Sprachlos

Meine Gedanken zur Bundestagswahl

Zwei Tage liegt die Bundestagswahl 2017 nun hinter mir und ich bin nach wie vor sehr traurig. Ehrlich gesagt, weiß ich aber überhaupt nicht, was mich trauriger stimmt, die Tatsache, dass die AFD nun wirklich Teil unseres Bundestags sein wird oder die Argumentation, wieso Menschen die AFD in den Bundestag gewählt haben.

“Wie wollten ein Zeichen setzen”

Lange habe ich überlegt, ob und in welcher Form ich mich über die Bundestagswahl äußern werde, denn auch dieses Ergebnis und die Meinung der Anderen bedeutet Demokratie. Ich kann die Wut der Menschen auf die aktuelle Politik mehr als gut verstehen. Die habe ich auch. Auch ich bin wütend und fühle mich nicht ernst genommen. Empfinde die Politik der Politiker als nicht Bürgernah, aber ist es ein Zeichen eine offensichtlich rassistische Partei in den Bundestag zu wählen, wenn man überhaupt nicht das Wahlprogramm der AFD unterstützt: “Wer weiß, ob es sich überhaupt durchsetzen wird?” Es wird der große Schreck unterstützt, den sie damit – hoffentlich, bei den Politikern erzielen.

Ist das der richtige Weg, um wachzurütteln?

Ich mag es zu bezweifeln. Auch wenn einige Menschen der Auffassung sind, “Die Demokratie sei unerschütterlich”, denke ich, ganz im Gegenteil” Die Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. und deswegen werde ich, so wie von einigen AFD-Wählern gefordert, ihnen auch nicht für ihr Statement an unsere Politik danken, damit es Menschen wie mir besser geht, denn ich weiß überhaupt nicht, wie Naiv man sein kann, um zu glauben, dass die AFD keine Schnitte haben wird?

Die Türen sind geöffnet und sie werden alles tun, um ihre Plätze nicht wieder verlassen zu müssen. Es gibt Menschen, die sagen ich hätte im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst, wenn ich Sorge und Angst um unsere Demokratie habe. Sätzen wie, “Warum schiebt ihr eigentlich so eine Panik, jetzt?” fallen und werden unterstrichen mit den Worten “Wo ist die AFD denn eine rassistische Partei?

Ich kann diese Art der Diskussion tatsächlich nur schwer nachvollziehen. Gerade jetzt, wo Frau Weidel, als Teil des Bundestages verfassungswidrig Fehler aufdecken will. Sieht man denn nicht, in welche Richtung das geht? Sind wir so geblendet von unserem “Schmerz”, dass wir nicht sehen, dass sich die Geschichte beginnt zu wiederholen?

Wenn es Fehler gibt ist es nur richtig, dass die jemand aufdeckt, zum Schutz der Bürger” ich höre die Stimmen schon rufen, aber wäre es nicht fatal, wenn dadurch die Demokratie außer Kraft gesetzt werden würde?

Warum ich Angst habe?

Viele Menschen haben mich gefragt, wieso ich nur solch eine Panik schieben würde. Warum ich Angst vor der AFD im Bundestag habe, immerhin würde die Mehrheit bei anderen Parteien liegen. Das würde ich gerne erläutern, aber erst einmal würde ich diese Frage gerne an Euch weitergeben und rufe zu einer Blogparade auf. Wenn ihr Lust habt, Euch zu diesem Thema zu äußern. Eure Gedanken zur Bundestagswahl niederschreiben und vielleicht Anderen eure Sorgen und Ängste zu erklären, würde ich mich sehr freuen. Ich denke, am Ende wird nur ein geschlossenes Band, Offenheit und Ehrlichkeit, die Demokratie am Leben erhalten und zu Lösungen für die große Enttäuschung einiger Teile der Bevölkerung anregen.

Natürlich gehören auch die Stimmen für die AFD zu einer gelebten Demokratie, auch ihr könnt eure Gedanken zur Bundestagswahl niederschreiben. Ich wünsche mir einen fairen Meinungsaustausch und kann in erster Linie hier und heute nur von mir sprechen, dass ich hoffe, dass die Stimmen für die AFD – als Zeichen zur Veränderung, nicht in die falsche Richtung abdriften. Wieso? Und warum ich Sorge habe, das erkläre ich Euch in einem Beitrag, der auch eure Stimmen zur Bundestagswahl mit einbezieht. Die Blogparade läuft bis zum 29.10.2017. Im November wird es eine Auswertung eurer Meinungen geben.

Die Wahl ist gelaufen, warum mache ich dies jetzt noch? Weil ich denke, dass Informationen, der Austausch von Sorgen und Ängsten eine große Bereicherung darstellt und einem auch gewisse Ängste nehmen kann.

Ich für meinen Teil würde mich gerne Austauschen, vielleicht wollt ihr dies auch?

In Liebe Alina!

 

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Ich bin 29 Jahre jung und inzwischen Mama von zwei Kindern. Einem Sohn (01/14) und einer kleinen Tochter (08/16). Gemeinsam leben wir am Stadtrand von Köln. Streifen durch die Wälder. Kochen, backen und tanzen zusammen.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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2 comments

  1. Puh, da sprichst du ein schweres Thema an. Ich habe die Wahl mit Freunden im TV verfolgt und wir waren geschockt und ratlos – wie kann so etwas in einem Land wie Deutschland geschehen?

    Ich sage es ganz offen – Ängste und ein “Sich-nicht-abgeholt-fühlen” können das Wahlverhalten in bestimmten Regionen evtl. plausibler herleiten, zugrunde liegt dem aber eine derartige Dummheit und Mangel an Bildung… Das sage ich natürlich mit einer gewissen akademischen Arroganz, aber am liebsten würde ich diese Ecken Deutschlands, wo die denkbar niedrigsten Anteile an Ausländern mit AfD-Quoten von 35 % korrelieren (Erzgebirge, wtf!) mit Bildung und Angeboten überfluten.

    Und um die Dinge mal ganz offen und ehrlich beim Namen zu nennen: Die Afd sind eine ultra-nationalistische, rassistische und faschistische Partei. Ließt man interne Briefwechsel, dann “saust das Fallbeil auf und nieder, bis die Schwarte kracht”. Allein Gaulands Bekundung. “Wir werden sie jagen!” Ich erfreue mich momentan lediglich daran, dass diese Partei aus Vollidioten besteht, die dem politischen Parkett kein bisschen gewachsen sind. Aus welchen dumm-batzigen Stammtisch-Runden werden wohl die über 90 Abgeordneten rekrutiert werden. Wie soll da politischer Diskurs stattfinden? Zum Glück demontieren sie sich ja schon von Tag eins an selbst sehr erfolgreich.

    Mag sein, dass ich mich davon persönlich sehr getroffen fühle – meine Familie ist aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen und hat sich mit Mühe und Not hochgearbeitet. Deswegen steigt bei der AfD in mir auch eine sehr irrationale, heiße Aggression in mir auf. Ich lasse mir dieses Land nicht “wegnehmen” und auch nicht mit solchem Gedankengut besudeln. Ich habe mir – nach über 30 Jahren in Deutschland – stattdessen den Einbürgerungsantrag ausgedruckt und werde nun die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Damit ich zumindest dagegen aktiv werden kann!

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