Mein Fastentagebuch | 2. & 3. Tag

Der erste Tag vom Fasten ist mit Abstand der schwierigste für mich gewesen. Loslassen. Sich drauf einlassen und wirklich beginnen, das fiel mir immer schon schwer. Mein zweiter Tag erwies sich als recht angenehm. Zum Frühstück gab es einen leckeren grünen Tee mit einem separaten Löffel Honig für meine Energiezufuhr und mittags eine selbst gemachte Tomatenbrühe. Das Schwierige am Fasten zu Hause, als Mutter ist eigentlich nur, dass die Kids weiter versorgt werden. Ansonsten habe ich mich an Tag zwei bereits an die wenige Nahrung gewöhnt und fühle mich fit, wie lange nicht mehr. 

Gewogen habe ich mich extra nicht, da ich nicht möchte, dass sich all meine Gedanken rund um das Gewicht drehen. Ich möchte mich ganz dem Fasten und mir widmen. Schauen, was ich lerne und wo ich ansätzen möchte, wenn diese Zeit vorbei ist. Wie lange ich durchhalten möchte? So, wie es mir gut tut.

 

Tag 3 vom Fasten

Der dritte Tag hat es in sich. Draußen ist es heiß. Knapp 30 Grad und die Kinder müssen zu einigen Terminen. Zum Frühstück gab es wie gewohnt meinen Tee mit einem Klecks Honig. Ich stelle fest, meine Energie fehlt mir. Fühle mich gut und doch ist mir ziemlich schummrig. Deswegen trinke ich mehr Saft, als die letzten Tage, um irgendwie diesen leichten Kopfschmerz wegzubekommen, doch so recht, will er nicht weg. Ich möchte mich ausruhen. Leider ist heute keine Zeit dafür, was mir ziemlich zu schaffen macht.

Zur Motivation habe ich mich heute früh auf die Waage gestellt. 2 Kilo sind weg. Das tat schon einmal gut zu sehen. 85 Kilo.

Letzte Nacht hatte ich einen so merkwürdigen „Traum“, dass ich alles gleich beenden wollte. So eine Angst jagte er mir ein. Wobei eigentlich ist es kein Traum gewesen. Es war eine Art „Krampfanfall“. Zumindest für mich. Ich zitterte und zitterte und sehnte mich nur danach aufzuwachen. Ich begann zu wimmern. So laut, dass Patrick mich sanft in meinen Schlaf zurück streichelte.

Fasten tut gut

Am nächsten Morgen erinnerte ich mich ganz genau an meine Gefühle. Ich erinnerte mich an dieses Erlebnis. Schon beim zu Bett gehen, dachte ich: „Wow – wie schwerelos du dich fühlst“. Auf der einen Seite wunderbar. Auf der anderen Seite beängstigend so leicht zu sein. Am dritten Tag kommt mir immer mehr das Bewusstsein dafür, dass ich mich mit meinem Essverhalten hinter einer Mauer verstecke. Meine Figur ist meine Antwort an mich selbst „nicht gut genug zu sein“. Sie zeigt meine Schwäche. Gibt mir das Gefühl nicht stark genug zu sein. All meine Fehler gebündelt in einer sichtbaren Antwort – meiner Figur.

Ich spüre, dass ich mich eigentlich gar nicht so gerne ernähre, wie ich es tue. Mir wird bewusst, wie viel ich zwischendurch esse und auch trinke. Das ist Wahnsinn. All das macht mich über meinen Tag hindurch träge, denn mein Darm ist wohl durchgehend am arbeiten.

Es ist spannend zu beobachten, wie selbstsicher ich werde. Mit wie viel Überzeugung ich plötzlich auftrete, ohne mich dabei schlecht zu fühlen. Verstecken? Wofür? Ich fühle mich gut. Das ist wirklich ein schönes Gefühl und gibt mir sehr viel positive Energie. Ich sehe Situationen viel klarer. Bin wacher und dadurch viel angenehmer im Kontakt.

 

 

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Alina

Ich bin 29 Jahre jung und inzwischen Mama von zwei Kindern. Einem Sohn (01/14) und einer kleinen Tochter (08/16). Gemeinsam leben wir am Stadtrand von Köln. Streifen durch die Wälder. Kochen, backen und tanzen zusammen.

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