Von Mutter zu Mutter

Ab heute werde ich jeden Mittwoch ein Thema veröffentlichen, das mir von einer anderen Mama geschickt wurde. Es kann anonym sein, aber auch mit Bild und Name. Es soll darum gehen, dass Mamas für Mamas schreiben- Mitten aus dem Leben heraus. Mein Thema ist das abnehmen, doch viele andere Mamas können damit gar nichts anfangen, weil sie kurz nach der Geburt schon ihre perfekten Maße erzielt haben. Sie fragen sich vielleicht womit ich mich überhaupt quäle. Mag sein, dass es sie nicht interessiert welche Fortschritte ich beim Abnehmen erreiche, aber vielleicht wollten Sie schon immer mal loswerden: wie allein gelassen Sie sich von ihren Freunden fühlen oder dass das „Tragen des Kindes im Tuch oder in der Tragehilfe“ komplett falsch verstanden wird von manch einer Mama. Wenn IHR auch so ein Thema auf dem Herzen habt, das ihr unbedingt loswerden wollt und teilen wollt dann schreibt mir. Es kann auch sehr gerne anonym sein.

Ich möchte nicht damit bezwecken, dass wir uns an den Pranger stellen! Nein, ich möchte, dass wir uns näher kommen. Das ich einen Ort schaffe in dem Mütter an Mütter schreiben und man sieht das wir alle versuchen jeden Tag das Beste zu geben und vor allem das es uns irgendwo doch ähnlich ergeht. Ich habe immer wieder in meinem Blog betont, das ich möchte dass er lebt und jetzt habe ich einen neuen Schritt gefunden wie ich dies in die Realität umsetzen kann. Ich denke wenn die ein oder andere von ihrer Beziehung schreibt oder über das Glück wenn ihr Kind das erste Mal lächelt werden sich viele angesprochen fühlen. Dies wiederum ist ein Weg der uns alle ein Stück näher zusammenrücken lässt. Ich freue mich sehr wenn ihr mitmachen würdet. In welcher Form ob Gedicht, Brief, Kolumne, Reportage etc. ist vollkommen egal. Ebenso das Thema. Es geht einzig und allein an diesem Mittwoch um euch und das was euch auf dem Herzen liegt. Da ich erst gestern dazu aufgerufen habe diese neue Idee Leben zu lassen werde Ich heute anfangen.

 

Von Mutter zu Mutter

 

 

 

alina liebes lebenMein Leben & Ich im Dialog

Liebe Alina, nun begleite ich dich ja schon eine Weile magst du vielleicht kurz etwas zu dir erzählen damit auch unsere Leser dich besser kennen lernen?

Liebes Leben, ich heiße wie ja schon bekannt, Alina Tabea Maria und bin 25 Jahre jung. Ich lebe in der schönen Stadt Köln, in Nordrhein Westfalen. Ich bin inziwschen seit fast acht Monaten Mama eines kleinen, aufgeweckten jungen Mannes, namens Samuel Phillip und genieße meine Rolle als Mutter sehr.
Vorher habe ich meine Ausbildung als Krankenschwester absolviert im wunderschönen, idyllischen Bensberg, wo ich einst zur Welt gekommen bin. Die Ausbildung erfolgte damals im Anschluß an mein Abitur im Jahr 2007.

Magst du kurz erzählen wie du nach dem Abitur zu so einem Job gekommen bist?

Gute Frage =) Eigentlich würde ich damals wie heute behaupten, dass der Beruf als Krankenschwester der Letze Beruf gewesen ist in dem ich mich gesehen habe. Meine Mama hatte unseren Opa eine Zeit lang zur Pflege in unserem zu Hause gehabt und schon da habe ich mir jeden Tag aufs Neue gedacht: „ So etwas machst DU niemals. NIE!“ Doch nach meinem Abi habe ich ein Jahr Pause eingelegt um zu schauen was ich werden will und da musste ich feststellen, dass all das was ich einst so toll fand nicht wirklich das richtige für mich war. Ich habe viele Praktika absolviert- doch das richtige war nie dabei. Irgendwann als mein Vater mich nicht mehr rum lungern sehen konnte, hat er mir vorgeschlagen einfach mal in den Beruf, als Schwester hinein zu schauen. Wenn ich die Ausbildung machen würde hätte ich immerhin ein Sprungbrett. Wer mich zu dieser Zeit noch kannte wird wissen wie Beauty ich angehaucht war. Ich habe sogar mein Klavier spielen aufgegeben, weil ich lange Nägel haben wollte. Nach meinem ersten Praktikumstag im Krankenhaus hatte ich aber das Gefühl: „Das ist es.“ Ich habe mich gebraucht und nützlich gefühlt und das war zu dieser Zeit ein verdammt gutes Gefühl.

Und wie ist es jetzt, wenn du arbeitest?

Gut ich muss fairerweise gegenüber all denjenigen die schon seit etlichen Jahren in diesem Beruf sind sagen, dass ich nicht lange gearbeitet habe, als Examinierte Fachkraft. Ich bin im Examen noch Schwanger geworden und habe anschließen gerade mal drei Monate als Vollzeit Examinierte gearbeitet. Ich muss dennoch sagen, dass mir das Gefühl gebraucht zu werden nach kurzer Zeit oft auch auf die Nerven gegangen ist. Es gibt sehr viele Menschen die es ausnutzen. Oft kommen Sie und wollen etwas, aber es reicht ihnen nicht sie wollen immer mehr. Neben an im Zimmer liegt womöglich noch jemand der sich nicht traut etwas zu sagen, deine Hilfe aber viel Dringender benötigt. Was das größte Dilemma inzwischen in der Pflege geworden ist, meiner Meinung nach. Der Punkt ist der, dass es immer mehr Arbeit gibt, aber immer weniger Personal. Selten gehst du aus dem Dienst und denkst dir.“ Wow, heute bist du aber wirklich allen gerecht geworden.“ Teilweise hat mich dieser Zustand sogar mehr als traurig gestimmt. Du bist mit zwei Leuten am Wochenende im Frühdienst und hast einen sterbenden Patienten der eigentlich Beistand benötigt. Wirst du ihm gerecht in unserem System?

Wie ich sehe bist du mittlerweile in deinem Beruf angekommen. Empfindest du dies auch so?

Ja definitiv. Es ist in unserer Gesellschaft ein einfacher Beruf und oft wird er auch abgetan mit den Worten: „Oh das könnte ich aber nicht-respekt“ oder was auch gerne gesagt wird „Meiner Meinung nach eine großartige Arbeit, sie müssten vielmehr dafür entlohnt werden.“
Aber es ist eine völlig falsche Sichtweise. Der Beruf ist weder mit unterbelichteten Personen gepflastert noch ist er „unterbezahlt für das was man tut“. Meinem Sohn wische ich auch den Popo ab und halte ihm die Hand, wenn er krank ist und dafür bekomme ich nicht mal Geld. Natürlich es ist MEIN Sohn und diese Arbeit verrichte ich mit einer ganz anderen Intensität. Doch warum ist es so verwerflich, dies bei anderen hilfsbedürftigen Menschen genau so zu tun, als Beruf? Es ist nichts dabei sich helfen zu lassen- auch in solch einer Situation eben NICHT. Ob Kinder oder Erwachsene, wenn jemand Hilfe benötigt muss man Sie ihm zuteil werden lassen in welcher Form auch immer. Alles ist eine Frage der Sichtweise und das bedeutet doch nicht, dass es einfache nicht intellektuell geförderte Arbeit ist. Sich im Anschluss an einen Dienst mit einer Situation auseinander zu setzen die einen berührt hat ist mehr als schwierig.

Hast du das Gefühl du machst beruflich das was du dir immer erträumt hast?

Ach wer macht das schon? Viele Menschen die ich kenne suchen noch mit Ende 50 nach ihrer beruflichen Erfüllung. Womit ich nicht jeden meine. Ich bin auch oft am überlegen was ich noch mit meinem Leben anstellen soll. Eigentlich wollte ich immer studieren, aber wenn ich es mir recht überlege möchte ich es nur um allen zu zeigen, dass ich die nötige Intelligenz dazu besitze. Wenn man sein Leben lang die Barbie für alle Welt war möchte man zu irgendeinem Zeitpunkt zeigen: „ Eh Hallo ich bin doch schlau. Ätschi Bätsch.“ Doch mit meiner neuen Rolle als Mutter sind auch viele neue Eindrücke dazu gekommen. Für viele bin ich als junge Mutter eh eine Frau die sich ihrem Schicksal gefügt hat, doch ich sehe mich nun viel klarer und muss feststellen, dass ich nicht die Person bin die gerne lernt. Ich sitze nicht gerne an meinem Schreibtisch über Büchern. Für meinen Blog hingegen sitze ich manchmal täglich mehrere Stunden und selbst danach habe ich nicht das Gefühl Zeit vertan zu haben. Inzwischen habe ich den inneren Frieden zu sagen: „ Ist mir doch egal wer was denkt, irgendwo werde ich beruflich schon ankommen.“ Ob jeder glücklich und reich mit seinem Studium wird ist ohne hin noch eine ganz andere Frage.

Wo würdest du gerne stehen, wenn man nicht studiert haben müsste oder Beziehungen für manche Berufe bräuchte?

Ich denke, dass ich dann bei irgendeiner Zeitung wäre und schreiben würde. Seit ich denken kann liefert mir das Schreiben ein Ventil und bereitet mir zu jeder Zeit Freude. Ich kann kaum ausdrücken welche Freude mir diese Arbeit bereitet.

Hättest du dann jetzt auch deinen kleinen Sohn?

Oh gemeine Frage =) Sagen wir mal so: alles hat seinen Grund im Leben und nicht ohne Grund stehe ich beruflich da wo ich stehe und habe nun mein kleines Wunder. Ich denke ohne ihn wäre ich niemals die Person die ich nun selbst langsam anfange zu lieben.

Siehst du dich als Mutter?

Ja. Ich gebe und das gerne. Das erste Jahr fordert dich in jeder Ebene deines Lebens, aber ich tue das gerne, weil ich meine kleine Familie sehr liebe und in ihr angekommen bin. Nicht nur ich und mein Sohn lernen uns täglich neu kennen. Mein Partner und ich ebenso, denn wir verändern uns stetig. Jeden Tag muss man aufs neue überprüfen wo steht man- gemeinsam. Es ist Arbeit, aber Arbeit die sich lohnt und gut anfühlt. Zumindest noch.=)

Bist du glücklich als Mutter?

Und wie! Es kommt ab und an natürlich vor, das ich mich Frage: „Wo bei der ganzen Sache bleibst eigentlich du ?“, aber meistens legt sich dieses Gefühl nach ein paar Minuten wieder. Ich denke oft es rührt daher, das ich auch vor meiner Schwangerschaft ein sehr ausgeprägtes Leben geführt habe und stets das getan hab wonach ich in dieser einen Minute auch Lust hatte. Mutter sein bedeutet für mich- sich selbst ein Stück weit aufzugeben. Wie weit diese Selbstaufgabe reicht hängt von einem selbst ab. Bei mir ist es noch im gesunden Rahmen, denn es gehört einfach dazu, zum Mutter sein. Es ist ein Prozess hin: von Mutter sein zu Mutter werden. Gerade deswegen bin ich froh, dass ich etwas gefunden habe das im Endeffekt nur mir gehört. Mein Sport! Mein Kind ist dabei, aber ich tue es nur für mich. Es ist mein Wunsch eine völlig neue Person zu werden. Mein Kind gibt mir die Kraft die zu werden die ich noch nie war, aber der Rest kommt aus meiner inneren gewonnen Stärke.

Bereust du Dinge?

Oh ja. Wer tut das nicht?

Was denn zum Beispiel?

Ich bereue in mancher Hinsicht die gewesen zu sein die ich war. Ich war kein schlechter Mensch, aber in einigen Hinsichten war ich egoistisch muss ich feststellen. Ich habe mich oft ungerecht behandelt gefühlt und so Menschen auf der Strecke gelassen die es nicht verdient haben. Ich bin oft enttäuscht worden doch das macht mich zu keinem besseren Menschen.

Was würdest du ändern wenn du die Chance dazu bekommen würdest?

Nichts! Ich bin nicht ohne Grund der Mensch geworden der ich bin. Jede Erfahrung, jede Enttäuschung, jede nicht erwiderte Liebe hat mich nun zu dem Weg geführt den ich gerade gehe.

Vermisst du denn gar nichts?

Doch vieles! Vor allem vermisse ich viele Menschen die irgendwo nach rechts oder links abgebogen sind, aber wissen wir wo ich nun wäre mit Ihnen? Vielleicht hatte auch dies einen guten Grund. Ich halte mich fest an den Gedanken, dass ich schon jetzt mit meinen 25 Jahren wirklich tollen Charakteren begegnet bin von denen ich viel gelernt habe. Und wer weiß vielleicht ist irgendwann die Zeit dafür sich neu zu begegnen und kennen zu lernen.

Kannst du dich an den schönsten Tag in deinem Leben erinnern?

Schwierig. Ich denke, wenn ich wirklich darüber Nachdenke lag der schönste Moment meines Lebens in den gemeinsamen Sonntagen mit meinem Vater. Wir haben gemeinsam Brot gebacken und die ganze Wohnung hat danach gerochen. Abends haben wir es gemeinsam gegessen und am nächsten Tag durfte ich es als Schulbrot mit in die Schule nehmen. Es hatte immer diesen Flair von Familie und Geborgenheit. Als Scheidungskind kommen so manche Emotionen öfters einmal zu kurz. Ich denke deswegen habe ich diese Tage so genossen. Es war so herrlich normal. Hihi

Warum lachst du?

Ich finde es amüsant, dass so eine Kleinigkeit in einem Moment solche starke Wirkung auf mich hat. Ich gebe mir die größte Mühe alles perfekt zu machen in meiner neuen Rolle. Ordnung, Essen, Zeit alles muss gleichermaßen perfekt sein. Doch wenn ich zurück denke und meinen schönsten Moment nennen soll fallen solche Nichtigkeiten komplett durch. Ich erinnere mich an die Geborgenheit in diesem Moment und das macht mich selbst jetzt noch glücklich.

War nicht die Geburt deines Kindes der schönste Moment deines Lebens?

Das war der schönste Moment seit Beginn meiner Mama Zeit. Aber Liebes Leben du fragtest nach meinem schönsten Moment in meinem Leben. Mein Leben war vor der Zeit meines Kindes nun hat etwas Neues begonnen mit ihm.

Und was war der schlimmste Augenblick deines Lebens?

Als ein sehr nahestehender Mensch in ein neues Leben ging.

Bist du darüber hinweg?

Ich denke es tut nicht mehr weh. Die Zeit hat halt doch ihre Bedeutung. Ich erinnre mich gerne und nun überwiegt das Gefühl der Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und wer weiß vielleicht sehen wir uns auch irgendwann wieder. Wer weiß das schon? =)

Was ist dein größter Wunsch, den du noch erreichen möchtest?

Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf das was vor mir liegt und das ist mein Sport bei buggyFit. Ich möchte es unbedingt schaffen endlich einmal wirklich dünn zu sein. Ich weiß nicht warum dies so ein intensiver Wunsch geworden ist. Ich denke, zu meinem neuen selbst soll irgendwie auch der Umfang passen.

Dann könntest du ja auch zunehmen, wenn du nur ein anderes Körperbild erreichen willst?

Ne das würde nicht zu dem passen wie ich mich fühle. Ich bin motivierter denn je. Ich fühle mich richtig gut, als Mama und dazu passt das Bild einer Frau die sich Figur bewusst kleidet und mit sich und allem anderen im reinen ist. Und genau das bin ich- wenn ich abnehme und es allen zeige.

Machst du es nur um es allen zu zeigen?

Nein! Ich mache es einzig und allein für mich und niemand sonst! Ich will es mir beweisen. Und vielleicht möchte ich noch andere motivieren genau so den Mut zu finden neue Wege zu betreten.

Was gibt buggyFit dir denn?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich es gar nicht so richtig in Worte fassen kann, weil es immens ist. Früher habe ich Sport gemacht, weil ich es quasi musste um abzunehmen. Heute gehe ich gerne zum Sport mit meinem BOB Sportbuggy. Ich habe zum ersten Mal Spaß beim Sport und sehe es viel mehr als Ausgleich an, als als Quälerei. Ich kann diese eine Stunde abschalten und etwas für mich tun. Mein Kind ist dabei und ich kümmre mich auch um ihn, aber in erster Linie geht es dennoch um mich. Und deswegen gehen wir auch immer mit den Worten los:
„ Mama, macht jetzt mal was für sich kleiner Mann.“

Bist du glücklich? Bedingungslos?

Oh. Glücklich ja. Sehr auch. Ich möchte nichts anders haben, aber optimierbar ist es immer- so sind wir Menschen. Ich denke, wenn ich in diesem ganzen Alltag es noch schaffe eine regelmäßige Zeit für mich zu finden und in dieser es schaffe mich abzugrenzen wäre ich dem Ziel des Lebens bedingungslos glücklich zu sein sehr nah.

Weißt du überhaupt was Bedingungslos bedeutet?

Seit der Geburt meines Sohnes weiß ich immerhin was es bedeutet Bedingungslos zu lieben und deswegen ist das Verzichten auch nicht schlimm. Ich habe immer gesagt die erste Zeit ist GEBEN und dafür bekomme ich schon viel mehr zurück, als ich es je für möglich gehalten hätte.

Was möchtest du uns zum Schluss noch mit auf den Weg geben?

Ich möchte, dass wir mehr das Gefühl dafür entwickeln gut zu uns selbst zu sein!

Doch am Ende: ist wohl der Weg zu uns selbst, der härteste den wir je zu gehen haben werden. Ich bin gerade auf dem Weg und davon lasse ich mich auch nicht mehr abbringen =)

 

THE END ……………………………………

3 comments

    1. Liebe Nora, es freut mich sehr zu hören, dass du Freude beim Lesen hattest. Vielleicht findest ja auch du mal etwas Zeit in einen Dialog mit deinem Leben zu treten und uns daran teil haben zu lassen =)

      Aller liebste Grüße
      Alina

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