Mach´s gut Du fieses schlechtes Gewissen!

Mein Sohn, ich begleite Dich, während ich mein schlechtes Gewissen hinter mir lasse.

Vor ein paar Tagen las ich auf meinem Blog einen Kommentar an mich: „Darf ich fragen, warum ihr Euch einen Waldkindergarten ausgesucht habt?“ Natürlich darfst du! in aller erster Linie haben wir uns diesen Kindergarten ausgesucht, weil er unmittelbar um die Ecke ist. Zum anderen habe ich mich dafür eingesetzt, weil mein Sohn unheimlich gerne an der frischen Luft ist. Unsere Tage zu Hause sind oft geplagt von schlechter Laune und einem unausgeglichenen Kind. Ist man erst einmal draußen, möchte er überhaupt nicht mehr nach Hause. Früher habe ich oft Tage mit ihm draußen verbracht. Leider konnte ich ihm diese Intensität, die er sich gerne gewünscht hat, zunehmend nicht mehr leisten. Vor allem nicht mehr, seit unser zweites Kind da ist.

Je älter er wurde, desto schwerer fiel es mir ihn so unausgeglichen zu Hause zu sehen. Es zerrte an meinen Nerven, dass er immer zu raus wollte. Immer mehr kam ein Gefühl durch, dass ich mehr und mehr verabscheute. Ich wurde unzufrieden, weil ich merkte, dass ich ihm nicht mehr gerecht wurde. Stetig und ständig eckten wir aneinander an. Ich konnte nur noch den kleinen Jungen in ihm sehen, der mich bis auf Mark provozierte. Mit der Zeit ging mir meine Empathie verloren, weil wir nur noch Ärger hatten.

Dann der Tag der Eingewöhnung und ich? Mit einer Lungenentzündung im Bett. So sehr hatte ich mir diesen Tag herbei gewünscht. Für ihn, meinen Sohn. Für mich, die Mutter und die kleine Schwester, die ständig Zeuge der Konfrontation wurde. Mein sehnlichster Wunsch war es, dass endlich Ruhe bei uns einkehren sollte. Am Ende verging die Zeit recht schnell und nun? Ist mein Großer seit 3 Wochen ein Waldkindergartenkind.

Der Kindergarten wird nicht alles lösen

Vorher hörte ich oft die Sätze: „Der Kindergarten wird nicht alles lösen“ oder „Mal schauen, wie es wird. Immerhin ist er nicht sehr lang“ ABER! Es ist perfekt. Der Kindergarten geht gerade mal fünf Stunden. Genug Zeit, um sich mit der kleinen Schwester und dem Haushalt zu beschäftigen. Genug Freizeit, um in Ruhe eine Tasse Kaffee für sich zu trinken. Der Hinweg durchlüftet schon am frühen Morgen die Atemwege der ganzen Familie. Ein herrlicher Start in den Tag. Später, wenn ich meinen Sohn abholen, ist er bereits eine ganze Zeit lang an der frischen Luft mit Freunden gewesen. Er hat viel zu erzählen und wir Zeit, um den weiteren Tag nach unseren Ideen zu gestalten. Nach dem Mittagessen ganz ohne schlechtes Gewissen, denn mein Sohn ist glücklich.

Jeden Tag komme ich mehr zur Ruhe. Jeden Tag komme ich wieder ein Stückchen mehr zurück zu mir. Es tut so gut, endlich wieder Ich sein zu können ohne stetigen Drang nach mehr. Es tut so gut endlich wieder unbeschwert lachen zu können ohne das Gefühl haben zu müssen ich werde keinem mehr gerecht. Es tut so gut auch mal für das zweite Kind da sein zu können, ohne schlechtes Gewissen, dass erste könnte sich zurückgestellt fühlen. Oh wie tut es gut, dass wir endlich wieder als Familie lachen und leben können.

Niemals hätte ich gedacht, dass uns diese Veränderung so gut tun wird, aber es ist so, der Große fühlt sich pudelwohl. Es geht ihm gut. Er ist unbeschwert. Erzählt von Waldfeen, Rutschpartie im Wald und ich? Lausche seinen Geschichten, während mein Herz glücklich tanzt, weil ich mich so sehr darüber freue, dass er endlich wieder Kind sein darf. Und zwar DAS KIND, dass er sein möchte.

Jeden Abend geht er ins Bett, während er sich schon so auf seinen nächsten Tag im Wald freut. Während ich abends die Augen schließe und an all die glücklichen Momente des Tages denke, in denen meine Kinder einfach nur sie waren ohne, dass sie anders sein mussten.

 

Jetzt schaue ich nach vorne. Nicht mehr zurück. Einfach, weil es uns glücklich macht!

In Liebe, eure Alina

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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