Wäre ich ohne mein Baby glücklicher?

Ankommen zweifach Mama, Mama Gedanken, Familien Leben,

Meine Schwangerschaft war nicht geplant. Wir sind da so rein geschlittert und haben uns irgendwann -nach zehn Monaten, an einem unbekannten Ort mit Baby im Arm wieder gefunden. An diesem war nichts mehr so war wie wir es einmal kannten. Als wir vor ein paar Tagen das erste mal nach langer Zeit wieder ausgegangen sind, dein Vater und ich, fuhren meine Gedanken ein unhaufhaltsames Kopfkino. Außer der Reihe haben wir dich zu Oma und Opa gegeben. Als Paar sind wir ins Kino gegangen.

Er und ich. So wie es einmal war und nicht mehr ist. Ist das deine Schuld, das wir kein Paar mehr sind? Nein! Ich würde sagen, dass es unsere Erschöpfung widerspiegelt. Dabei ist das Paar, dass wir sind ein glücklicher Bestandteil unseres gemeinsamen Lebens. Ist es meine Schuld? Ich funktioniere und Erziehe, der Rest bleibt auf der Strecke! Dieser Mann bleibt auf der Strecke. Der in den ich mich mit einem breiten Lächeln verliebt habe. Er brachte mich zum Lachen. Immer UND ausnahmslos! Er nahm mein loses Mundwerk an -hörte mir zu, egal bei was. Es musste keinen Sinn ergeben. Es musste nur von mir kommen!

Beziehungsprobleme mit Baby? Sind die noch zu lösen?

Er und ich. Ich und er. Wir stritten uns viel. Unsere Beziehung geprägt von viel Entwertung und vielen Machtkämpfen. Das sind wir! Andere würden denken anstrengend. Wir denken temperamentvoll. Letzendlich hat all das Schöne es wieder gut gemacht. Wir vergessen oft wer wir vor der gemeinsamen Elternschaft waren. Denken wären immer die Vernünftigen gewesen und fragen uns woher der Zorn und das Feuer kommt, das so vieles so unharmonisch wirken lässt.

Wir für immer

Dein Vater und Ich sind kein Paar mehr!

Diese Gedanken führten mich am nächsten Morgen zu den Fragen: Wer wäre ich ohne dich, wenn es dich nicht gegeben würde?! Ich stellte mir vor wie ich an meinen freien Tagen in Ruhe ausschlafen könnte. Wie ich hundert Prozent in voller Freiheit arbeiten gehen würde und beinah 2000 Euro Netto für mich zur freien Verfügung stehen hätte. Wie ich in Mitten der Kölner Innenstadt die Wochenenden leben würde. Mich verabreden würde und das tun würde nachdem mir der Sinn steht.

Stelle mir vor wie ich am Frühstückstisch säße, dort in Ruhe meine Haferflocken zusammen rühren würde und mich erst einmal in Ruhe auf meinen Balkon, bei meiner ersten Tasse Kaffee, an meinem freien Tag um 11 Uhr die Sonne begrüßen würde, mich in Ruhe in die Luft strecken würde – den Tag begrüßen, vielleicht mit Yoga? Einfach das machen würde wonach mir der Sinn an diesem freien Tag steht.

Ohne dich hätte ich genügend Geld für all meine Wünsche. Hätte genügend Zeit für all meine Dinge. Hätte ein Leben, dass ich mir Tag für Tag auf den Leib schneidern könnte. Ja das hätte ich das alles und noch viel mehr?  Also wer wäre ohne dich? Was wäre ich ohne dich? Glücklicher? Im ersten Moment dachte ich: Wahrscheinlich, denn ich wäre ruhiger, entspannter, freier, lebendiger.

 

Ohne dich wären wir keine Eltern!

Auf einmal schwirrte eine kleine Hummel an mir vorbei und ich erinnerte mich daran wie du jauchzend hinter ihr her liefst mit dem festen Willen sie für dich zu gewinnen. Ich erinnerte mich daran wie du mir den Duft einer Blume unbedingt zeigen wolltest und mich runter auf die Erde zehrtest. Wie du nie locker ließt bis ich das machte was du in diesem Moment wolltest.

Ich erinnerte mich daran, das ich ohne dich niemals angefangen hätte regelmäßig zu Frühstücken. Das ich ohne dich immer noch nicht wüsste wie kurz ein Tag sein kann. Ich erinnerte mich dran, das ich ohne dich nie die Schönheit eines einzelnen Moments kennen gelernt hätte. Diese Momente die man unbedingt festhalten möchte. So schön wie mit dir, werden sie nie wieder sein.

  • Ohne dich hätte ich niemals 2000 Bilder mit einem immer wiederholenden Hintergrund auf meinem Handy.
  • Ohne dich wüsste ich immer noch nicht was es eigentlich heißt jemanden bedingungslos zu lieben.
  • Ohne dich würde ich niemals eine Idee von solchen Tagen haben wie oben beschrieben.
  • Ohne dich würde ich an meinen freien Tagen im Bett liegen und wahrscheinlich immer noch darauf warten endlich einmal zu wissen wie es sich wohl anfühlen würde einmal im Leben bedingungslos glücklich zu sein.
  • Ohne dich hätte ich niemals gelernt mich selbst nicht so wichtig zu nehmen und dabei die schönsten Momente nicht erlebt. Ich hätte niemals gelernt andere Menschen anzusprechen und ihnen Hilfe anzubieten.
  • Ohne dich wäre ich einfach niemals die Person geworden, die ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich selbst auch liebe und wertschätze!

Als Mutter bin ich perfekt!

Ich habe viele Menschen in meinem Leben enttäuscht. War nie die, die ich vorgab zu sein. War hart, aber am härtesten zu mir selbst, doch seit ich dich kennen lernen durfte bin ich jeden Abend zufrieden. Schlendre mit dir an Bars vorbei und weiß, dass ich am richtigen Platz zu sein scheine -an deiner Seite. Ich vermisse diese Momenten nicht. Die Zeit mit dir ist immer noch die Schönste. Deine Augen sind das Spiegelbild des Lebens. So muss sich das Leben anfühlen, wie wenn ich versuche durch deine Augen zu schauen.

Am nächsten Morgen, als ich meine Haferflocken in aller Ruhe zurecht rückte wusste ich, dass ohne dich sicherlich einiges einfacher gewesen wäre, aber ohne dich hätte ich sicherlich niemals den Geruch des Lebens erfahren dürfen.

..

Ohne dich wäre ich immer noch eine leere Hülle -ohne jemals das Farbenspiel der Natur gesehen zu haben, ohne jemals den Duft einer Blume gerochen zu haben, ohne jemals gefühlt zu haben wie ein Herz aus Liebe tanzt!

 

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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Schön, dass Du da warst! Sehen wir uns bald wieder?

9 comments

  1. Müüüühüüüühüüü! Alina, du hast direkt in mein <3 getroffen. Ich frage mich das auch ab und an. Ich glaube es ist normal, dass man ab und zu sein altes Leben vermisst. Aber das neue Leben ist doch so viel mehr mit Liebe und Zufriedenheit gefüllt. Naja und auch in unserem alten Leben schien nicht jeden Tag die Sonne. Wir erinnern uns nur eher an die Sachen die jetzt in uns Sehnsüchte wachsen lassen.

    Viele liebe Grüße,

    Sarah

  2. Bin durch deinen lieben Kommentar noch mal hierhin gekommen, fand es auch toll dich kennen zu lernen!

    Hey, bei diesem Artikel kommen einem ja die Tränen – er ist so rührend und echt geschrieben!

    Alles Liebe und Gute weiterhin für euch, hoffentlich sieht man sich bald wieder

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