Von deiner Mutter // „Ich hab dich lieb mein Sohn“

Von einer Mutter an Ihren Sohn …

In diesem Leben sind wir seit mehr als zwei Jahren Mutter und Sohn. Gemeinsam haben wir in meinem Leben meine bisher schönste Rolle eingenommen. Ich wusste, dass unsere Reise fantastisch werden würde. Schon als ich vor zwei Jahren den ersten Blick in Deine Augen erhaschen durfte – wusste ich: Genau davon will ich noch mehr erleben. Ich wusste, dass ich endlich, nach so langem Suchen meinen Platz gefunden hatte.

Unsere wunderschöne Reise begann. Es gab im Hier und heute nur Dich und mich. Jeder Tag bereitete uns ein neues Abenteuer. Langsam aber sicher lernten wir uns im Alltag kennen, lieben und aufeinander einzulassen. Du als kleiner, neugieriger Mensch fingst an Grenzen zu erproben. Ich als deine Mutter fing an dir Grenzen zu setzen.

Eins hatten diese Tage gemeinsam: Es gab Dich und mich.

Irgendwann hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich dieses Wunder, dass ich in den letzten zwei Jahren mit Dir erleben, durfte noch einmal erleben werde. Mensch was war dass für unbeschreibliches Gefühl? Mein Gefühl, das mir immer gesagt hatte, wir sind noch nicht komplett – fing an sich zu schließen. Ich war so glücklich über dass Wunder, dass uns als Familie bevorstand.

Mein Bauch fing an zu wachsen. Mit ihm kam die Gewissheit: Es ist kein Traum, dieses Wunder ist echt. Wir mussten lernen zurück zu stecken – beide. Du musstest lernen, dass ich langsamer wurde. Heute kann ich sagen: Du meisterst die Veränderung toll. Mit viel Zeit und Liebe nimmst du mehr und mehr Kontakt zu deinem kleinen Geschwisterchen auf. Lernst zu verstehen was passiert.

Mutter und Sohn
Mutter Sohn

Seit Anfang des Monats wissen wir: Du bekommst eine kleine Schwester. Seitdem ist es gewiss – etwas vollkommen Neues rollt auf uns zu. Manchmal denke ich, wir wussten immer, dass etwas Neues ansteht, aber keiner konnte es greifen. Jetzt wissen wir, dass deine kleine Schwester ab Mitte August unser Leben bereichern wird.

Auf einmal ist alles so unfassbar real und ich habe Angst. Angst davor, dass unsere Zeit vorbei sein wird. Dass wir beide – das Team, das Tag ein Tag aus auf Safari war, sich nun verliert. Dass Du dir jemand anderen suchen wirst – mit dem Du deine Abenteuer alleine erleben kannst. Dabei hoffe ich, dass wir diese neue Zeit zusammen bestreiten werden: Du als großer Bruder – Teil einer wachsenden Familie.

Ohne dich dabei zurück gedrängt zu fühlen.

Ich hoffe, du wirst nie das Gefühl bekommen, dass ich Dich weniger liebe. Dass ein Mädchen mehr Mamas Leben ist, als du es je sein wirst. Ich wusste nie, was mit einem Jungen auf mich zukommt. Es war die größte Überraschung, die mir bevorstand. In meiner Schwangerschaft mit dir hatte ich oft Angst Dich nicht lieben zu können. Doch es ist wunderschön. Ich liebe es – Deine Mutter zu sein. Ich bin stolz Mutter eines Sohnes zu sein. Ohne Dich wäre mein Leben langweilig und grau.

Deine kleine Schwester werde ich auch lieben. Ich werde euch beide lieben. Ich möchte niemanden zu kurz kommen lassen. Sie soll ebenfalls die Liebe erfahren, die dir zu Teil wurde. Sie soll gestillt, gewickelt und getröstet werden, wann auch immer sie danach verlangt. Ich möchte dich dabei nicht außen vor lassen. Ich möchte, dass du immer weißt:

Ich hab dich unendlich lieb, mein Sohn – deine Mutter!

 

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

1 comment

  1. So toll geschrieben!! Genau so habe ich vor git zwei Jahren auch empfunden, als „unsere“ kleine Schwester auf dem Weg war. Es ist toll, zwei Kinder zu haben, die sich gegenseitig suchen, sticheln, vermissen, lieb habe und doch auch etwas eifersüchtig aufeinander sind. Wenn sie sich abends vor dem Schlafen gehen ihr Gute-Nacht-Küsschen geben, geht für mich immer wieder die Sonne auf. Aber manchmal, wenn der kleine Grosse mir unmissverständlich zu verstehen gibt, dass er seine Mama (oder den Papa) auch mal nur ganz alleine für sich braucht, dann denke ich etwas wehmütig an die Zeit zurück, in der ich nur ihm meine volle Aufmerksamkeit schenken konnte. Dies fehlt ein wenig mir, und ihm wohl auch. Doch das gehört zum Leben dazu- das sich Dinge verändern, dass man lernen muss zu teilen, auch wenn es schwer fällt- auch für uns Eltern. Denn es ist wirklich nicht immer leicht, beiden Kindern gerecht zu werden; man hat immer dieses stechende Gefühl, dass Einer immer zu kurz kommt- und ungewollt ist das eben oft der „Grosse“. Ich wünsche Dir und Euch viel Glück und dass Ihr die neue Bereicherung mit ganzem Herzen annehmen werdet!!!

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