Eltern sein & Paar bleiben

Eltern sein und ein Paar bleibeb - unsere wohl groeßte Herausforderung

Eltern sein & Paar bleiben? Eine Thematik, der ich viel zu wenig Aufmerksamkeit schenke. Ich dachte auch immer: “Das klappt schon.” “Das wird schon” “Ein gemeinsames Kind verbindet.” Ich war so naiv zu glauben, dass Kinder der Liebe nur noch mehr Halt geben, anstatt anzunehmen, dass sie die Partnerschaft von innen heraus auf eine sehr harte Probe stellen und einmal wie ein Donnerwetter durchfegen. DAS hatte ich SO ehrlich gesagt nicht so auf dem Schirm. Wie es uns aktuell geht und was ich geändert habe, damit Mama und Papa ein WIR bleiben, möchte ich Euch gerne erzählen.

Das ElternPaar ist immer auch ein LiebesPaar – oder?

Fangen wir mit etwas sehr Positivem an. Hat es das Paar erst einmal geschafft, eine unüberbrückbar scheinende Hürde zu überwinden, haben sie etwas geschafft auf das sie sehr stolz sein können. Beziehe ich dies konkret auf mich, haben mein Partner und ich bereits einmal in der Vergangenheit diese zunächst unfassbare Hürde gemeistert.

Wir haben uns da förmlich durchgeboxt. So richtig. Mit Wut, mit Tränen und der Sorge “es nicht mehr schaffen zu können.” Doch wir sind da durchkommen. Haben es einmal gemeistert. Statistisch gesehen trennen sich die meisten Paare im ersten Lebensjahr des Kindes.

Als ich diese Statistik las, dachte ich zunächst, oh wie traurig, aber im Grunde verstand ich sehr gut, wie so etwas passieren konnte, denn zwischen dem ungleichen Hormonhaushalt, den schlaflosen Nächten und der Umstellung nun einen neuen Charakter bei sich zu haben, passiert bereits so viel, dass sich das Paar eventuell aus den Augen verliert. Ich, für meinen Teil sehnte mich nach Aufmerksamkeit. Nach der Abnahme von Aufgaben. Fühlte mich, wenn der Andere zur Arbeit ging, verlassen und traurig. So im Stich gelassen, dass es irgendwann kein Reden mehr gab.

“Möchtest Du …?”

“Nein, okay – danke tschüss”

Im Innern fühlte sich diese abgehackten Gespräche an wie ein: “Er will das alles nicht.” Aber vielleicht wünschte sich der andere Part der Beziehung eventuell die gleichen Dinge, wie ich? Darüber machte ich mir keine Gedanken. So eingefahren war meine Weltsicht. Es gab nur meine Sicht, die andere ließ ich zu Zeitpunkt mehr zu. In Gesprächen ging es mir in aller erster Linie darum, dass ICH verstanden wurde, denn ICH tat die Arbeit mit dem Kind beinah alleine. Zumindest fühlte es sich so an, aber was ist, wenn keiner mehr etwas geben kann?

Kräfte neu sammeln

Irgendwann schafften wir es wieder an einen Tisch. Begannen uns zu sehen. Das Paar, welches sich doch so sehr liebte. Plötzlich begann die Beziehung wieder zu leben. Wir waren glücklicher, denn je. Bekamen ein zweites Kind. Alles schien perfekt.

Doch nun mit dem zweiten Kind ereilte uns das gleiche Schicksal wieder. Probleme, Sorgen, die mich wie ein Schlag trafen. Es riss mir den Boden unter den Füßen weg. Dachte ich doch mit einem zweiten Kind, wäre die Beziehung gefestigter denn je.

Erneut standen wir vor einem Scherbenhaufen. Vor Enttäuschungen, dem Gefühl allein gelassen worden zu sein. Sehnten uns nach Ruhe und einem Verlangen vom jeweils anderen “gesehen” zu werden. Doch der Alltag lief nur noch so an uns vorbei. Es blieb wenig Zeit für uns, das Paar, denn die Kinder brauchten uns ja.

Zeit, die wir alleine hatten, wurde “sinnvoll” genutzt, denn zu tun gab und gibt es immer genug. Paar Zeit wurde rar. Sehr rar. Dabei sitzt er da. Tag für Tag vor meiner Nase. Mein Traummann. Ein Mann, dem ich alles von mir erzählen würde, ohne mit der Wimper zu zucken, weil ich ihm vertraue, weil er etwas von mir besitzt, dass noch nie jemals vor ihm einer von mir besessen hat – mein Herz. Meine Liebe. Ich liebe ihn mehr als alles andere auf dieser Welt. Schaue ich ihn an, fühle ich mich gleich zu Hause. Geborgen. Behütet. Rund um angekommen.

Eltern sein und Paar bleiben - warum ich ihn so sehr liebe!
Keiner kennt mich so wie er!

Aber in diesen wüsten Zeiten, in denen so viel mehr Priorität besitzt als wir – das Paar, habe ich vergesse hochzuschauen – zu ihm . Zu dem Menschen mir gegenüber, mit dem ich noch so vieles teilen möchte. Ich habe verlernt meinen Blickwinkel zu verändern.

Was kann ich ändern? Das ist hier die Frage!

Eigentlich könnte ich mich selbst in einem Streit fragen “Was tue ich eigentlich, um diesen weiter zu befeuern?” statt einzig und alleine ihm die Schuld an allem zu geben. Ich könnte mich fragen: “Was kann ich an mir verändern, um unsere Beziehung wieder auf einen anderen Weg zu leiten?” anstatt stetig und explizit die Fehler des Anderen zu wissen, zu analysieren und von ihm zu verlangen “ÄNDRE DICH. Erst dann ändere ich mich

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Veränderung nicht bei ihm anfängt, sondern bei mir. Geduld ist zum Beispiel etwas, dass ich lernen muss. Lernen zu verstehen, dass nicht alles an einem Abend geklärt ist. Verstehen lernen, dass er anders ist, als ich. Dinge für ihn eine andere Bedeutung haben, als für mich. Ich muss aufhören ihm meine Meinung aufdrängen zu wollen, während wir gemeinsam eine viel größere Idee entwickeln könnten.

Menschen sind verschieden. Wir ändern die Anderen nicht, aber uns selbst können wir auf einen neuen Weg bringen. Veränderung beginnt bei uns, und ich bin mir ganz sicher, dass wir, wenn wir dies erst einmal verinnerlicht haben, es schaffen viel, viel glücklicher zu werden. Ich denke, sogar wir können es schaffen, wenn wir lernen bei uns zu starten, unüberbrückbare Hindernisse zu überwinden.

Man merke sich nur eins: den Andern bekommst Du nicht geändert. Dich selbst schon.

 

In Liebe, eure Alina!

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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6 comments

  1. Was für ein toller Beitrag. Das Fazit kann ich auch genau so unterschreiben. Man muss sich selbst ändern und nicht den Anderen… Da unser erstes Baby sehr pflegeleicht ist, hatten wir bis jetzt noch nicht so zu kämpfen…

    Falls du Lust hast schau doch gerne auf meinem Blog und auf Instagram vorbei 🙂

  2. Hallo Alles Alina,

    toller Text. Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Zeit, wir haben es zusammen geschafft, nicht ohne Probleme, aber wir sind als Familie sehr zusammen gewachsen. Ich hoffe den nächsten Lebensabschnitt- die Pubertät der Kinder- schaffen wir ebenso unbeschadet. Alles Liebe
    Yvonne

  3. Hallo Alina,

    der Text ist wunderschön geschrieben und gibt genau meine Gedanken und Sichtweisen zu dem Thema wieder 🙂

    Liebe Grüße
    Marie-Therese

  4. Ich denke es ist wichtig,sich selbst etwas zurück zu nehmen.Das Leben mit Kindern ist anstrengend und wunderschön,immer nur zu denken,ich mache viel mehr als er,endlich ist er zu Hause,jetzt soll er mal die Kinder nehmen ist kein guter Ansatz.Beide brauchen freie Zeiten und Zeiten gemeinsam,dann klappt es schon und eine grosse Prise Humor;)

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