Erfahrungen#momlife: „Kinder sind hier nicht erwünscht“

Vorgestern war so ein Tag den man hätte rot im Kalender einzeichnen können. Ich kam einfach nicht in dieser Welt an. Fühlte mich von meinen Lieben missverstanden und nicht ernst genommen. Zur „Entschädigung“ bzw. zum harmonischen Ausklang des Abends lud mein Vater mich zum Essen ein. Wir besuchten einen wundervollen Burger Laden in unmittelbarer Nähe, das Bürgerlich, und ließen uns einen perfekten Burger auf Vollkornbrot schmecken. Er war Wahnsinn!

Es war der erste Burger meines Lebens nachdem ich Lust auf mehr hatte … Bei der Menge an Fleisch, in diesen Dingern bin ich nämlich eigentlich immer voll mit Fleisch, aber das war wunderbar. Wenn ihr mal nach Köln kommen solltet oder in der Nähe wohnt, müsst ihr diesen Laden namens Bürgerlich unbedingt ausprobieren, es lohnt sich!

Doch dann kam diese Situation an diesem schwarzen Tag die mich unfassbar wütend machte. (Das Bürgerlich kann für diese Situation überhaupt nichts. Sie haben einen tollen Service und ein ausgezeichntes Ambiente in dem sich Familien rund um wohl fühlen können) In dieser unabhängigen Situation hätte ich just in dem Moment, als es geschah, in eine flammende Furie verwandeln können.

Die Situation

Ein Mann stellte sich mit seiner Frau unmittelbar zu uns an den Tisch und führten folgenden Dialog in unserer unmittelbaren Reichweite:

Schatz komm setzen wir uns hier hin

Neben uns waren zwei Tische frei, da wir an einem Vierer Tisch saßen

Wo hin?

Hier an den Tisch, das Restaurant ist wirklich gut.

Dein Ernst?

Ja?

Hier sitzt ein KIND. Darauf habe ich jetzt echt kein Bock, auf so n scheiß!

Der Mann war leicht verunsichert. Die Frau wütend. Ich inzwischen auch. Sie diskutierten noch eine Weile und entschlossen sich irgendwann dazu zu gehen. Ich hatte meine Chance verpasst etwas zu sagen. Hatte zu lange überlegt wie ich ihr mein Kind am besten vor die Nase halte und welche Krankheit ich ihm andichten sollte.

Mein kleiner ist wenn er etwa zu essen hat immer sehr ruhig und wirklich umgänglich und auch sonst empfinde auch ich Kinder in machen Situationen als sehr anstrengend, aber immer nur für eine kurze Zeit. Wir saßen dort sehr entspannt und es sah nicht so aus, als ob unser kleiner nun eine extreme Trotzphase ausleben würde, was auch ich manchmal als anstrengend empfinde, aber dann geht man, als Mutter oder Familie oder überlegt sich etwas – auch Eltern haben noch ein Gespühr für Situationen und nicht vor lauter Schlafmangel jegliche Empathie verloren.

Unsere Kinder in unseren Nachbarländer

Als ich vor kurzem über ein Wochenende in Holland war konnten wir miterleben wie anders es mit Kindern sein kann. Holland ist so fortschrittlich und auf Kinder ausgelegt. Über all gibt es Hochstühle und kleine Spielecken für die kleinsten Gäaste. In jedem Restaurant hat man beinah den Eindruck, das sie einem entgegen schreien: Ihr seid hier willkommen.

Das Fazit „Leben mit Kindern“

Doch diese Situation hat mir nur eins verdeutlicht: wie unerwünscht Kinder in der heutigen Generation, in unserem Land, zu sein scheinen. Heute schiebt man Kinder auf die lange Bank mit social freezing und unmöglichem Verhalten in der Öffentlichkeit. Die Welt richtet sich immer mehr aus auf etwas fortschrittlicheres. Wollen alle mehr erleben, in Ruhe entspannen und das Leben, als solches genießen. Kein Wunder das wir in einer Zeit leben in der die Geburtenrate so drastisch zurück geht, denn wo ist es noch attraktiv mit Kindern? So wie diese Frau denkt ein Großteil unserer Gesellschaft, das habe ich schon oft in milderen Formen erleben dürfen und es wird die Zeit kommen in der an Restaurants stehen wird: Kinder müssen bitte draußen bleiben.

Doch ich hoffe das wir dann an einem Punkt angekommen sind, an dem sich die Gesellschaft dafür schämen wird, das sie unsere einzige Zukunft so vor die Tür setzt. Für mich war es ernüchternd, da ich immer noch versuche an das Gute zu glauben. Doch auf eine andere Art und Weise war es auch befreiend – ernüchtert zu werden. Ich bin gespannt wann sich das Bild zu Kindern wieder wandeln wird, denn wenn wir nicht langsam lernen, damit anzufangen und zu verstehen, das dies unsere einzige wahre Chance auf eine bessere Gesellschaft ist, werden wir immer weiter den Abhang hinunter stolpern in unseren schicken Prada Schuhen!

In liebe Eure Alina

 

 

 

 

Alina
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Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

9 comments

  1. Der Kommentar geht mal gar nicht, muss ich wirklich sagen!
    Ich bin da immer etwas zwiegespalten. Die Kinder die ruhig sind fallen ja meist nicht auf und man regt sich nur über die auf die einen stören.
    Ich fühl mich nicht gestört von Kindern und mich stört es auch nicht wenn mal irgendwo ein Kind brüllt, das ist aber auch eine Sache des Ausmaßes und der Art des Scheies. Es gibt ein Kinderschreien dass ich wirklich furchtbar ätzend finde.
    Was ich z.B. mal ganz schlimm fand: wir waren in einer etwas „seriöseren“ Wirtschaft und 2 Tische weiter kam ein Paar mit den jeweiligen Eltern und einem Neugeborenen. Also wirklich noch sehr, sehr klein. Das Kind hat non Stop gebrüllt wie am Spieß und da muss ich einfach sagen: Bleibt zuhause oder sucht euch einen Babysitter. Ich sag nicht dass Eltern nur noch zuhause gammeln dürfen aber manche Kinder, woah. Wobei ja meist nicht mal die Kinder schuld sind sondern die Erziehung der Eltern.
    Vor kurzem erst waren wir essen und neben uns saß eine Familie (Eltern mit 2 Jungs ca.10/12) Ich hab erst nur die 2 Jungs essen sehen und nur den Kopf geschüttelt. Später hab ich dann noch die Eltern etwas beobachtet und die haben auch NULL Etikette gezeigt und gegessen wie die größten Schweine. Da weiß man wo es herkommt.

    Ich hab nichts gegen schreiende und lachende Kinder wenn es sich im Rahmen hält aber durch diese immer weiter verbreitete, antiautoritäre „Best Buddies mit den Eltern“- Erziehung missraten die Kinder eben. Und meist ärgere ich mich über die Eltern und nicht über die Kinder. Ich versteh z.B. auch nicht warum man auf Stadtfesten abends um 22Uhr noch mit eine Kleinkind im Wagen herumlaufen und dann noch wie eine Furie ausrasten muss wenn mal einer am Wagen hängen bleibt. Mir fahren ständig irgendwelche Mütter in die Hacken und erwarten dass jedes mal ICH aus dem Weg gehe oder sie drücken ihren Kindern im Laden jeweils einen Einkaufswagen in die Hand und ich soll mich dann nicht beschweren wenn ich einen von den Zwergen mal zur Seite schiebe. Kinder lernen heute auch teilweise nicht mehr wie man sich zu verhalten hat, sie kennen keine Regeln mehr und werden zu egoistischen, verwöhnten Rotzteufeln erzogen.
    Ich versuch auch wirklich keine Kinder zu tadeln sondern mich an deren Erzeuger/Verursacher zu wenden.
    Eltern müssen einfach aufhören zu glauben dass sie immer vorrecht haben und sie allein das dürfen. Es sind wahrlich nicht alle so, dass sag ich gar nicht aber die negativbeispiel fallen eben immer auf.

    LG
    K.ro

  2. Mir ist das alles zu pauschal. Es gibt genauso viele Geschichten, in denen die lieben Kleinen sich so unangenehm aufführen, dass z.B. ich auch manchmal – wenn ich nicht wirklich entspannt genug bin, damit umzugehen – mich woanders hinsetze oder eben auch auf dem Absatz kehrt mache. Dass ich nicht jedem meine Motive um die Ohren hauen muss und das auch nicht tue, ist eine andere Sache.
    Ich mag Kinder, ich beschäftige mich gerne mit Kindern und ich habe mich selbst bewusst gegen eigene Kinder entschieden. Warum wird dann von mir erwartet, mich grundsätzlich mit fremden Kindern auseinanderzusetzen, die mein Recht auf z.B. einen entspannten Restaurantbesuch grob verletzen?
    Kinder dürfen auch Grenzen kennenlernen, in denen sie ihre eigene Individualität zurückstellen dürfen. Und selbst wenn es die Kinder sind, die manchmal nerven, sind es die Eltern, die ich am liebsten mit dem Ergebnis ihrer „Erziehung“ konfrontieren würde. Da werden eine Menge kleine Narzissten großgezogen. Kleine Menschen, die der Meinung sind, die Welt dreht sich nur um sie herum und alle anderen sind dafür da, ihre Wünsche zu erfüllen. Sie lernen nicht, dass es andere Individuen um sie herum gibt, die ebenfalls Wünsche haben, die es vielleicht auch zu respektieren gibt. Manche Menschen sollten sich lieber einen Hund oder eine Katze anschaffen, statt Kinder, die dann vor den Fernseher gesetzt werden und alles bekommen, nur damit die Eltern sich nicht auseinandersetzen müssen. Und das ist auch pauschal, eben nur aus einem anderen Blickwinkel.
    Und ich weiß, dass es ebensoviele liebe, neugierige, clevere, interessante Kinder gibt. Kinder die uns in ihrem Verhalten auch staunen lassen, statt auszuflippen 😉 Und es macht ebenso Spaß, diesen Kindern dabei zuzuschauen, wie sie die Welt kennenlernen und Strategien ausprobieren, um zu bekommen, was sie wollen. Es heißt, es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Vielleicht fehlt vielen Kindern das Leben mit geeigneten Vorbildern? Und auch Menschen, die sich eindimensional durch ihr Leben manövrieren, fehlen Einsichten in die Lebensmodelle anderer Menschen und vor allem der Respekt, dass andere Menschen andere Dinge wertschätzen und lieben und brauchen als sie selbst. Schade, aber so ist es eben.
    Ich finde es legitim, dass man Menschen meidet, die man nicht um sich haben will und da mache ich mal keinen Unterschied ob es Hausfrauen, Kinder, Chinesen, alte Menschen oder gute Freunde sind. Es kann 1000 Gründe geben, warum ich manche Dinge/ Menschen in bestimmten Momenten nicht um mich haben will. Aber alle diese Gründe haben nur etwas mit MIR zu tun und nicht mit den Kindern und Hausfrauen und so weiter. Also bitte nehmt das doch nicht persönlich. Und ganz ehrlich: die Verknüpfung zwischen „Kinderunfreundlichkeit“ und Geburtenrate kaufe ich nicht. Das ist ein Mem, das hoffentlich nicht weitergetragen wird. Denn was dir da passiert ist, hat für dich genau die Bedeutung, die du gegeben hast, weil du es so entschieden hast. Du hättest auch eine ganz andere Bedeutung geben können, bei der sich auch dein Kind nicht abgelehnt fühlen würde. Denn genau das hast du möglicherweise deinem Kind in dem Moment gelernt. Das es als Kind abgelehnt wird, weil die Gesellschaft Kinder ablehnt. Aber ist das wirklich so? Wenn du nach Beispielen suchst, die deine Meinung bestätigt, dann wirst du sie finden. Das wird die Welt, die du gerne ändern würdest, leider NICHT ändern. Du kannst die Welt ändern, wenn du andere Erwartungen an die Welt stellst und nach Beweisen für diese suchst.
    Respektloses Verhalten anderer Menschen darf man ignorieren oder belächeln, bedauern oder nachäffen. Was du nicht machen solltest ist, den Dingen Aufmerksamkeit zu schenken, die du nicht haben willst.
    Und noch ganz zum Schluss: Es geht nicht um Quantität (die Menschheit wird nicht aussterben) es geht um Qualität, Lebensqualität. Und die bestimmt jeder einzelne indem Maße, indem er/ sie sich selbst verhält. Nicht schimpfen, an die eigene Nase fassen, besser machen. 😉

  3. Hmm, also das ist schon wirklich krass. Ich habe soetwas ehrlich gesagt noch nie erlebt. Im Gegenteil, hier in Berlin scheinen die Menschen Kindern gegenüber sehr aufgeschlossen.
    Kommt natürlich auch immer auf die Situation an. Wenn du da mit Kindern zu tun hast, die im Bus hin und her rennen, mit den Schuhen auf die Sitze steigen und durch den ganzen Bus brüllen, hast du auch schon mal den einen oder anderen (u.a. auch Busfahrer 😉 ) der dann ausrastet. Das finde ich aber durchaus angemessen.

    Das Verhalten einiger Eltern ihren Kindern gegenüber finde ich viel furchtbarer. Wieso entscheidet man sich für Kinder wenn man sie dann nur ungeduldig anbrüllt oder ausrastet wenn sie auf dem Spielplatz spielen und dann die teuren Nike-Schuhe even dreckig werden?

    Alles in allem denke ich, dass du vielleicht einen extremen Ausnahmefall erlebt hast, aus dem man auf keinen Fall auf die Allgemeinheit schließen sollte. Die Geburtenrate geht meiner Meinung nach zurück weil sich die wirtschaftlichen Situationen extrem verändert haben. Früher war es möglich dass ein Elternteil arbeiten geht, und das andere (meist die Frau) blieb zuhause–die Familie hatte aber trotzdem genug Geld um gut zu leben.
    Das können wir uns doch heute gar nicht mehr vorstellen. Ich kenne viele Familien, die gerne mehr Zeit mit Kindern hätten, es sich finanziell aber einfach nicht leisten können dass einer aufhört zu arbeiten. Kinder sind ein Vollzeit-Job an sich, und zwei Vollzeit-Jobs zu haben ist nicht jedermans Sache.
    Zudem ist die berufliche Situation für Mütter, die in den Beruf zurückkehren wollen leider immer noch alles andere als ideal. Deswegen, denke ich entscheiden sich viele Menschen heute keine Kinder zu haben.

    Was aber angesichts der Überbevölkerung der Welt und den drohenden Ressourcen-Knappheiten kein Weltuntergang ist. Die Menschheit wird nicht aussterben. 😉

  4. Hmmm … vielleicht hat sie gerade ein Kind verloren und will sich daher nicht damit konfrontieren. Oder die beiden genießen einen jener raren Abende ohne eigene Kinder. Könnte ich übrigens bestens nachvollziehen.

  5. Hallo Alina.
    echt unfassbar. Bei mir ist es auch so, dass ich mich jetzt nicht darum reiße direkt neben einem kind mit tobsuchtsanfall im restaurant zu sitzen….aber so global zu sagen…“oh gott, da sitzt ein kind!“ geht ja mal echt gar nicht. Was glaubt sie denn, wie sie so war als sie klein war?

    Vielleicht gibt es wirklich irgendwann mal den Kinderbereicht, so wie es den Raucherbereicht früher gab…….wobei…hätte ja auch was….da kann man sich dann wenigstens mit seinen Kindern ohne schlechtes Gewissen ausleben! 😉

    Nicht die Stimmung vermiesen lassen und ein schönes Wochenende euch!

    1. Ich habe letzte Woche erst auf Facebook ein Bild gesehen, dass ein Bekannter gemacht hat. Darauf stand auf einer Tafel, dass sein Biergarten jetzt aufgeteilt wurde in einen Kinder-Bereich und einen Nicht-Kinderbereich. Ich war völlig empört und schrieb das unter das Bild, wurde aber sofort von einigen Leuten angegriffen.
      Ich habe noch keine Kinder, aber ich finde die Vorstellung in einer geteilten Gesellschaft zu leben so schrecklich, dass ich bei solchen Dingen nicht wegsehen mag.
      Was ist nur los mit dieser Welt?
      In anderen Ländern (z.B. Schweden) habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht wie Alina. Restaurants sind sogar kinderFREUNDLICH eingerichtet, Wickelecken, Spielzeugtische und kostenlose Babygläschen wohin man sieht. Jeder Naturpark war durch kinderwagensichere Wege ausgestattet und in Museen gab es immer Schilder, die auch Kinder verstehen können.
      Jeder weiß, dass wir immer schneller auf eine Gesellschaft der Rentner zusteuern (um Gottes Willen, ich habe nichts gegen alte Leute, sie haben meinen größten Respekt!) und es wird für uns alle künftig sehr viel unbequemere Situationen geben als ein schreiendes Kind neben uns im Restaurant, wenn wir so weitermachen.
      Danke für deinen Bericht, Alina, wir müssen über solche Dinge sprechen um zu zeigen, dass das einfach nicht normal ist!
      Liebe Grüße
      Julia

  6. Wir waren gestern in einem italienischen Lokal und mein Sohn, ich glaub ziemlich gleich alt wie Deiner, hat mit dem Pizzabäcker gescherzt und der Kellnerin zugelächelt. Beide haben das forciert.
    Das Lokal war übrigens in Berlin. Es gibt also noch Hoffnung. 😉
    Ärgere Dich nicht, Idioten sind überall zu finden. Lieben Gruß, Bettie

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