Mama macht den Haushalt und alles andere auch noch: „Geister gibt es nicht, oder doch?“

Haushalt, Familie, wohnen als Familie

Du sitzt relativ harmlos auf der Couch, während dein Kind schläft und auf einmal … Sitzt neben dir ein Wesen. Ein Wesen, das meint dir Verklickern zu können, das du gerade so viel sinnvolleres tun könntest, während dein Kind selig sein Schlafdefizit der vergangenen Nacht ausschläft.So sehr wünschst du dir selbst nichts sehnlicher, als ausnahmsweise ein paar Minuten des “Nichtstun” zu genießen. Wobei du selbst beim “Nichtstun” stets auf Abruf bist, denn der Alarm des Geschöpf im Nebenraum ist meist unerwartet, aber dringlich! Deine freie Zeit ist sehr rar und doch bietet sich in ihr viel an was man zusätzlich erledigen könnte.

Putzen wär mal wieder gut, da dein Kind jetzt krabbelt. Saugen sowieso. Das Bett beziehen auch keine schlechte Tat, doch der Wäscheberg lässt es nicht zu. Bügeln müsste man auch mal, wenn sich die vor 2 Wochen gewaschene Wäsche überhaupt noch bügeln lässt. Das Mittagessen muss ebenfalls gekocht werden, Gläschen soll man nicht. Eine guuuuutee Alternative hört man oft, aber am Ende kocht man, wenn man gut organisiert ist doch selbst… Ansonsten hört man eben diesen Spruch. „ Nein ich koche selbst, aber Gläschen sind eine gute Alternative, warum nicht.“ Wenn man andere Mütter in der gleichen Situation hört klingt immer alles so entspannt.

Und genau das! Verklickert mir in diesem Moment mein Geist, der selig auf der Couch neben mir ruht und mich strafend anschaut. NA TOLL!

„ Meinst du nicht, dass es noch viel zu erledigen gibt? Und du sitzt am helllichten Tag, wohl am liebsten noch vor dem Fernseher, auf deiner Couch und machst gar nicht! Als neben Info: Dein Kind kriegt im Schlaf mehr mit, als du dir vorstellen kannst.” Tapfer antwortet man: „ Na und! Auch ich hab mir mal Ruhe verdient.”
Innerlich ist gerade von neuem eine mega monströse Domino- Reihe los getreten worden. Es handelt sich hierbei um eine erprobte Reihe, denn sie wird gefühlte 10000-mal am Tag in Gang gesetzt.

Dein Kind zahnt. Es geht ihm sichtlich schlecht, du gibst etwas. Pflanzlich, in diesem Fall das neue “must Have”, denn du gibst nur noch pflanzlich. Wenn überhaupt! Am besten gar nichts. Wenn sich der Fall einstellt, dass du überfordert bist, darfst du etwas verabreichen. Doch bevor du Paracetamol gibst muss dein Kind schon im Schock Zustand sein oder seid Stunden Schreien, das selbst die Nachbarn mal fragen kommen ob du Hilfe brauchst. Vorher ist es ein no go: Macht man nicht, geht einfach nicht! Du schwingst dein Kind ins Tragetuch und erledigst schnell alles weitere: Küche aufräumen, kochen, putzen, bügeln usw.

Ein kleiner Geist namens Pupp erzählt dir während du deine alltägliche Hausarbeit verrichtest, welch kostbare Zeit mit deinem Kind während dessen drauf geht und das frische Luft die beste Medizin sei. Irgendwann lässt du es gut sein und trittst die Flucht an. Nach dem Spaziergang zu Hause angekommen setzt du das Kind kurz auf die Erde und da ist es geschehen: Dreck auf der Erde an den zarten Händen des geliebten Babys. Hätte ich schlimmeres verhindern können? Ach hätte ich doch nur zu Ende geputzt. Mist! Keine zwei Minuten später steht eine zarte, grau haarige Dame neben mir: „Also Kindchen für den Haushalt mit Kind sind Sie aber nicht geboren! Das geht so nicht! Das arme Kind.”

Ach Lottchen- der nächste Geist- der Sauberkeit, sehr wahrscheinlich. Und so geht es immer weiter. Man gibt jeden Tag sein Bestes und am Ende war es wohl nicht das Richtige.

Ich habe meinem Kind am Anfang seines zarten Lebens einen Schnuller gegeben, der sich später als mangelhaft erwies. Mir wurde er aber wärmstens zuvor empfohlen. Öko-Test als sinnvollen Ratgeber habe ich erst durch meinen Sohn kennen lernen dürfen. Dachte das wäre auch nur eine Art der Werbung für Firmen. Nun ist es meine neue Bibel! Leider musste ich aus ihr entnehmen, dass der Schnuller den ich benutze mit dem Testurteil „mangelhaft“ belastet wurde, aufgrund der Inhaltsstoffe. Seit dem grämt mich ein schlechtes Gewissen, das kann sich nur eine Mutter gleichermaßen intensiv vorstellen. Um das Ganze noch abzurunden stellt sich bei jeder Schnuller-Gabe ein kleiner WICHT neben mich und flüstert: „Hoffentlich hat er keine Spätfolgen von deinem Nichtwissen davon getragen. Wie kann man nur so schlecht informiert sein. Das ist einfach dein unbefriedigendes Wissen, das dieses Handeln begünstigt hat.“
Irgendwann schalt ich ab, das hält man im Kopf sonst nicht aus. Zu schlecht ist das schlechte Gewissen.

Leider ertappt man sich dennoch dabei, wie man Mütter anschaut die eben diesen Schnuller ihrem Kind geben, „ Ach herrje hat die arme noch nie was vom Öko Test gehört, das arme Kind.“ Und dann wird es einem klar, Mütter sind Zombies. Sie sind von Kreaturen der Unterwelt befallen worden um sich gegenseitig zu eliminieren. Wer ist die Beste. Wer macht mehr richtig und welches Kind ist schneller in der Entwicklung. „ Ach dein Kind krabbelt noch gar nicht? HMMMMMM …“ Selbst zwei Frauen die sich vorher als Freundinnen betitelten sind spätestens wenn sie zur gleichen Zeit Mütter werden, irgendetwas zwischen Feindinnen und Konkurrentinnen. Einen ehrlichen Umgang gibt es selten. Und wenn muss man sich diese Frau Krallen. Am besten legt man ihr noch elektronische Fußschellen oder lässt ihr Handy orten.

Es ist so befreiend eine Mutter zu finden die sagt: „ Mein Sohn ist sooooo anstrengend zur Zeit, ich schlafe nicht mehr, ich trage ihn nur noch und dann hab ich ihm auch einfach ein Zäpfchen gegeben und auf die zweier Milch erhöht. Bei uns zu Hause sieht es aus wie sau und ich bin MÜDE, müde, müde!“

Die Realität sieht anders aus.

Ich: „ Ach bei uns ist es so stressig zurzeit.“ Sie: „Ach echt? DU Aaaaaaarrrrmmmeeee, also bei uns ist es gerade echt entspannt, es war mal anstrengend, aber jetzt ist es einfach soo schön, ich genieß das so. Findest du nicht auch, das sie viel zu schnell groß werden?“ Danke fürs Gespräch!

Am Ende ist das positive, es schweißt dich und deinen Partner noch intensiver zusammen. Während Frau und Frau, darum Konkurrieren wer die Beste Mutter des Planeten ist. Ist dein Partner dein Komplize! Alles andere bleibt an dieser Stelle unerwähnt.

Und zu allen anderen Punkten des Artikels. Ich hab es satt, mich von diesen Geistern beeinflussen zu lassen. Ich werde mich nicht mehr rechtfertigen für das was ich wie, wann tue. Ich bin eine gute Mutter. Nicht weil ich alles richtig mache, ganz und gar nicht. Ich bin einfach die Beste, weil ich mein Kind Liebe. Weil ich es knuddele und Kuschel und zerdrücke vor Liebe wenn uns beiden danach ist.

Er schläft bei mir im Bett wann er will, wie er will und ich stille wann, wie, wo ich will und so oft ich will. Und wenn er die Flasche will kriegt er die und verpestet ist er eh bei dem Schnuller den er die ersten drei Monate bekommen hat. (GRÄM GRÄM). Jetzt muss man hoffen, dass meine Liebe irgendwie was retten kann. Ich möchte auf jeden Fall nicht wegen der Erziehung meines Kindes in irgendeinen Ring steigen und mitleidig angeschaut werden wenn es bei uns mal anstrengend ist. Ich bin sicher es geht uns allen gleich!

Gestern habe ich zwei Stunden unsere Wohnung ausgeräuchert, damit endlich alle Geister das zeitliche Segnen. Nun warte ich ab! Mal schauen wie lange meine Entspannung anhält und vielleicht finde ich einen neuen Weg den ich einschlagen kann. Und bis dahin weiß ich jetzt:

Geister gibt es eben doch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.