Vom Weglaufen und ankommen „der harte Weg nach Hause“

Mutter und Sohn: "Ich passe auf Dich auf, mein geliebtes Kind"

Die vergangenen Wochen waren alles, aber nicht leicht! Von heute auf morgen habe ich mich verloren, im Stich gelassen und aufgegeben gefühlt. Meine bisher immer konstanter werdende Welt wurde einfach so auf den Kopf gestellt. Schon vorher hatte ich ab und an das wiederkehrende Gefühl – dem ganzen Mutter sein nicht mehr gewachsen zu sein. Die Ziele und die Ansprüche die ich mir meine Mutter – Rolle stellte, waren oftmals viel zu hoch gesteckt. Sie passten nicht in das Leben das ich vorher – auch nur Ansatzweise geführt habe. Doch das schlimmste, Sie spiegeln nicht im geringstem wieder: wer ich eigentlich war.

Es ist lediglich das BILD einer Mutter, die Tag ein Tag aus das Beste gibt. Oft erzähle ich zu Hause überhaupt nicht was ich gemacht, getan oder gekauft habe, sondern lediglich was ich wo ich gelesen habe und was ich ÖKO – Test getetstet und Schadstoffgeprüftest ans Kind getragen haben – nach reiflichen Überlegungen. Ich hatte schon immer den Hang dazu – jemand sein zu wollen, der ich selbst mit viel Anstregung nicht sein werde. Als Mutter nimmt das Ganze jedoch noch ganz andere Dimensionen an. Über den ganzen Stress – allem und jedem nicht mehr gerecht zu werden habe ich nun, ein paar Tage später, das Gefühl mich irgendwo auf meinem Weg verloren zu haben.

Ich habe oft das Gefühl es allen recht machen zu müssen und für das was ich tue immer eine prüfende Frage zu erhalten, aber wirklich hier ist niemand der mich einmal aktiv bei allem unterstützen würde. Entweder arbeite ich oder ich bin für mein Kind da. Beides liebe ich auf eine besondere Art und Weise, aber hinter alldem gibt es auch noch etwas anderes. Ich habe immer wieder versucht mich und Mini gleichermaßen in unseren Alltag zu integrieren, damit es mir irgendwann einmal besser geht. Doch irgendwie klappte das alles nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Die Zeit für mich kommt einfach viele zu kurz und so sehr ich meinen Sohn auch liebe, so sehr brauche ich einfach auch mal 30 Minuten am Tag für mich. In denen ich spüre das es mich, als Mensch auch noch gibt.

weiher

Als ich gestern Morgen aufstand, Mini und mich an den Essenstisch setzte und gemütlich mit ihm meine Tasse Kaffee trank – stellte ich fest, dass ich mich kaum noch an die letzten Wochen erinnern konnte. Wir aßen eine Weile, zogen uns an und gingen gemeinsam mit dem Sportbuggy von BOB eine Runde an den nahgelegenen Weiher. Ich joggte nach langer Zeit wieder meine Runden um den Weiher, während Mini sich eine Freude daraus machte den Enten freudige Dinge zuzurufen.

joggen

Ich lief – Mini saß, während wir die herrliche Luft eines schwül, warmen Tages in uns aufnahmen. Auf dem Weg nach Hause kamen wir an einem Spielplatz vorbei an dem Mini eine Weile spielen durfte, während ich meine Übungen absolvierte und noch etwas mehr für mich tat. Er lachte, während ich mit rotem Kopf meine eingerosteten Muskeln beanspruchte – doch im Innern, freuten wir uns beide über diesen Moment.

mini2

Zum Abschluss rutschen wir zusammen. Dann machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Wir kauften Hackfleisch, Gnocchi und Paprika ein. Es gab: Gnocchi in Salbei – Butter Soße und gefüllte Paprikaschoten mit Hackfleisch und Lauch.

essen

Ich hatte schon aufgeräumt, eingekauft – doch das wesentliche, der große Unterschied von allen bisher gelebten Tagen? An diesem Tag hatte ich zum ersten Mal das Gefühl bereits jede Menge für mich getan zu haben und das ohne meinem Sohn, in der Zwischenzeit irgendwo zu parken und mich später mit ihm zu beschäftigen.Ohne schlechtes Gewissen, dass er noch nicht draußen war. Ohne schlechtes Gewissen, dass er noch nicht das tun durfte was seine kleine Kinderseele doch so sehr liebt.Nein, gestern hatte ich kein schlechtes Gewissen, denn es ging uns beiden gut damit. Als wir nachdem Einkaufen durch die Tür kamen, roch es nach zu Hause …

In liebe, Alina

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Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

1 comment

  1. hallo Alina,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Es gibt Tage da laufe ich echt auf dem Zahnfleisch. Ständig bin ich fremdgesteuert und wenn ich dann doch mal allein unterwegs bin, habe ich ein schlechtes Gewissen so lang weg zu sein. Das ist doch Irrsinn. Ich finde du hast eine tolle Möglichkeit gefunden alle Bedürfnisse zufrieden zu stellen. Das freut mich und aus solchen Tagen ziehen wir dann unsere Kraft 😉

    Liebe Grüße,
    Sarah

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