Freundschaften kommen und gehen. Manchmal bleibt eine Äußerung mit fatalen Folgen.

Seit ich Mutter geworden bin, hat sich vieles verändert. Ich habe mich verändert. Ich bin nicht mehr der Trauerkloß der, nachdem Sinn des Lebens sucht. Den habe ich inzwischen lebhaft, zwischen meinen Beinen umher wirbeln. Mit meiner Rolle, als Mutter sind viele Dinge verschwunden, haben sich verändert oder verschoben, doch vor allem eins hat sich verändert: Ich will besser sein und das insbesondere zu mir. Ich kann nicht mehr ausschlafen, kann nicht mehr tun, was ich möchte, doch in den wenigen Momenten, die nur mir gehören, möchte ich nicht hungern, nicht angefeindet werden und mich nicht mit Äußerungen von Freunde rumschlagen, die mir mitten ins Herz gehen.

Wenn ich zurück blicke ..

Wenn ich zurück auf mein Leben und auf meine Freundschaften schaue, haben sie eins gemeinsam: sie waren immer unausgewogen. Für die einen tat ich alles, sie aber nicht für mich und umgekehrt genauso. Ich habe nie Freundschaften beendet, sie haben sich ausgeschlichen. Auf leisem Weg. Die Jungs haben sich in meiner Schwangerschaft leise, aber ebenso ruhig von mir und unserer gemeinsamen Zeit verabschiedet, einige wollten mich treffen, doch als ich kichernd mitteilte, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, kamen stumme Reaktionen, wie:

Ich meld mich wieder.

Gute Freundschaften verflogen, wie ein Zettel im Wind. Diese Zeiten waren nichts weiter, als Geschichten, die mit eben jenem Zettel in die Weiten des Himmels emporstiegen. Ich erinnere mich gerne an diese Zeiten zurück, an die Zeiten, in denen wir Stunden, Nächte vor Schulen saßen mit lauter Musik und einem leckeren Bier, es konnten gerne Mal mehr sein. Egal wie viele Biere es waren, wir waren immer füreinander da. Ich hatte keinen Partner an meiner Seite, mit dem ich Tag und Nacht planen musste, Zeiten absprechen.

Ich war frei, das lebte ich.

Über meine Freunde definierte ich mich und gemeinsam waren wir die Ausgestoßenen. Die Menschen, ddie über den Tellerrand der Gesellschaft gefallen waren, noch keine 20, aber geprägt und gezeichnet, wie ein Scherbenmeer aus teuerstem Porzellan. Das verband uns und gemeinsam konnten wir über die Traurigkeit des Lebens lachen. Uns machte der Zustand des Verlustes nichts mehr aus, denn wir hatten uns, den Freund an der Hand, die gemeinsame Verbundenheit unterm Herzen.

Ich hätte niemals gedacht, dass uns etwas trennen würde. Zu eng wirkte die Verbundenheit. Das Leben nahm jeden mit auf seinen individuellen Strom, und obwohl wir dachten, wir würden dies niemals können, schwammen wir. Jeder von uns landetet wo anders. Ich bei meinem Partner, andere in einer tollen Laufbahn und wieder andere im Nichts.

Ich kam an.

Mich trieb dieser Strom in die offenen Arme eines Mannes. Wir fingen an, uns Bett und Kissen zu teilen, und entschlossen uns dazu, es für immer zu tun. Dieser Entschluss brachte viel durcheinander und für jene Freundschaften, an die ich so sehr glaubte, war dies der Punkt, an dem es brach. Neid wurde ein fester Bestandteil einer Freundschaft.

Eine verhängnissvolle Freundschaft ..

Als unsere Kinder zur gleichen Zeit das Licht der Welt erblickten und ich mich öfters mit ihr traf, kam es zu einer Äußerung, die alles beenden sollte. Ich stellte in einem Moment der Verliebtheit fest, dass mein Baby immer und immer hübscher wurde. Das dieses Baby, dass einst schon so schön, wie der leuchtendsten Sternenhimmel zu sein schien, immer und immer hübscher wurde, wie konnte das sein? Ich dachte, es könnte nicht mehr schöner werden. Ich fragte sie, ob sie dieses Gefühl auch so gut kennen würde. Sie verneinte und teilte mir mit, dass sie meine Freundin sei und aus diesem Grund niemals was gesagt hätte, aber mein Kind nun ja, auch kein schönes Baby gewesen sei, doch nun würde er sich langsam machen.

Sie sagte, so etwas würde man nicht, als Freundin sagen, doch ich würde wohl selbst sehen.

Ich war fassungslos. So missverstanden zu werden, war für mich ein Schlag ins Gesicht. So eine Sicht auf mein geliebtes Baby war ein Schlag ins Gesicht. So eine Aussage einer Freundin war ein Schlag ins Gesicht, in die Magengrube, ins Bein, ins Herz, es war unbeschreiblich schmerzhaft. Ich ging geknickt nach Hause und von jenem Tag an, sah ich sie nie wieder. Ich klärte es nie auf. Ich war zu verletzt. Ich redete nur mit meinem Partner und den engsten Freunden drüber, sie versicherten mir, dass mein Baby hübsch sei, doch mein Herz konnte in jenem Moment keiner reparieren. Der Verlust dieser Freundin schmerzte!

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Ich habe nicht mehr viele Freunde, habe aussortiert und wurde selbst aussortiert, vier sind es noch – um genau zu sein, doch umso schöner ist es, dass ich diese Menschen nicht unterm Herzen, nicht am Herzen, nicht neben meinem Herzen, sondern unmittelbar in meinem Herzen trage. All jene Menschen, bei denen ich weiß, dass sie da sein werden, wenn ich irgendwo stehe, emotional oder physisch, das ist egal, sie werden da sein, um mich abzuholen, denn dass haben sie immer getan, die einen länger, die anderen kürzer, doch sie haben es immer mit ihrem Herzen getan. Sie waren immer da und werden es immer sein, egal wo wir sind. Dafür bin ich euch unendlich dankbar. Und auch ich werde immer da sein. Ich habe viel gelernt, habe viel eingebüßt, habe viel verstanden.

 

 Eure Alina!

 
PS: Seit gut zu denen, die ihr liebt. Schätzt die, die ihr nicht kennt und verurteilt nicht jene die, wie ihr ein Herz haben, das ihr treffen könntet.

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Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

3 comments

  1. Lieber weniger gute Freunde, mit denen man durch Dick und Dünn geht, aber die auch bei Wellengang bleiben als solche, die bei ersten kleinen Unebenheiten sich nicht mehr melden. Ist doch klar, dass jede Mama ihr Baby hübsch findet, und die Babys sind ja auch süß. Da muss man nicht neidisch sein oder blöde Kommentare abgeben. Echte Freunde lassen einen im Glück!

  2. Tja, Freunde kommen und gehen. Die, die aber bleiben, sind wahre Freunde und bei denen lohnt es sich, Zeit zu investieren.
    Diese „Selektion“ an Freunden habe ich schon lange hinter mir und akzeptiert. Ich empfinde es auch als sehr entspannend, mich nicht mehr um 20, sondern nur noch um 2 „kümmern“ zu müssen. Allen kann man es eh nie recht machen. Es ist nur schade, wenn Leute um Freundschaften kämpfen, obwohl schon alles verloren ist. Aber gut, da muss jeder selbst die Erfahrung machen.

    Zum Kommentar:
    Gewisse Dinge denkt man sich einfach nur und spricht sie nicht aus. Schon traurig, wenn man nicht weiß, wann man was sagt.

    LG
    Christin

  3. Sorry, aber hackt es dieser mir unbekannten offensichtlich blinden Frau? Klar findet jeder sein Baby am hübschesten, aber deswegen einer anderen Mama- die genauso über ihr Kind denkt, etwas Gegenteiliges zu sagen? Das ist mehr als unfair und zeigt, dass sie kein guter Mensch ist. Also sei froh, dass du sie nicht mehr in deinem Leben hast und genieße die Zeit mit deinen wenigen guten Freunden. Denn so ist das im Laufe der Zeit- die Freunde werden weniger, aber intensiver. LG Bella P.S: Und Samuel ist ja wohl sowas von süß, da besteht keinerlei Zweifel.

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