Meilenstein

Ich ziehe mich an. Mache mich fertig. Der heutige Morgen ist nicht wie jeder gewöhnliche Morgen. Ich fahre zu meiner letzten Therapiestunde. Heute endet wieder einmal ein großer Meilenstein in meinem Leben. Es war ein sehr emotionaler Weg, den ich im vergangenen Jahr zurückgelegt habe. Im letzten Jahr hab ich mich, nach diesem Schicksalsschlag dazu entschieden, eine Therapie zu beginnen. Ich brauchte Unterstützung, um wieder nach vorne schauen zu können. Das Leben beim Schopf zu packen.

Dabei war alles so perfekt. Die Geburt meiner Tochter. Unser Familienleben, das mich glücklicher machte, denn je. Plötzlich dieser Schicksalsschlag mit dem ich nicht umgehen konnte. Eine Traurigkeit, die ich SO nicht kannte. Ich wusste mir nicht mehr zu helfen. Mich selbst betraf dieser Schicksalsschlag eigentlich nicht. Was mir noch schwerer fiel zu ertragen. Ich konnte bei mir nichts verändern. ICH musste lernen, die Situation SO anzunehmen, wie sie war. Genau DAS riss mir die Füße unter dem Boden weg. Zerpflückte alles, was ich je vom Leben erwartet hätte. Ging in Mark und Bein. Plötzlich spürte ich, wie meine Kinder darunter litten. Mein Mann unter meiner Traurigkeit.

Vom Leben enttäuscht

Ich suchte mir Hilfe. Bekam sie. Unterm Strich tat es mir gut, mich wieder mit mir und meiner Seele zu beschäftigen. Mich damit auseinanderzusetzen, wann sich das Kämpfen lohnt, oder ob loslassen nicht manches mal die bessere Wahl für uns darstellt.

Geh von der Bühne

Ich lernte mich ins Publikum zu setzen. So viele Geschehnisse, Menschen lassen sich nicht ändern. Warum immer mit ganzem Herz dabei sein, wenn wir das ganze nicht von der Bühne aus bespielen müssen? Manches Stück lässt sich viel besser aus dem Publikum ertragen. So handhabe ich es heute öfters. Spüre ich, dass ich meinen gegenüber ohnehin nicht überzeugen kann, setze ich mich in den Zuschauerraum.

„Ich bin nicht Deiner Meinung“ hältst Du das Gefühl aus?

Ich habe im letzten Jahr gelernt, dass es keine Schwäche ist von seiner Meinung in der Partnerschaft abzutun. Es stellt sich mir vor jedem Konflikt die Frage! „Ist mir diese Sache so wichtig, dass sich das Kämpfen lohnt?“ In der Regel sind es Kleinigkeiten. Die Energie kann ich mir sparen.

Ich habe mir eine Liste über all jene Dinge gemacht, die mir wichtig sind. So fokussiert, kann ich sie ganz gut verbalisieren. Zu meiner eigenen Überraschung durfte ich feststelle, je klarer ich bei mir bin, desto besser gelingt uns in der Familie unsere Kommunikation.

Symptomträger Kinder

Ebenso habe ich die Erfahrung gesammelt, dass Kinder hervorragende Symptomträger sind. Geht es Mama oder Papa schlecht, lebt nicht selten das Kind diesen Konflikt aus. Je klarer ich also auch hier bei mir bin und meinem Kind eine starke Meinung suggeriere, desto besser klappt unsere Beziehung. Ich dachte immer, dass meine Kinder einfach nur mich brauchen. So, wie ich bin, egal mit welchen Gefühlen. Die Realität zeigte mir jedoch einen spürbaren Unterschied. Kinder brauchen in der Tat eine führende Hand. Die zwei sind so viel ausgeglichener, als letztes Jahr. Das ist wirklich wahr und überhaupt nicht weniger bedürfnisorientiert. Lediglich von allen Seiten klarer.

Ich erwarte nichts von Dir

Zudem habe ich mir zu Herzen genommen, dass ich von meinem Partner eigentlich nichts zu erwarten habe. Auch dies ist weder wertend, noch negativ gemeint. Ich meine damit, dass ich für mich selbst verantwortlich bin. Möchte ich gerne das die Küche aufgeräumt ist? Dann bin ich dafür verantwortlich. Klingt ätzend? Ist es auch. Doch auch hier lehrt mich meine Erfahrung, dass je weniger wir vom Anderen erwarten, desto mehr ist dieser auf lange Sicht bereit zu geben.

„Alles braucht seine Zeit“

Jede Veränderung braucht Zeit. So haben wir uns hier Zuhause im letzten Jahr ganz langsam, aber beständig an diese neuen Wege angetraut. Die größte Veränderung beginnt dabei in jedem Menschen selbst.

Ich kann von niemanden erwarten, dass er mich rettet und so habe ich diesen Weg alleine aufgenommen. Heute bin ich froh darüber, dass wir uns alle auf diesem Weg wiedergefunden habe. Ich freue mich auf die kommende Zeit. Auf unser Familienleben. Den Sommer. Blicke der Zukunft mit wahrer Freude entgegen.

 

Das Glück liegt einzieg und allein in unseren Händen

Ich habe im letzten Jahr viel gelernt.
Nun ist es an der Zeit dies zu leben & umzusetzen.

 

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Alina

Ich bin 29 Jahre jung und inzwischen Mama von zwei Kindern. Einem Sohn (01/14) und einer kleinen Tochter (08/16). Gemeinsam leben wir am Stadtrand von Köln. Streifen durch die Wälder. Kochen, backen und tanzen zusammen.

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