Mama! Du musst auf dich achten!

großer Bruder, Bruder und Schwester

Morgens stehen wir auf. Entscheiden uns, was wir an diesem Tag erledigen möchten. Wir setzten den Grundstein für den bevorstehenden Tag. Meistens habe ich persönlich eine ganz schön lange Liste, die es gilt abzuarbeiten. Heute auch. Es stand viel an. Wirklich viel. Also bin ich aufgestanden. Habe mich fertig gemacht. Mein Sohn zur Spielgruppe gefahren und mich auf den Weg zurück gemacht. Zu Hause angekommen merkte ich plötzlich wie erschöpft ich bin. Ja, ich bin unendlich müde. Nicht vom Schlafmangel. Eher, weil ich mir vorkomme wie eine leere Hülle. Etwas das sich bewegt. Stur im Kreis herum rennt, um möglichst viel an einem Tag zu schaffen.

Mein Sohn schläft heute bei seiner Oma, also beschloss ich kurzerhand meine DVD-Kiste auszupacken und mich mit Greys Anatomy aufs Sofa zu fläzten. Eng an mich gekuschelt mein Baby. Wir machten nichts. Wir schauten uns an. Lächelten uns an. Ich streichelte ihr übers Haar. Sie mir über die Seele.

Die Zeit rannte davon, ohne das wir auch nur eine einzige Sekunde etwas Nützliches taten. Etwas das meinen Haushalt, meinen Tag produktiv werden ließ. Nein, wir taten ausnahmsweise nichts. Während sie dort auf meiner Brust lag mal wach, mal schlafend, dachte ich nicht einmal nach. Ich genoss diesen Moment. Einen Moment der aus Angst etwas zu verpassen viel zu selten vorkommt. Heute sah ich mein Baby stundenlang an. Schaute meiner Tochter dabei zu, wie sie mich freudestrahlend erblickte. Ich kam zur Ruhe. Endlich konnte ich es genießen und zulassen, das ich in diesem Moment außer zu atmen und zu genießen nichts weiter tat.

 

Den Moment genießen!

 

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Die kleinen Dinge schätzen lernen!

Warum haben wir Menschen so große Angst etwas zu verpassen? Warum wird uns nicht viel früher bewusst, das wir auf diesem Weg der ständigen Eile viel mehr verpassen? Als ich mir nach vier Stunden kuscheln meinen Mantel schnappte, um im Wald einen großen Spaziergang zu unternehmen, wurde mir schmerzlich bewusst, wie gut mir dieser Tag getan hatte.

Wir gut es mir getan hat meiner kleinen Tochter beim Staunen zuzuschauen. Wie viel Kraft es mir gegeben hat, ihr dabei zuzuschauen, wie sie sich über Mamas Lächeln freut. Es hat gut getan zu ruhen. Denn als ich so durch den Wald strich, merkte ich plötzlich, dass das erste Jahr mit Baby doch sehr intensiv ist. Es ist anders anstrengend. Natürlich müssen wir nicht ständig diskutieren, uns austauschen, um für beide einen guten Weg zu finden.

 

Mama ist da!

Nein, wir sind da. Nur da. Wir erfüllen jedes Bedürfnis. Überlegen, was diesem kleinen Baby fehlen könnte. Achten auf jedes Zeichen, dass uns dieser hilflose Mensch, der auf uns angewiesen ist, signalisiert. Wir geben uns ein Stück weit auf. Für eine Zeit. Vielleicht nur für einen Moment, vielleicht für etwas längere Zeit, je nachdem. Das ist gut. Unsere Bedürfnisse müssen warten. Für eine Zeit stellen wir, das was uns wichtig ist ganz weit nach hinten. Wir suchen keinen Kompromiss. Nein. Das, was zählt, ist dieses kleine Baby. Und ja, das kostet Kraft. Viel Kraft.

Irgendwann wird das wieder anders. Nur bis es soweit ist! Ist es wichtig, dass wir auf uns achtgeben. Das wir lernen zu ruhen. Für einen Moment. Manchmal auch etwas länger. Denn es ist unsere Seele, die wir nur dieses eine Leben, zum glücklich Sein animieren können. Ich denke, wenn am Ende eines Tages zwar nicht die Küche dir entgegen lächelt, dafür aber dein Herz einige wertvolle Erinnerungen aufnehmen durfte, hat sich dieser Tag mehr als gelohnt, findest du nicht?

 

Weißt du, was wirklich wichtig ist im Leben?

Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

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4 comments

  1. Hach Alina, so ein schöner Text. Manchmal denke ich mit Schrecken auf die Zeit im nächsten Jahr, wenn ich mit zwei Kids hier sitze und versuche alles unter einen Hit zu bringen. Aber ja, du hast Recht, es ist eine sehr intensive Zeit. Ein Ausnahmezustand so zu sagen und da muss der Alltag einfach entschleunigt werden. Ich hoffe es gelingt mir. Wenn nicht, Hau mir bitte diesen Text mal wieder um die Ohren 😉

    Ganz liebe Grüße ins Baby-Nest,

    Sarah

  2. Meine Liebe,
    Du hast absolut Recht!
    und das nicht nur auf die Zeit bezogen, wenn man ein Baby zu Hause hat, auch in der Zeit mit Kleinkind oder Kind muss man mehr innehalten und genießen und sicherlich auch danach. Einfach mal durchatmen. Ich selbst bin ein Mensch, der das sehr sehr schlecht kann. Aber ich versuche, es zu lernen, weil ich des Öfteren an meine Grenzen stoße. Dann bleibt der Haushalt eben mal liegen und es wird nicht gekocht. Stattdessen aber hat man einfach mal ruhe zum Atmen und Kraft tanken, um danach weiter zu machen. Mit dem Leben. Wenn einem diese Kraft fehlt, dann wird es noch schwieriger, gerade den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Ich selber erlebe das ganz aktuell und wünsche mir, in den nächsten Wochen ein wenig zu lernen, wie man Ruhe genießt. Danke für Deine Worte!

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