Schluss mit Mama sein! “Ich reiche meinen Urlaubsschein ein”

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Seit zwei Jahren bin ich Mama eines unglaublich süßen Sohnes. Eine Zeit, in der es immer wieder Höhen und Tiefen gab. Am prägendsten in Erinnerung geblieben ist mir der Entwicklungssprung um das erste Lebensjahr herum. Es war wirklich hart. Damals bin ich auch sehr erschöpft gewesen, aber anders. Seit ich wieder arbeiten gehe, hat sich einiges verändert. In erster Linie das Bedürfnis nach Zeit für mich alleine. Ein Buch, eine Tasse Kaffee auf einer bequemen Liege und hochgelegten Füßen ohne schrille “Mama” Schreie aus einem süßen Kindermund – wow! Ich glaube, so muss sich der Himmel anfühlen. In meiner Elternzeit hatte ich dieses Bedürfnis nicht.

Mir hat die Zeit, die ich für mich hatte, sobald der Kleine abends im Bett lag vollkommen ausgereicht. Das ist heute anders. Komme ich von der Arbeit, möchte ich Ruhe. Selbst am nächsten Tag wünsche ich mir ruhige Minuten für mich alleine. Was ist an der letzten Zeit so außergewöhnlich? Ach ja! Mir fällt es wieder ein: Ich bin dazu mit unserem zweiten Kind schwanger. Das ist eine Tatsache, die ich leider viel zu oft vergesse. Es bleibt keine Zeit, um groß darüber nachzudenken. In meiner ersten Schwangerschaft lagen meine Füße 50 % der gesamten Schwangerschaft oben, gemütlich auf unserem Sofa.

Könnt ihr Euch vorstellen, dass das Gefühl, an das ich mich am intensivsten erinnere, das Gefühl von langweile ist? In aller Seelen Ruhe trug ich meine kleine Babykugel durch die Gegend und wartete auf die Dinge, die da kommen sollten. Heute wünsche ich mir diese Ruhe: Zeit, um in Ruhe essen zu können, die Füße hochzulegen und in Ruhe ein Bad einzunehmen. Zu allem Überfluss bringt die Laune meines Sohnes das Fass zum Überlaufen. Das erste Mal muss ich in meiner Zeit als Mutter zugeben: “Ich kann nicht mehr!”

Die täglichen Routinen: Aufstehen, Frühstück zubereiten, Mama hier und Mama da und ganz viel Trotz sind zu viel für mich geworden. All die Begleiterscheinungen, die mich belasten, lösen Nebenwirkungen aus. Schleppende Müdigkeit ist mein treuster Begleiter. Dich gefolgt von diversen Erkältungen in den letzten Wochen. Dieser Zustand hat mich in eine Ecke gedrängt.

Wir drei müssen lernen uns ein Stück zurückzunehmen. Jeden Abend liege ich wach im Bett, halte meinen Bauch fest in beiden Händen und merke schmerzlich, dass ich wieder einmal zu viel getan habe: Mein Bauch schmerzt. Dieses Gefühl kenne ich von meiner ersten Schwangerschaft nicht. Selbst wenn mein Herz schmerzt, meinem geliebten Samuel Grenzen zeigen zu müssen, so muss er langsam anfangen zu verstehen, dass Mama zurzeit nicht alles kann, was er gerne möchte.

Es ist an der Zeit zu lernen, dass wir an irgendeiner Stelle zurücktreten müssen. Kann man dies von einem Zweijährigen erwarten? Ich denke ja, denn hier geht es um wichtige Bedürfnisse, die eine Mama für sich einfordern darf. Bevor ich mir darüber weitere Gedanken mache, fahren wir drei gemeinsam in den Urlaub. Ich habe mein Erspartes zusammengekratzt und los geht es, denn ich brauche ENERGIE und mein Bauch braucht Erholung, also haben wir Opa gleich mit in den Koffer gepackt. Wie heißt es so schön? Es braucht ein ganzes Volk um ein Kind groß zu ziehen. In diesem Satz steckt sehr viel Wahrheit. Eine schöne Wahrheit, denn es gibt mir das Gefühl nicht alleine zu sein.

Dieser Urlaub ist das, was ich zurzeit am meisten brauche. Danach werde ich mir meine Gedanken darüber machen, wie wir die Monate bis zur Geburt am besten meistern werden. Es wartet irgendwo eine Lösung auf uns. Es wartet IMMER eine Lösung: Man muss sie nur finden. Es wartet immer eine Lösung auf uns!

Eure Alina!

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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12 comments

  1. Das ist eine sehr anstrengende Zeit, die ich auch kenne. Meine beiden sind 17 Monate auseinander und der Große fing auch erst kurz vor der Geburt meiner Tochter an zu laufen. Ich musste ihn also auch doch immer wieder mal tragen und so weiter…aber in dieser Zeit habe ich auchgelernt, dass Kinder seines Alters durchaus schon verstehen können, dass Mama jetzt einfach nicht kann. Ich habe mich dann zu ihm hingesetzt und ihm erklärt, dass Mama ihn jetzt leider nicht mehr so viel heben darf, weil mir dann sonst der Bauch weh tut. Er hat es mit der Zeit verstehen können. Natürlich sich auch mal geärgert, klar. Aber de Kommunikation und die Botschaft sind eben das A und O. Ich denke, das wird jeder, der Kinder hat, mit der Zeit feststellen.
    Ich hatte das Glück, dass ich am Ende der Schwangerschaft sowieso Semesterferien hatte und der Große in die Kita ging. In dieser Zeit holte ich mir dann meine Auszeiten ein bisschen zurück. Und der Große war dann ab und zu bei den Großeltern, auch mal über Nacht, was wir eigentlich altersbedingt nicht gerne machen, aber wir Eltern brauchten auch noch einmal Momente für uns bevor wir dann zweifache Eltern werden…vielleicht ergibt sich bei dir ein wenig Erholung in der Zeit des Mutterschutzes oder oder ?
    Jetzt nach 15 Monaten als zweifache Mama kann ich über dieese Zeit schon ein wenig hinwegsehen und weiß, dass ich es geschafft habe und sich die Sicht darauf ändert…
    Ich wünsche dir noch eine angenehme Zeit! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenny

  2. Solche Wörter können jemanden so gut aufbauen.
    Meine Tochter ist jetzt 2Jahre und 4Monate bin in der 31 SSW. Ich kann mich errinern, als ich mit ihr aus langeweile nicht wusste,ob ich schlafen soll oder nicht. Jetzt würde ich mir wünschen paar Minuten in Ruhe zu liegen. Ich denke manchmal, es war zu früh mit der 2SS., dass ich es nicht schaffe, mit 2 kleinen Kindern, jedoch dann kommt wieder der Tag wo die kleine bewegliche Maus, ein Wundpflaster ist und dann weiße ich wir schaffen es trotzdem.
    Mit dem Schmerzen kann ich dir Raten, wenn der Papa kommt, oder organieiere dir Oma, Opa für 1Std. in der Woche, dass sie mit den kleinen Mann spazieren gehen, und dann hast du 1STD für dich. Du must auch einen Gang runterschallten, Pizza schmeckt jeden, der Staub nach zwei Tagen bringt auch keinen um.:)und 1Std Fernsehen hat noch keinem Kind Brei aus dem Gehirn gemacht….
    LG Karolina

  3. Ich denke immer ich bin mit diesem Gefühl allein. Ich arbeite 20 Stunden von zuhause aus und betreue unseren 2 jährigen Sohn. Von außen darf ich mir immer anhören wie toll es ist mit Kind von zuhause aus zu arbeiten. Es ist in Wirklichkeit aber eine Gradwanderung.

  4. Ich kann dich so gut verstehen. Ich habea auch so einen 20 Monate alten Tornado zu Hause und bin mit unserem zweiten Kind in der 20 SSW. Es ist echt schwierig allem gerecht zu werden. Unsere Tochter ist derzeit in so einer Phase das könnt ich manchmal auch losheulen. Ich sag mir dann auch immer dass es für alles eine Lösung gibt. Die gibt es doch IMMER, wie du schon sagst. LG Irina

  5. Liebe Alina

    Ich kann dich gerade so gut verstehen. Liam ist 4, und ich bin mit dem zweiten Kind schwanger. Und auch 4 Jährige können noch super trotzen, schlecht schlafen und viel Aufmerksamkeit verlangen. Auch ich kenne den schmerzenden Bauch aus der ersten Schwangerschaft nicht. Jetzt ist er mir schmerzlich vertraut und ich habe sogar mit vorzeotigen Wehen zu kämpfen… Und das mit 27 Wochen *seufz*
    Ich wünsche dir deswegen einen erholsamen Urlaub und ganz viel Kraft für die restlichen Monate!
    Liebe Grüsse
    Fenna
    Ps: heute ist ein Glückstag. Der Knopf ist um 17:30 im Auto eingeschlafen und konnte direkt ins Bett gelegt werden. Mein Mann ist noch einkaufen und ich hatte gerade 2h nur für mich. Sitze auf dem Sofa, und habe die Füsse hochgelegt. Eine seltenheit…. Und ein Genuss☺️

  6. Meine liebe Altona!
    Es klingt nach einer Zeit, um jetzt wirklich die Reißleine zu ziehen.
    Auch ich habe die 2.Ss nur an mir vorbei plätschern gesehen und finde es Rückblickend sehr schade. Ich denke, dass es für Sam nicht schlimm sein wird, wenn er bereits jetzt lernt, dass jeder mal etwas zeit für dich braucht. Wenn das Baby da ist, dann muss er sich alleine etwas beschäftigen können, weil du ihm. Nicht mehr die selbe Aufmerksamkeit schenken kannst wie jetzt. Ich denke, dass du es mit ihm jetzt schon angeben solltest, bevor er hinterher eine Eifersucht auf das Baby entwickelt.
    Bitte passe auf dich auf !
    Du gehst aber nicht mehr arbeiten? !
    Ich an deiner Stelle würde mir von meinem Gyn. Ein Berufsverbot aufgrund der Ss holen.

    Liebste Grüße und schöne Ostern!

  7. Ich bin Mama von 4 Kindern – fast 12, fast 10, fast 7 und gerade 2 Jahre alt. Nr 4 wird noch gestillt. Bei Nr. 1 bin ich 11einhalb Wochen vor Geburt wegen Urlaub und MutterSchutz aus der Redaktion ausgeschieden. Das waren die erholsamsten Wochen ever. Seit der Geburt von Nr. 1 nehme ich mich zurück. Immer mehr. Denn es hört nicht auf mit 2, 3 Jahren, das FürdieKinderDaSein. Mein Glück ist, dass ich seit Nr. 2 als Freie daheim schreibe. Das ist aber auch mein “Stress” – ich schreibe bis heute immer mit mindestens einem Kind im Arm. Ich kann also Deine Sehnsucht sehr gut nachvollziehen. Und ja, die Kleinen lernen, dass wir Mütter auch mal ‘ne Minute für uns brauchen. Am besten gelingt die Auszeit jedoch mit Hilfe von Mann, Großeltern & Co. – das muss man planen und organisieren. Und jede Gelegenheit auskosten – ohne schlechtes Gewissen. Viel Glück bei Deiner/Eurer Lösung. die ganz sicher auf Dich/Euch wartet. Doreen.

  8. Joa, kennt man, meine ist jetzt vierzehn Jahre, zudem sehr intelligent und Dank meiner Erziehung absolut selbstbestimmend, welches mich im Nachhinein immer wieder an meine Grenzen bringt. Kinder sind ab einem gewissen Alter total undankbar, also im Moment ja, aber danach fängt man sofort wieder bei Null oder Minus 150 an … Wäre sie mein Partner, hätte ich schon längst mit ihr Schluss gemacht und sie aus dem Haus geworfen oder eine Rakete zum Mond gebucht. Dagegen war das Kleinkind und Kinderalter ein Spaziergang, aber damals war ich auch am Ende, dachte ich … Man wächst mit seinen Aufgaben, jede Krise bringt Dir mehr Stärke, jede Verzweiflung sorgt für mehr Halt. Ich bin alleinerziehend von Geburt an, Gedanken – ich schaffe das nicht – hat man oft, aber man überwindet es und wächst über sich hinaus.

    Es gibt ein sehr schönes Sprichwort, welches gerne in der Familientherapie angewendet wird – Eine gute Mutter denkt immer zuerst an sich selbst, nur dann kann sie eine glückliche Mutter sein. Es bringt nichts sich für Familie und Kind aufzuopfern, man muss auch egoistisch sein und etwas NUR FÜR SICH TUN. Meine Freundin verheiratet Mutter von zwei Kindern 10 und 2 Jahre – hat jeden Freitag nur für sich, sie hat ihren freien Tag bei der Arbeit, muss sich nicht um die Kinder kümmern (das macht ihr Mann und die Oma) verabredet sich mit Freunden, geht zum Sport oder ins Kino – sie nennt ihn den Independence Day 😉 Einmal im Jahr fährt sie mit Freundinnen alleine für eine Woche in den Urlaub – ihr Mann hat das gleiche Programm, nur an anderen Tagen. Ein Familienurlaub und ein Urlaub zu zweit ohne Kinder, die sind jetzt seit zehn Jahren verheiratet und seit fünfzehn Jahren zusammen und sind eines der glücklichsten Paare, die ich kenne. Ich reise auch alleine mit meinen Mädels, wenn sie ihre Kinder zu Hause lassen sind wir nur eins FRAUEN und das braucht jede Mama, einfach mal wieder nur ICH zu sein.

    Danach kommt man mit neuer Energie, Kraft getankt und wunderbaren Erinnerungen zurück und kann wieder starten 😉 Meine Mädels lieben unsere gemeinsame Zeit – Urlaub vom Baby, Kleinkind, Kind, Pubertier und Mann, einfach mal ausprobieren 😉

  9. Hey Alina,
    wunderbar geschrieben und beschrieben! Bei uns kommt im Sommer auch Nummer 2, und unsere 1. Tochter ist jetzt 15 Monate, von daher habe ich mich fast schon 1:1 in deinem Bericht wiedergefunden. Die aktuelle Schwangerschaft ist irgendwie Nebensache, weswegen ich viel zu oft ein schlechtes Gewissen habe. Und meine Tochter ist mit ihren 15 Monaten leider noch nicht so verständig und verhandlungsbereit, dafür allerdings schon früh sehr mobil und auch trotzig hoch 10. Ich trage also täglich einige Kämpfe, auch mit Geschrei (zum Glück noch nicht von mir 😉 ) aus, die ordentlich an meinen momentan nicht so aufgeladenen Energiereserven zehren. Urlaub ist eine gute Idee. Den muss ich schleunigst mit meinem Arbeitgeber aushandeln, auch wenn sich das doof anfühlt, da ich zwischen den Elternzeiten nur 4,5 arbeiten bin. Im Mai hoffe ich jedenfalls, dass wir auch ein paar Tage wegfahren können.
    Erhol du dich so gut es geht in deinem Urlaub! Ich hoffe, dein Sohn genießt viel Zeit mit seinem Opa, so dass du zur Ruhe und zu Kräften kommen kannst. Alles Gute für dich, deine Familie und den kleinen Bauchzwerg!
    Liebe Grüße,
    Nicole

  10. Ich bin gerade in der gleichen Phase wie du! Ich danke dir für diese klaren Worte! Meine Tochter ist 3 1/2 und mein Sohn 15 . Alles ist mir zu anstrengend… Und darum tut es sehr gut zu wissen das man nicht alleine ist!
    Du schaffst das !!, wie du so schön sagst.. Es gibt immer eine Lösung !

    Alles gute! Lg ?

  11. Ich kann deine Gedanken so nachvollziehen!
    Meine Kinder sind 5 und 13.
    Hier geht es um Pubertät und Selbstbestimmung, um Türknallen und Kuschelbedürfnis.
    Da ich alleinerziehend bin, musste ich auch lernen, mir Freiräumezu schaffen!

    Ich wünsche dir einen erholsamen Urlaub!! ?

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