Hilfe mein Kind nervt mich!

Was tun in der Trotzphase?

Wer kennt sie nicht, die an den Nerven zehrenden Momente mit unseren geliebten Kleinkindern? “Doch, ich will aber.” Ab einem Alter von ca. zwei Jahren beginnt das Kind seinen eigenen Willen zu entwickeln. Befindet sich in der sogenannten Autonomiephase oder anders formuliert: in einem Autonomiebestreben. Die Trotzphase gehört zur ganz normalen kindlichen Entwicklung, denn dieses lernt sich zu positionieren. Wir müssen lernen im Leben unseren eigenen Willen zum Ausdruck zu bringen. Dieser Entwicklungsprozess ist so wichtig für unsere Kleinen, aber so wichtig wie er ist, so anstrengend kann es für unser eins, die Eltern werden.Wie kommen alle Beteiligten gut durch diese Phase? Gibt es ein Patentrezept, denn eins ist sicher: wir sollten stets versuchen sie da gut durchzubringen.

An so manch einem Tag kann dieses Vorhaben allerdings sehr schwerfallen.

Erst heute Abend hat bei uns, dass ins Bett bringen wieder einmal sehr lange gedauert. Erst wollte der Große sich nicht umziehen lassen. Dann keine Zähne putzen und am Ende konnte er sich nicht entscheiden, welches Hörspiel heute Abend dran sein sollte. Dabei hatten wir heute bereits ein paar Eskalationen, die mir eigentlich gereicht hätten, denn nachdem wir bereits einmal beim Bäcker eine etwas längere Auseinandersetzung wegen eines Donats hatten und kurze Zeit später, weil der Große nicht mehr weiter wollte mit seinem Fahrrad, war Mama bereits fix und fertig mit reden für heute.

Dabei bin ich inzwischen in Momenten, in denen er sich auf die Erde schmeißt, oder wütend wird, erstaunlich gelassen. Ich warte in Ruhe ab, bevor ich beginne zu intervenieren.

So entspannt war ich nicht immer.

Erst nachdem ich mich durch so einige Ratgeber gewälzt habe, konnte ich die Gelassenheit zum Thema Trotzphase finden. Zu Beginn dieser sehr intensiven Phase hatte ich immer das Gefühl “Ich mache etwas falsch. Ich versage“. Ich wurde schlichtweg überrollt von den heftigen Gefühlen meines Kindes. Sie machten mir Angst. An manchen Tagen wusste ich nicht, wie ich damit umgehen sollte.

Was tun in der Trotzphase?

Hilfe holen, wenn es nicht mehr geht

Ich begann damit, verstehen lernen zu wollen, was da in der Entwicklung meines Kindes vor sich geht. Und wer hätte das gedacht? Nachdem ich damit begonnen hatte, verstehen zu lernen, was zu jener Zeit in der kindlichen Entwicklung meines Kindes von statten ging, warum Kinder die Trotzphase brauchten, und wie ich als Mutter nicht entkräftigend, sondern verstärkend zur Seite stehen konnte, bin ich eigentlich recht gelassen geworden.

Und dennoch bin ich viel zu oft auch nur ein Mensch, der falsch plant und in sich nicht gut anfühlende Stress gerät. Immer öfter, wenn ich mit zu wenig Zeit im Nacken meine Kinder irgendwohin bringen muss und mein kleiner Trotzkopf nicht mehr mitmacht, gerate ich recht zügig unter enormen Druck. Ich merke förmlich, wie sich ein innerlich unaufhaltsamer Ballon aufbläst, der schlussendlich platzt.

PENG

Natürlich ist mein Teufelskreislauf vorprogrammiert, denn wer geht aus solchen “Auseinandersetzungen” nicht ohne schlechtes Gewissen? Ich kenne kaum ein Elternteil, dass sich in diesen klassischen Situationen nicht in irgendeiner Weise schuldig fühlt. Gerade war noch alles okay und plötzlich ein Tobsuchtsanfall vom allerfeinsten. Also, da auch mal die Nerven zu verlieren, ist glaube ich, nur menschlich.

Was tun in der Trotzphase?

Und doch! Man kann durch diese Phase recht gut durchkommen, wenn man versteht, was im eigenen Kind vor sich geht. Man lernt mit dieser Phase umzugehen. Einen sehr humorvollen und authentischen Survival-Guide für Eltern hat kürzlich Christina Tropper, Bloggerin auf Einer schreit immer, gemeinsam mit ihrem Mann, Pädagoge und Lehrerausbildner, herausgegeben. Das Buch “Die Trotzphase ist kein Ponyhof” (Amazon-Werbelink) ist über den über den TRIAS Verlag erschienen und beinhaltet alle wichtigen Informationen rund um diese Zeit, die Eltern leicht mal an den Rand des Nervenzusammenbruchs führen kann.

Ich habe es für Euch gelesen und muss sagen: es ist wirklich sehr gut. Ein optimaler Alltagsbegleiter mit nützlichen Tipps, Entspannungshilfen, Erfahrungsberichten und der nötigen Prise Humor, die es einfach braucht, um sich am Ende des Tages einzugestehen – es geht uns allen ähnlich.

Am schönsten an diesem Buch finde ich, dass es sich wirklich perfekt auf Alltagssituationen anwenden lässt. Die hier dargelegten Beispiele kennt jeder. Dank dieser angebrachten Beispiele lassen sich wirkliche Hilfen für den eigenen Alltag mit seinem kleinen Trotzkopf finden und das Schönste?

Ihr werdet es nicht glauben, aber am Ende des Buches hat man als Leser/Mutter fast das Gefühl, dass man diese Zeit im Nachhinein tatsächlich vermissen wird.

In diesem Sinne, absolute Leseempfehlung von mir an Euch.

In Liebe, eure Alina!

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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