Mom Thoughts // Die letzte Geburt und Ihre Narben!

Noch ca. 13 zehn Wochen bis zur nächsten Geburt. Langsam spüre ich sie wieder – die Narben, die meine letzte Geburt bei mir hinterlassen hat. Dabei bin ich kein Mensch, der stumm erträgt. Ich gehe auf Ursachenforschung. Suche Schritt für Schritt die Ursachen. Gehe penibel vor um die all die bösen, negativen Gedanken zu finden, die mir die Geburt meines ersten Kindes als mein persönliches Versagen suggerieren. Seit einer Woche sind meine Nächte begleitet von schlimmen Albträumen. Eins haben Sie alle gemeinsam – sie beinhalten jede Menge persönliche Enttäuschung. Grund genug um die letzte Geburt hinter mir zu lassen. Es wird endlich Zeit dem neuen Leben positiv gegen überzutreten. Denn wenn ich eins gelernt habe in dieser Schwangerschaft, dann das jedem Wunder neue Hürden und Wege gegenüberstehen.

nach Kaiserschnitt
Nach Kaiserschnitt: Die letzte Geburt und ihre Narben!

Also was macht es mir so schwer, die letzte Geburt als das hinzunehmen, was sie war? Eine Geburt, bei der ich alles Menschen mögliche versucht habe, um mein Kind natürlich auf die Welt zu bringen. Letztendlich ist es nach ein paar Stunden aufgrund eines Geburtsstillstandes zu einer sekundären Sectio gekommen. Ein Eingriff, den ich mehr als alles andere auf dieser Welt vermeiden wollte. Ich habe gekämpft wie eine Löwin, aber am Ende siegten die Ärzte.

Ja so fühlt es sich an. Wie ein Versagen, ein Überreden seitens der Ärzte auf ganzer Linie. Bis heute hat mich nie das Gefühl losgelassen, dass ich selbst hätte mehr tun können. Ich hätte gerne mehr mit den Hebammen zusammengearbeitet.Hätte gerne mehr von dem verstanden, was da gerade in mir und um mich herum passiert. Als mich von Ärzten verrückt machen zu lassen, dass die Geburt ohne einen Kaiserschnitt zum Scheitern verurteilt ist.

Ich habe mich überreden lassen. In einem Moment, als die Schmerzen so groß waren, dass ich sie nicht mehr ertragen konnte. Zudem fanden die jahrelangen Worte meiner Mutter: „Wir sind nicht für eine natürliche Geburt geboren“ in meinem Unterbewusstsein gehör.

Immer wieder gehe ich jede einzelne Minute der Geburt durch. Hätte ich anders reagieren können, sollen, müssen? Hätte ich den Lauf der Dinge beeinflussen können, wenn es anstelle X anders gelaufen wäre?

Eine Geburt verändert Frauen. An mir ist sie mit Sicherheit nicht spurlos vorübergezogen. Dieser Eingriff. Diese zweit größte Bauchoperation, die am Körper einer Frau durchgeführt werden kann, hat eine Narbe hinterlassen. Nicht nur die, die für jeden sichtbar am unteren Rand meines Bauches wunderschön und präzise vernäht sichtbar ist. Nein auch auf meiner Seele. In meinem Inneren. Das, was Ärzte erst hinter ihrer Notwendigkeit und ihrem eigenem Interesse wahrnehmen.

Aber wisst Ihr, was das Schöne an Narben ist? Sie können heilen. Wir können lernen sie positiv umzusetzen. In neues Gewebe. In neue Kraft. Am Ende des Weges haben wir die Chance wieder ein Stück mehr über uns zu erfahren. Und irgendwann, zu irgendeinem Zeitpunkt haben wir die Chance uns selbst zu heilen.

Meine Zeit ist genau jetzt!

Alina
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Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

2 comments

  1. Liebe Alina
    Das ist wirklich wunderschön geschrieben
    Und du hast sonrexht so etwas hinterlässt Narben wenn manchmal nicht groß aber es in deinem Leben und du trägst es mit dir In deinen Gedanken an deinem Körper , und manche lernen damit umzugehen manch einer nicht ! Aber ….. Du Hast auf keinen Fall versagt liebes ❤️ Du hast Ein Kind dein Kind In dir getragen und geboren,,, egal wie das hast du geschafft und nun lass los und freu dich auf dein 2 herzmenschlein ganz liebe Grüße Jenna

  2. Liebe Alina,

    es liest sich schön, wie Du Dir Mut machst!

    Viele Gebärende, die eine sekundäre Sectio erfahren haben, berichten ja, dass sie wenig haben ausrichten können.

    Es sind oft auch äußere Interventionen, die die Schwangere aus ihrem inneren Konzept bringen. Man ist als Mutter nicht „schuld daran“. Die hohe Kaiserschnittrate in Deutschland liegt sicher nicht an Frauen, die nicht „richtig gebären können“. Sie hat sehr viel mit medizinischer Sicherheit zu tun und gewohnten Abläufen in Kliniken.

    Eine sehr gute Vorbereitung durch Hebammen kann das Vertrauen in die eigene Gebärfähigkeit zurückgeben. „Nicht zum gebären geboren“ ist da sicherlich eine heftige Blockade, die sich echt vielleicht in Dir festgesetzt hat. Es gibt nur sehr wenige Frauen, die zum Nicht-gebären-Können verflucht sind. Sonst gäbe es sehr viel weniger Menschen auf der Erde.

    Ich wünsche Dir von Herzen eine ganz andere Geburtserfahrung und daher auch die bestmögliche Vorbereitung. Den Kopf frei zu bekommen von beängstigenden Ideen und Blockaden – das hilft bestimmt weiter!

    Ganz liebe Grüße

    Saskia

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