Halbzeit der Schwangerschaft: “Wo ist bloß die Zeit geblieben?”

Mir kommt es so vor, als hätte ich erst gestern auf meiner Toilette gesessen und voller Erwartung auf einen kleinen Streifen gepinkelt. Irgendeine Vorahnung sagte mir mal wieder, dass ich auf meinen Bauch achten solle. Diese Ahnung hat recht behalten: Der Test fiel positiv aus. So sehr hatte ich mir dieses Ergebnis gewünscht. Ein kleines Geschwisterchen für Samuel. Ein weiterer Teil unserer Familie. Oft plagte mich das Gefühl, dass wir als Familie wachsen, uns formen und neu gestalten – es war traumhaft, aber irgendetwas fehlte. Ein weiterer Teil. Und dann? Diese zarte rosa Linie auf dem Teststreifen. So zart, dass sie für das bloße Auge kaum zu erkennen war: Aber – sie war da! Ohne Zweifel.

Für mich fing mit dieser zweiten Linie keine einfache Zeit an. Die letzten 20zig Wochen litt ich immer mal wieder unter einem diffusen flauen Gefühl im Magen, einer unfassbarer Müdigkeit und dem unstillbaren Wunsch mich genau diesen Gefühlen mit meinem ganzen Körper hingeben zu wollen. Leider war dieser Wunsch mit einem bereits zweijährigen Sohn an der Hand nicht all zu leicht in die Realität umzusetzen. An oberster Stelle meines Tages stand die wichtigste Aufgabe – meinem geliebten Sohn gerecht zu werden.

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Der Wunsch nach einer zweiten Schwangerschaft wuchs gemeinsam mit Samuel heran. Er wuchs und mit seinem zunehmenden Können wuchs in mir der unstillbare Wunsch nach noch einem kleinen Wesen. Ich wollte diese Zeit, die ich mit ihm hatte, unbedingt noch einmal erleben. Noch bin ich jung. Sowieso schon im Windeln wechseln und auch die Nächte sind noch nicht immer einwandfrei, also wenn nicht jetzt ein zweites Kind – wann dann? Doch eins vergaß ich bei dieser Rechnung! Die Tatsache, dass ich bereits ein Kind hatte. Mir war zu dieser Zeit nicht bewusst, wie sehr ein Kind mich in meinem Alltag fordert. Wie eingespannt ich doch eigentlich mit ihm bin und wie wenig intensive Zeit für meine Schwangerschaft bleiben wird.

Und nun? Ist bereits die Hälfte der Schwangerschaft um. Der Bauch ist gewachsen. Die ersten Kindsbewegungen sind spürbar und wunderschön! Nur leider ist diese intensive Zeit, die nur eine Schwangerschaft einer Frau schenken, kann für mich noch nicht wirklich eingetreten. Zumindest noch nicht so wie beim ersten Kind. Aber wisst Ihr was? Das ist okay. Es ist wirklich okay.

Diese Schwangerschaft stand von Anfang an unter einem ganz anderen Stern. Ich verband und verbinde sie mit komplett anderen Gefühlen als meine erste Schwangerschaft, die geprägt wurde von Sorge, Angst und negativen Befürchtungen. Oft lähmten mich meine Gedanken so sehr, dass ich stundenlang im Bett wach lag und keine Ruhe fand. Heute ist das anderes. Ich bin fitter denn je und ich glaube, dies wird mir für die Geburt zugutekommen. Also ziehe ich eine positive Bilanz. Ich muss mich zwar immer noch zwingen Auszeiten für das Baby im Bauch zu schaffen, aber ich glaube letzendlich lerne ich auf diesem Weg jede Menge dazu.

Für die nächsten Jahre wird diese Schwangerschaft erst einmal die Letzte sein: Eine Schwangerschaft dessen schöne Erinnerungen ich zwischen Tür und Angel auf dem Klo festgehalten habe. Aber ich habe Erinnerungen, ist das etwa nichts?

Eure kugelnde Alina

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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