Mein Leben als Mama, wie es sich in den letzten Jahren verändert hat!

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„Ich bin nicht als Mama geboren worden“

Ich erinnre mich gut an mein Leben als Single. An das unbändige Gefühl, meine Freiheit in vollen Zügen genießen zu wollen. Es gab die Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit. Doch am Ende siegte das Verlangen nach Freiheit. Ich liebte das Gefühl der Freiheit. Im Leben tun und lassen zu können, was ich wollte. Das Schönste daran war – das Leben liebte mich genauso. Keinen Gedanken verschwand ich an die Möglichkeit meinem Leben einem Kind zu widmen. Ich mochte Kinder nicht einmal sonderlich. Im Abitur als ich die Weichen meines Lebens struckturierte, zweifelte ich öfters daran, ob ich überhaupt dazu bereit sein würde ein Kind groß zu ziehen. Ich war glücklich. So wie es war. Ich liebte mein Party Leben, meine Nächte – in denen ich  ziellos mit Freunden durch die Gegend zog. Ich trank gut und gerne. War nicht das Püppchen, sondern die junge Frau, die nachdem ultimativen Reiz des Lebens Ausschau hielt. Daran hatte ich Freude.

Ich als Mama

Es waren großartige Nächte. Wir wussten nie was eine Nacht für uns bereit hielt, ob ich in die Schule gehen würde oder nicht. Mein Leben fand nur in dieser Nacht statt. Ich lebte meine Jugend in vollen Zügen. Bereute nichts, verschwendete nicht einmal einen Gedanken an ein anderes Leben. Bis es an mein Herz klopfte. Erst leise und mit der Zeit immer lauter. Auf einmal tauchte auf meiner Bildfläche ein Mann auf. Ganz anders als ich ihn mir vorgestellt hatte. Er hatte was. Etwas, dass die anderen nicht hatten. Ich ließ ihn eintreten. Letztendlich bat ich ihn zu bleiben. Heute würde ich es nicht wieder tun. Dieser Mann nahm mir meine sichere Welt. Er weckte ihn mir Träume und Sehnsüchte – von denen ich keine Ahnung hatte.

Wir verbrachte Nächte damit uns Stunden lang zu unterhalten. Nachts saßen wir im kalten Auto und redeten: Über uns, über das Leben, über die – die wir waren. Unsere gemeinsame Zeit schien uns durch die Finger zu Rinnen. Mit ihm kam Liebe in mein Leben. Es kam die Zeit in der hatte er keinen Platz mehr  in meinem Herzen. Er war zu meinem Herzen geworden.

Ohne das ich es bemerkte – verliebte ich mich in die Vorstellung eines gemeinsamen Lebens mit ihm. Einem Leben, das ohne den jeweils anderen keinen Sinn zu machen schien. Etwas, das ihn für immer mit mir verbinden würde. Über das Leben hinaus. Er war nicht bereit dazu. Noch nicht. Als ich endlich bereit dazu war – meine Träume für eine lange Zeit zu begraben und einen anderen Weg einzuschlagen, indem ich mich für eine Weiterbildung zur Intensivschwester bewarb, passierte es – ich wurde schwanger.

In der Zwischenzeit hatte ich all meine Wünsche so tief vergraben, dass ich nicht mehr wusste – ob wir es schaffen würden. Er und ich hatten uns verändert. Doch viel schlimmer, wir waren ganz offensichtlich nicht bereit dazu, gemeinsam Eltern zu werden. Das Paar, das wir waren – war dazu nicht bereit. Jetzt war es so. An dieser Stelle gab es für uns keinen Weg zurück. Die Schwangerschaft verbrachte ich mit Zweifeln, ob ich für meinen Sohn je dazu bereit sein würde eine liebevolle Mutter darzustellen. Während in mir ein kleiner Mensch heran wuchs, wurde die Liebe einer echten Mutter – Tag für Tag ein Stückchen größer.

Ich wurde Mama

Als er letztendlich geboren wurde gab es keinen Zweifel mehr. In den diesen zehn Monaten hatte ich mich verändert. In mir wuchs, ohne das ich es je hätte beeinflussen können – ein Teil heran, der mich zu etwas anderem werden ließ. Ohne das ich es großartig wusste, wurde zu einer Mutter. Inzwischen fälle ich jeden Tag Entscheidungen, die sich wohl Erziehung nennen dürften. Abends räume ich das Spielzeug des kleinen Mannes mit Handgriffen beiseite, die mich an meine eigene Mutter erinnern. An ihre tiefe Liebe zu mir.

Wenn ich nachts wach werde reicht mein erster Blick hinüber zu meinem Sohn. Ich kontrolliere seine Atmung , streiche ihm über seinen zarten Kopf. Tief in mir weiß ich in diesem Moment ganz genau – es wäre für mich nie vorstellbar gewesen, aber es ist der beste Ort, den es heute für mich gibt. Mein zuHause. Ich bin nicht als Mutter geboren worden, aber in den letzten Jahren habe ich mich dazu entwickelt. Der Alltag ist verdammt hart, verdammt aufwändig, aber mit 100iger Sicherheit bekommen wir alles doppelt und dreifach zurück. Das Leben scheint so unspektakulär, doch am Ende eines jeden Tages war es der beste Tag – den das Leben je für uns hergab.

Jetzt muss ich aber los meine Lieben, denn ich muss kochen, putzen und aufräumen, doch irgendwo dazwischen wird es eine Zeit geben in der mein kleiner Sohn vor mir stehen wird und darum bitten wird ihn zu lieben. Ich werde ihn auf den Arm nehmen mit ihm spielen und wir beide werden für diesen Moment das Gefühl haben, es gibt auf dieser Welt jemanden der uns aufrichtig, von ganzem Herzen liebt und wir werden glücklich darüber sein und einen ganzen Moment davon zehren können, weil es das Schönste ist, das diese Welt je für uns zu bieten haben wird.

Es ist das einzig wahre Glück! Unsere Liebe für einander  …

In Liebe eine Mama!

 

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

3 comments

  1. Ich verstehe immer nicht, warum sich so viel verändert, wenn man einen Partner hat oder Mutter wird? Bei mir ändert sich nichts … in einer Beziehung behalte ich meine Freiheiten und lebe mein leben und das einer anderen Person. Auch als Mama hat sich nichts verändert, ich lebe mein Leben, verstelle mich nicht und gebe auch nichts auf. Einer von vielen Gründen, weswegen ich so ausgeglichen und glücklich bin.

    1. Liebe Julia,

      ist doch sehr schön für dich. Ich hab es getan, weil ich vorher kein Bindungsmensch war und es hat sich für mich positiv verändert. Vielleicht war es vorher doch unbemerkt schlecht? Ich weiß es nicht. Nur das was ich beschrieben habe.

      Liebe Grüße Alina

  2. Unbekannterweise wollte ich zu diesem fesselnden, wunderschönen Beitrag gratulieren! Toll, wie Du Deine persönlichen Veränderung sowie die Deiner Lebensumstände beschreibst! Ehrlich und zum Teil ergreifend. Viele Grüsse! Claudia

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