„Chill Mal Mama“ | 10 Tipps, wie Du das schlechte Gewissen endlich hinter Dir lassen kannst!

Muss ich loslassen?

Seit ein paar Wochen ist mein Großer ein Kindergartenkind. ( Wisst ihr bereits. Ich weiß! 🙂 )Die Zeit, die hinter uns liegt, ist vor allem von einem Gefühl geprägt: einem schlechten Gewissen. Gegen wen? Ich glaube, irgendwie gegenüber allen. Am Ende hatte ich das Gefühl niemandem mehr gerecht zu werden. Meinem großen Sohn nicht, da er in meinen Augen eine für ihn nicht gute Zeit verbrachte. Meiner Tochter gegenüber, da sie stets zwischen allem stand. Gegenüber meinem Partner, weil er meinen Frust abbekam und mir gegenüber, weil ich mich gehen ließ.

Zunehmend bekam ich das Gefühl, wenn die Anderen sich nicht gut fühlen – darf ich das auch nicht. Dass dieser Weg, der Anfang einer Teufelsspirale war, sah ich nicht. Jeden Tag arbeitete ich ein Stückchen mehr, um alle noch ein bisschen zufriedener zu stellen, während meine Bedürfnisse irgendwo auf der Strecke blieben. Am Ende lief ich unglücklich durch die Gegend, während meine Lieben auch nicht wesentlich bessere Laune auszustrahlen schienen. Ich wurde böse, denn schließlich tat ich doch schon alles, um die Familie glücklich zu machen.

Ich konnte nicht mehr …

Wie gemein, dass man alles gibt, alles was man bereit ist zu geben, und mehr, während die anderen noch nicht einmal dankbar dafür zu sein scheinen. Mein Sohn ärgerte unentwegt die kleine Schwester, die wiederum umgehend auf meinem Arm sein wollte, was ich nicht geben konnte, weil ich ja „so viel zu tun hatte“ und mein Partner, der moserte unentwegt, dass ich doch endlich mit dem nervigen aufräumen aufhören sollte, wenn die Kids schon mal im Bett sind.

Zeit, jeder wollte Zeit!

Es gab so viel zu tun. Nur viel zu wenig Zeit, um all die vielen Dinge erledigen zu können. Ich sehnte mich nur noch, nachdem Beginn des Kindergartens, denn endlich gab es da Zeit, die ich für „etwas“ nutzen konnte ohne den Großen zwischen meinen Beinen rum wuseln zu haben.

Und dann? Die Lungenentzündung. Mama out of Order. Mama konnte gar nichts mehr und plötzlich lief das Leben trotzdem weiter. Der Große umsorgte mich. Die Kleine genoss die Kuschelzeit mit mir. Unser Leben schien überhaupt nicht so falsch, so schlecht für die Kinder, wie ich es die letzten Wochen und Monate annahm. Meine Chance unser Leben/ meine Annahmen zu ändern. Nicht alles auf die bevorstehende Veränderung zu schieben, falls es besser werden sollte. Ich begann:

1. Tagebuch zu schreiben

Abends setzte ich mich gemeinsam mit einer heißt aufgebrühten Tasse Tee in eine Ecke, die ich mir vorher gemütlich gemacht hatte, um den Tag Revue passieren zu lassen. Welche Situationen gab es, die mich störten? Warum störten diese Situationen mich? Wie ging es den Kindern? Durch das tägliche Aufschreiben unseren Tages merkte ich, wie oft ich meine Kinder eigentlich genau so sah, wie sie waren. Wie oft und gut ich ihnen zugewandt war. Wie selten sie in „schwierigen“ Situationen alleine da standen. Ich lernte mich durch das Schreiben kennen und vor allem als die Mutter, die ich bin, lieben. Unsere Tage schätzen und die viele Zeit ohne Kindergarten als Geschenk schätzen. Dank des Schreibens fing ich an neu zu bewerten. Es gibt immer mal Tage, die nicht so schön sind, aber alle haben eins gemeinsam: Sie finden einen guten Abschluss am Abend.

2. Einen guten Abschluss finden

Manche Tage laufen einfach nicht. Diese Tage kennen glaube ich alle Mütter, alle Väter, alle Familienmitglieder. Jetzt, wo alles ruhiger läuft, wir entspannter sind, gibt es immer noch Tage, die sich blöd anfühlen. Das ist einfach so. Nicht jeder Tag kann gleich sein. Um so wichtiger ist es, dass sich am Abend der Tag gut verabschiedet. Mir persönlich ist unser Abendritual daher sehr wichtig. Ein Abschluss des Tages, der zeigt – alles ist gut. Wir haben uns alle lieb. Egal was ist, morgen steht ein neuer Tag an. Ist das Baby besonders schlecht drauf gewesen, begleite ich sie gerne ganz nah an mir in die Nacht, um dem Schlaf, dem Ende des Tages etwas Friedliches mitzugeben. Versöhnlich.

Wir haben für uns schon länger ein für uns stimmiges Abendritual gefunden. Auf diese Weise finden wir wenigstens einen guten Abschluss, was uns für den nächsten Tag, aufs Neue starten lässt.

3. Aus Situationen raus gehen | Gefühle benennen

Mir hat es zuletzt so gut getan den Kindern meine Gefühle zu beschreiben. Ihnen klar zu verstehen zu geben: Moment mal, STOPP – jetzt braucht Mama mal kurz eine Pause und egal, wie die Welt gerade, um mich rum tobt – ich habe mich für zwei Minuten zurück gezogen und ganz tief eingeatmet. Mir bewusst gemacht, was mich gerade an DIESER Situation zu getriggert hat, dass ich nur noch rot sah?

Die Momente für sich benennen und einen Notfallplan fürs nächste mal erstellen. Darauf achten, dass man sich wohl in seinem Umfeld fühlt. Vielleicht kleine Wohlfühloasen schaffen. Ich habe mir zum Beispiel eine Leseecke nur für mich mit vielen Kissen, Decken und Bildern am Fenster eingerichtet. Nicht Großes, aber ich fühle mich dort sehr wohl. Und trotzdem, gibt es immer mal wieder Tage, an denen tatsächlich nichts hilft. Jeder noch so gute einstudierte Plan, Gedanke oder den Zorn umwandeln in Lachen hilft nichts, da ist einfach dieses erdrückende Gefühl, dass sich verdammt schlecht anfühlt. Das schlechte Gewissen, das glaube ich jeder von uns mehr als gut geht. Und nun?

4. Auf sich achten

Meine Erfahrung ist, je besser es uns geht – je mehr Zeit wir uns im Alltag auch mal für uns schaffen, die Eltern. Ein Bad nehmen. Mal 10 Minuten am Tag eine Tasse Kaffee mit unserer Lieblingsmusik hören. Die morgendliche Routine im Bad für uns alleine genießen. 5 Minuten vor den Kids den Wecker stellen, oder auch mal ein Abend mit der besten Freundin oder allein auswärts genießen. Ich weiß, im ersten Schritt kostet dies Kraft. Veränderung kostet Kraft, aber jede Erfahrung, die wir für uns machen. Jeder Moment, den wir unsere Seelen streichen, sorgen wir um uns, so das wir in Ausnahmesituationen stärker sind. Wir fühlen uns nicht so leer. So unausgeglichen, denn es gibt ja Zeit, die wir für uns nutzen. Wir lernen nach vorne zu schauen. Verzeihen. Vergessen und machen weiter.

 

Den zweiten Teil meiner Lieblingstipps, um einem schlechten Gewissen ein für alle mal zu entgehen, könnt ihr hier nachlesen.

 

Aller liebste Grüße und eine gut gelaunte Zeit, Alina

Alina
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Alina

Bloggerin bei Liebling, ich blogge - jetzt!
Hier schreibt Alina, Mama von zwei Kindern, 28 Jahre jung und wohnhaft am Stadtrand von Köln. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben, Reisen und Leben in meiner kleinen Familie.
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