht beschweren. Immerhin war es DEIN Wunsch”

Leben Mama

Das Totschlagargument

Natürlich habe ich es mir ausgesucht. Es ist nach wie vor die beste Entscheidung meines Lebens. Es passt. Alles passt. Der Mann. Die Kinder. Der Abstand. Ich weiß es. Spüre es. Trotzdem ist es manchmal sehr anstrengend. Verdammt kräftezehrend. Vor allem an Tagen wie heute. Das Baby schlecht drauf. Der Sohn krank. Jeder möchte etwas von meiner Aufmerksamkeit abbekommen. Nur ich bleibe auf der Strecke. Diese Tage gibt es.

Tage, Momente, Augenblicke, an denen ich nur noch schwarz sehe. Vor Verzweiflung, Erschöpfung, der Sehnsucht nach Schlaf. An Tagen wie heute fehlt mir die Kraft, um mich hübsch zu machen oder nach vorne zu schauen. Ich stecke fest. Ohne zu wissen, ob ich das überhaupt darf. Denn am Ende des Tages habe ich mir das alles Selbst ausgesucht, oder?

 

Oder?

 

 

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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17 comments

  1. Endlich spricht mal jemand aus wie sich wohl einige Mütter fühlen. Und es gibt einem selbst das Gefühl, nicht als einzige Mutter mal erschöpft zu sein.

    Ich bin auch erschöpft und trotzdem liebe ich mein Kind und möchte sie nicht mehr missen. Und sogar noch ein weiteres Kind haben .
    Denn wenn einen das eigene Kind anlächelt und um den Hals fällt, weiß man doch das wir alles richtig machen.

    Liebe grüße

  2. NEIN! Das haste dir nicht selbst ausgesucht, also nicht so. Nicht das.. äh also du weißt was ich meine? Hehehehe
    Erschöpft sein darf jeder und IST jeder, denn wir haben nun mal Grenzen und auch wenn man denkt “ach, die ander apcken es ja auch irgendwie” usw. ist das noch lange kein Grund sich klein zu reden.
    Es gibt Phasen, nicht nur bei Kinder, auch bei usn und manches mal Hauen die Phasen so richtig rein (..you know what i mean) und schwupp kommt auch wieder ein hoch und plötzlich rappelt amn sich auf und es geht.
    Pups drauf was andere sagen/denken! Du darfst erschöpft sein OBWOHL du dir “es” selbst ausgesucht hast! Denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
    *Amen ;o)
    Liebe Grüße,
    Sandy

  3. Liebe Alina,
    ich fühle mich fast jeden Tag so. Erschöpft, müde und gestresst… Durchschlafen?! Was für ein Luxus! Ich kann deine Gedanken & Gefühle sehr gut nachvollziehen. Und JA! Ich schminke mich für mich! Es geht nicht darum, wie ich besser aussehe, sondern wie ich mich besser fühle!!! Das verstehen viele Leute (sowohl Männer als auch Frauen) nicht. Aber egal!

    Kopf hoch! Eins kann ich dir versprechen! Es wird besser. Und vergiss nicht, an dich zu denken! Nur wenn die Mama glücklich und zufrieden ist, sind die Kinder es auch!!!

    Ganz liebe Grüße,
    Mihaela

  4. Liebes – ich kann dich so gut verstehen, wenn ich an meine Babyzeit zurückdenke…ich hatte ein Schreikind und ein Kind mit Reflux! Beides war sehr anstrengend und der Reflux sorgte lange Zeit für schlaflose Nächte. Aber lass dir gesagt sein, es wird besser! Auch deine Relax-Zeiten werden wieder mehr. Bis dahin darfst du auch einfach mal erschöpft sein und die Beine hochlege, auch wenn das Haus im Chaos versinkt. Gönn dir Pausen!

  5. Du darfst erschöpft sein und du darfst jammern. Nur wer über seinen Frust spricht, kann ihn auch verarbeiten. Und das mit dem Schminken kommt irgendwann von alleine wieder, wenn die Kinder etwas größer sind. Liebe Grüße und Kopf hoch, Christiane

  6. Du darfst natürlich erschöpft sein. Das bin ich auch und ich hab nur ein Kind. Manche schaue dann immer wenn ich was erzähle mit diesem “Du hast ja nur ein Kind-Blick” und ich denke dann. Weißt Du wie mein Tag aussieht? Wie mein Kind drauf ist und wie meine Kraft? Steckst DU in meinen Schuhen? Nein? Dann erlaube Dir bitte kein Urteil – ich versuche auch nicht zu urteilen.

    Natürlich darfst Du erschöpft sein – das solltest vor allen DU DIR SELBER eingestehen und der Rest der Welt kommt erst nach DIR!

    Drück Dich
    JesS

    P.S. Die eigene Haustür und das kehren, das haben viele noch nicht drauf. Leider.

  7. Das “Du hast es Dir selbst ausgesucht”… das sollte man sich eigentlich niemals sagen! Natürlich darf man mal meckern, unzufrieden sein… auch wenn man es sich selbst ausgesucht hat!

  8. Du schminkst dich nicht für Fremde sondern für dich. Aha. Wieso muss sich eine Frau für sich selbst schminken, um sich gut zu fühlen? Da stimmt doch schon der Ansatz nicht. Meine Frau schminkt sich gar nicht und ich finde das gut. Sie ist eine von 100. Alle anderen Frauen die ich kenne schminken sich und sie würden niemals ungeschminkt nach draußen gehen. Ich finde das traurig…

    1. Warum stimmt denn da der Ansatz nicht? Machst du etwa nichts für dich, um dich schön oder gut zu fühlen? Sport? Ernährung? Style? what ever …. Also ich finde ja, DA stimmt dann etwas nicht.

    2. Wie schön, dass du als Hellseher in die Gefühlswelt von anderen schauen kannst. Ich finde es toll, wenn du deine Frau auch ungeschminkt toll findest. Und schade, dass du scheinbar sonst nur Menschen kennst, die sich hinter Masken verstecken müssen. Aber jemandem seine Gefühle abzusprechen finde ich schlichtweg überheblich.

      Von einer Mama, die auch ungeschminkt aus dem Haus geht, sich aber auch gern mal angemalt ganz toll findet

  9. Es kommt mir so bekannt vor. Zumal hier auch gerade der Große krank und der kleine schlecht drauf ist. Ih selber eigentlich auch krank. Aber man hält durch. Wo ich früher Kleidchen und nette Frisuren trug muss aktuell der Dutt am Morgen und eine Leggings samt Pulli schnell übergezogen reichen…
    Man sehnt sich ein bisschen nach der Ruhe

  10. Danke für deine ehrlichen Worte! Ich musste mir vor kurzem auch von einer anderen Mutter anhören, das es das Wort “anstrengend” nicht gibt … und das ich es mir ja ausgesucht hätte. Ja. Habe ich. Würde mich immer wieder so entscheiden. Dennoch kann man auch an seine Grenzen stoßen und ich finde das menschlich! ❤

  11. Pingback: Meine #Freitagslieblinge – fünf Bilder für fünf Tage – 10. Februar 2017 – bilder.grossekoepfe.com

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