Liebling, ich lese … Stürme im Gehirn, die spannende Reise einer unglaublichen Krankheit! *Anzeige

Ich bin der absolute Pessimist wenn es um schlechte Nachrichten geht. Als meine Mutter im Krankenhaus lag, aufgrund eines kleinen Schattens auf der Leber, schrieb ich in meinem Kopf bereits ihr Lebensende. Am Ende war es ernst, aber kein Krebs. Das beruhigte mich zwar, aber nahm mir nie wieder das unangenehme Gefühl, das ich meine Mutter irgendwann verlieren könnte.

In dieser Hinsicht bin ich durch meinen Beruf als Krankenschwester noch schlimmer geworden. All die persönlichen Geschichten, die ich mit angesehenen habe und Schicksale, die mich geprägt haben, sind nicht spurlos an mir vorübergegangen. Es ist kein Mythos, dass Menschen ohne Vorahnung ins Krankenhaus eingekehren und plötzlich die schlimmste Diagnose der Welt an den Kopf geknallt bekommen. Ich selbst habe mit angesehen wie durch eine Diagnose eine ganze Familie auf den Prüfstand gestellt wurde.

Ich würde mich noch nicht einmal festlegen wollen, was wirklich – die schlimmste Diagnose für einen Menschen ist. Es gibt unfassbar viele furchtbare Krankheiten mit einem noch viel schlimmeren und undenkbaren Ende bzw. Lebensalltag. Ihr seht meinen grenzenlosen Optimismus, wenn es um dieses Thema geht. Doch nichtsdestotrotz sind chronisch kranke Menschen sehr anstrengende Zeitgenossen. Sie machen es einem oft nicht leicht. Sie sind fordernd, sehr schnell schlecht gelaunt und im Krankenhaus, durch die ständigen Aufenthalte, die oftmals nicht den gewünschten Erfolg erzielen – der versprochen wurde, nicht gut auf die aktuelle Situation zu sprechen.

Ich habe das typische Verhalten nie verurteilt oder gar bewertet. Denn wie würde es mir in einer vergleichbaren Situation ergehen? Wie würde ich mit Parkinson, multipler Sklerose, an der Dialyse, Krebs oder einer ähnlich lebensveränderten Krankheit meinen Alltag verleben? Gar nicht! Es ist für mich schier unvorstellbar.

Umso faszinierender ist es für mich in meinem beruflichen Alltag auf Menschen zu treffen, die ihr Schicksal zu etwas machen, dass sie ausmacht. Kürzlich, ein halbes Jahr ist es etwa her, traf ich auf einen jungen Mann im Rollstuhl, der durch eine Behinderung an den Rollstuhl gefesselt ist – bis zum Ende seines Lebens. Zu Beginn seines Lebens konnte er noch laufen, doch die Behinderung breitet sich über die Jahre weiter aus, sodass er zunehmend seine Aktivität verlieren wird. Er besaß einen künstlichen Darm- und Harnabgang und war bei uns, weil er erneut an den Knochen operiert werden musste. Insgesamt war dies seine 43-zigste Operation.

Der Patient

Als ich in der Übergabe seine Krankheitsgeschichte hörte, stellte ich mich auf diese Art Patient ein. Er war anders. Fröhlich, zufrieden, ausgeglichen und der festen Überzeugung, dass er in seinem Leben nie dort stehen würde, hätte es seine Krankheit nicht gegeben. Er begleitet andere Rollstuhlfahrer auf ihrem Weg. Gibt ihnen Sportunterricht, spielt mit ihnen Basketball und das nicht, weil er daran glaubt, etwas Gutes zu tun, sondern weil er fest daran glaubt, dass es ein wertvolles, sinnvolles Leben im Rollstuhl ist.

Parkinson

Solch eine Begegnung hatte ich bisher nicht oft in meinem Leben, aber es gibt sie immer wieder. Die Erste ereignete sich mit einem Parkinson Patienten. Einem Mann, den ich wohl nie vergessen werde. Eine eigene Erfahrung, die mich bis heute auf meinem Weg und in meiner Einstellung zum Leben begleitet. Damals war ich noch in der Ausbildung zur Krankenschwester. Hatte gerade meinen ersten Außeneinsatz im Pflegedienst. Ich traf auf einen Mann, der so ganz anders war, als die anderen die wir täglich anfuhren. Er war so fröhlich. Machte alles in seinem Tempo, mal langsam, mal schnell und schneller werdend – so wie es für Parkinson Patientin typisch ist. Er machte – all das was er tat mit einem so fröhlichen Wesen, dass mich dieser Besuch bei ihm selbst fröhlich stimmte.

Oftmals brauchte er eine ganze Weile, bis sein Körper sich in Bewegung setzte. Er ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Er lächelte mich an und sagte trocken: „Da ist wohl jemand später aufgestanden, als ich“ Parkinson ist eine – der Krankheiten, die mich von Grund auf fasziniert. Eine neuronale Fehlleitung im Gehirn, die unseren Körper so ganz außer Kontrolle geraten lässt.

Wusstet ihr, dass Parkinson erst so richtig verstanden wurde, als einem Chemiker in seinem Hinterzimmerchen ein schrecklicher Fehler bei der Herstellung von Heroin unterlief. Für die Konsumenten hatte dies erhebliche Folgen. Für die Wissenschaft auch. Das Heroin löste bei den Konsumenten Parkinson Symptome aus, wodurch es erstmalig in der Geschichte möglich war, diese Krankheit genauer zu untersuchen. Bisher konnte diese Krankheit nur auf natürliche Weise beobachtet werden. Dank des Chemikers nicht mehr. Sie nahmen sich Tiermodelle und konnten auf diesem Weg – in rasantem Tempo Medikamente herstellen, die – die Symptome von Parkinson eindämmten. Ein wahrer Durchbruch, bis heute.

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Jon Palfreman  beschreibt in seinem neusten Buch Stürme im Gehirn die Geschichte von Parkinson. Der bekannte Medizinjournalist, der selbst unter Parkinson leidet, beschreibt in seinem Buch die Entstehungsgeschichte von Parkinson, Rück- und Fortschritte der alten und neusten #Medizingeschichte und den neusten Errungenschaften eines Antikörpers. Diagnostiziert wurde Parkinson bei ihm 2011. Seitdem leidet er an ihr. Doch er gibt nicht auf. Umso fesselnder ist sein neustes Buch mit dem Hintergrund, dass ein Teil seiner Hoffnung und seiner Geschichte selbst darin stecken.

Stürme im Gehirn

Aktuell ist dieses Buch, die Stürme im Gehirn über #Parkinson im BELTZ Verlag erschienen und mehr als einen Blick Wert. Zumindest für all diejenigen, die schon immer tiefere Einsichten in eine uns so fremde Welt gelangen wollten. Es geht im Buch nicht um eine Erkrankung, die längst nicht ausgestorben ist. Nein, ganz im Gegenteil. Sie nimmt in unserer westlichen Gesellschaft rapide zu. Dieses Buch dient, als Hoffnungsträger. Als eine Art informativer Leitfaden durch die Geschichte einer Krankheit, bis hin zu einem Ende, dass uns allen Hoffnung schürt, indem es der Entwicklung eines Antikörpers so viel Raum beimisst, dass es am Ende in der Therapie nicht nur Parkinson heilen könnte, sondern auch Alzheimer. Ist hier etwa ein neues Heilmittel auf dem Weg?

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Ich selbst lese gerne. Ab und zu mal mehr, mal weniger. In der Regel nicht unbedingt Medizin Geschichten in meiner Freizeit. Ganz im Gegenteil zu diesem Buch, denn es hat mich von der ersten Seite angepackt. Ich finde es unfassbar informativ, spannend und gut geschrieben. Die Geschichte einer so hochmodernen Krankheit, die Teil unserer Gesellschaft ist, geht uns alle etwas an. Und sei es nur um dem Mann, der unfassbar schnell auf die Ampel zugerast kommt, ein aufrichtiges Lächeln zu schenken, als ihn direkt als verrückt zu erklären.

„Der Krieg gegen Parkinson kann gewonnen werden, und ich habe beschlossen, bei diesem Sieg eine Rolle zu spielen.“

-Michael J.Fox 2002

„Dieser Artikel entstand in liebevoller Zusammenarbeit mit dem Beltz Verlag“

 

 

Alina
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Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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