Pseudokrupp bei Kleinkindern // “Ich begleite dich durch die Nacht, mein Schatz”

Pseudokrupp bei Kleinkindern - Erfahrungsgeschichte einer Mama

Die letzten Tage kam wieder einiges zusammen. Das Baby schläft schlecht. Zähne sind wieder einmal auf dem Weg zu uns. Eine Zeit lang kann man schlaflose Nächte gut überbrücken. Doch irgendwann geht es einfach nicht mehr. Die Kraft schwindet. Die eigene Energie gibt den Geist auf. Meistens wird es irgendwann besser. Leider kommt bei uns seit zwei Tagen der Große mit unruhigen Nächten und großen Sorgen hinzu. Es ist immer der selbe Ablauf, wenn sich bei ihm eins ankündigt – ein Pseudokrupp Hustenanfall.

Was ist das – Pseudokrupp?

Bei uns fing dieses beängstigende Pfeifen – laute Einziehen der Atemluft, recht früh an. Mit etwa 18 Monaten wurden wir unsanft aus dem Schlaf gerissen. Erst dachten wir uns nichts dabei. Hielten es für eine Art Erkältung. Bis es einmal so schlimm wurde, dass wir dachten unser Sohn erstickt uns in den eigenen Armen. Das anfängliche laute Einziehen der Atemluft entwickelte sich zu einem beängstigenden Hustenanfall. So schlimm, dass wir kurz davor standen den Notarzt zu alarmieren.

Zum Glück bin ich Ausnahmesituationen als Krankenschwester gewohnt. Schon auf der Arbeit hieß es in solchen Situationen immer Ruhe bewahren. Das A und O einer gefährlichen Situation ist Ruhe. Panik verschlimmert jede Situation zunehmend. Also bewahrte ich Ruhe. Beim eigenen Kind leichter gesagt als getan. Trotzdem schaffte ich es. Setze den kleinen Kerl auf. Rieb ihm die Brust ein. Animierte ihn zum tiefen, ruhigen Ein- und Ausatmen. Es funktionierte – er beruhigte sich.

Nach diesem schlimmen Hustenanfall gaben wir ihm slückckchenweise etwas kaltes zu trinken. Öffneten das Fenster und versuchten dem kleinen Mann Geborgenheit uns Sicherheit zu vermitteln.

Am nächsten Tag führte uns unser Weg schnur stracks zur Kinderärztin. Inzwischen war unser Sohnemann ganz Heiser. Die Diagnose der Ärztin? Pseudokrupp! Ich hatte bereits viel darüber gelesen. Doch nie für möglich gehalten, dass dies meine eigenen Kinder betreffen könnte. Ich selbst habe nie etwas mit Atemwegserkrankungen zu tun gehabt und auch mein Freund ist nicht vorbelastet. Zudem sind wir beide keine Raucher. Dennoch schien die Diagnose sicher.

Therapie Pseudokrupp

In den meisten fällen treten die Anfälle in den späten Abendstunden oder sogar Nachts auf. Ein Grund mehr sich als Eltern mit der Therapie auseinanderzusetzen. Wir bekamen für den Notfall Cortison Zäpfchen verschrieben. Eine schnelle Lösung, um die angeschwollenen Schleimhäute wieder abschwellen zu lassen. In seltenen Fällen kann es so schlimme sein, dass selbst das Zäpfchen keine Besserung der Symptome bewirkt. In diesen Ausnahmezuständen kein zweites verabreichen, sondern umgehend ins Krankenhaus fahren oder den Notarzt alamieren, je nach Schweregrad. Zudem sollte nach einem Anfall immer ein Kinderarzt aufgesucht werden, um die Ursache oder Folgeerkrankungen ausschließen, bzw. behandeln zu können. Ein Inhalator kann veschrieben werden. Oder in manchen Fällen kann der Anfall sich auf die Ohren oder die Lunge ausbreiten.

Seitdem wir wissen mit was wir es da Nachts zu tun haben sind wir schon recht routiniert im Erkennen der Anfälle. Meist kündigt sich solch ein Anfall immer zwei bis drei Tage vor einer viralen oder bakteriellen Erkältung an. Oder er tritt im Zuge einer vorausgegangenen Erkältung ein. Was bei uns eher selten der Fall ist. Die Vorboten für solch einen Anfall beginnen bei uns mit unruhigen Nächten. Meist erzählt er im Schlaf wirres Zeug. Ist sehr unruhig und wälzt sich viel hin und her. Einen Tag drauf beginnt meist nachts der Husten. Tagsüber ist er Beschwerdefrei.

Der Husten nachts ist ein Warnsignal, dass wir nicht weiter unbedacht lassen. In der letzten Nacht in der sich der Husten wieder ankündigte hingen wir im ganzen Zimmer nasse Handtücher auf. Zudem stellten wir eine Schüssel voll heißem Wasser in die Nähe des Bettes. Natürlich so, dass sich unser Sohn nicht aus versehen mit dem Wasser in Gefahr begibt.

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Ist es zu spät und es kommt zu einem Pseudokrupp-Anfall kann es helfen mit dem Kind ins Badezimmer zu gehen und alle Wasserhähne zu öffnen. Das Kind vor den offenen Kühlschrank setzen, oder in kalte Nachtluft gehen kann ebenfalls helfen. Die größte Gefahr besteht darin, dass sich das Kind durch die Panik zu Ersticken in einen immer schlimmer werdenden Anfall hineinsteigert. Aus diesem Grund sollten die Eltern unbedingt Ruhe bewahren. Ich creme meinen Sohn meist mit einem Tyhmian-Myrte Balsam aus der Bahnhofsapotheke an Brust und Rücken ein. Einfach, weil es beruhigt und die Hände am Rücken Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen.

In der Regel treten diese Pseudokrupp-Anfälle gehäuft in den Wintermonaten auf. Wir können meist die Uhr nach ihnen stellen. Je kälter, desto wahrscheinlicher kommt es als Vorbote einer Erkältung zu solch einem Anfall. Das liegt an der Luftfeuchtigkeit. Je trockener die Luft ist, desto schlechter kann unser Sohn atmen. die Fachliteratur sagt, dass wir bis er 5 Jahre alt ist mit diesen Anfällen zu tun haben können.

Unsere Erfahrungen

Der erste Anfall liegt schon eine Zeit lang zurück. Und doch gewöhnt man sich als Eltern nie an diesen Ausnahmezustand, wenn das eigene Kind einem auf dem Arm liegt und nach Luft ringt. Im Vergleich zu anderen Erkrankungen ist es relativ harmlos. Und doch zieht sich bei mir alles zusammen, wenn unser Samuel nachts beginnt zu Husten.

Meistens finde ich an solchen Abenden kaum in den Schlaf aus Sorge und Angst von diesem bellenden Schreien geweckt zu werden. Selbst der nächste Tag, nach solch einem Anfall ist meist ungewöhnlich ruhig. Eine heisere Stimme und ein erschöpftes Kind erinnern zunehmend an die Strapazen der letzten Nacht. Es ist nicht leicht. Für alle Beteiligten. Mir als Mutter bleibt nichts anderes übrig als da zu sein. Ihm immer wieder die Sicherheit zu geben, dass er nicht erstickt. Ihn daran zu erinnern Luft zu holen. Ruhig zu werden. Mir zu vertrauen. Sich an meine Schulter anzulehnen.

Bis jetzt haben wir es gemeinsam immer geschafft. Dennoch bleibt die Angst vor dem nächsten Pseudokrupp-Anfall und wie dieser ablaufen wird!

 

 

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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7 comments

  1. Hallo Alina, ich liege gerade mit meinem pseudokrupp kranken Kind im Arm hier und kann mich genau an den ersten Anfall vor einer Woche erinnern. Finde mich da sehr in deinem Bericht wieder. Kannst du mir sagen, wie lang dein Sohn immer so an dem Husten und den anderen Symptomen zu leiden hatte?
    Lieben Gruß
    Pia

    1. Ja, also bei uns kündigt sich der Anfall immer zwei Tage mit zunehmendem Husten an. Nachdem Anfall ist er heiser und es dauert wieder so drei gute Tage bis es weg ist. Ich stelle jetzt schon immer bei der trockenen Heizungsluft eine Schale Wasser auf die Heizung – hilft ganz gut! Ich drücke Euch die Daumen, dass es schnell überstanden ist!

      Lieben Gruß, Alina

  2. Wir hatten das einmal und es war furchtbar – aber Dank Google sofort Fenster geöffnet, was kaltes zu trinken gegeben und die Nacht gewacht.

  3. Darüber habe ich ja schon so viel gehört! Meine Tochter hatte erst einmal so einen seltsamen Hustenanfall in der Nacht, wo sie kaum Luft bekam & da hatte ich schon die blanke Panik und wusste nicht so richtig was ich tun sollte. Danke für diesen hilfreichen Artikel!!

  4. Oh wei, wir sind von Pseudokrupp echt verschont geblieben. Auch wenn wir jeden Winter die ein oder andere Nacht am offenen Fenster gesessen haben. Das liegt aber irgendwie daran das die Motte wirklich selten, aber dann auch wirklich heftig krank wird (zum Glück dann nur sehr kurz).

    Ich wünsche Euch alles gute.

  5. Das Problem kennen wir auch. Unser Sohn hatte einen Pseudokruppanfall, zum Glück aber nur einmal. Wir haben ein Notfallmedikament mitbekommen, dass seit dem immer in unserem Kühlschrank liegt, damit wir es sofort griffbereit haben. Am schlimmsten war für mich immer die Angst wenn er abends viel gehustet hat, dass es nachts wieder passiert. Inzwischen hat es sich aber sehr gebessert, da er bei trockener Luft nicht mehr so empfindlich ist.

  6. Kenne ich zu gut von Kind 2 und 3. Bei uns ist Thymian etc. leider kontraproduktiv und hat sogar schon einen Anfall ausgelöst. Unsere Mittlere hatte mit 9 ihren letzten schlimmen Anfall, der erste kam mit zwei Jahren im Sommer bei 30 Grad, also alles anders als es im Buche steht😉
    Man wächst mit seinen Aufgaben und irgendwann ist es hoffentlich vorbei.
    Liebe Grüße

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